Prozessdetails

Berichte, News und Anmerkungen zu Murray

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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:09

Prozess: 7. Tag - Zeugen der Anklage

Als erstes rief die Staatsanwaltschaft heute Sally Hirschberg in den Zeugenstand. Sie arbeitet für Seacoast Medical Supply und sagte aus, dass ein Auftrag für eine Bestellung Dr. Murrays für ein intravenöses Infusionsset von ihrer Firma abgelehnt wurde, da dessen Kreditkarte abgelehnt worden war. Die Staatsanwaltschaft zeigte daraufhin gestützt auf Rechnungen von Seacoast, dass Dr. Murray bereits seit 2006 mit ihnen Geschäfte tätigte. Ein Beleg zeigte zudem, dass Dr. Murray versucht hatte, eine intravenöse Ausrüstung an die Adresse seiner Freundin Nicole Alvarez in Santa Monica zu schicken. Die Zeugin sagte, dass der Umstand einer privaten Lieferadresse bei ihrer Firma die Alarmglocken schrillen liess und sie sich gestützt darauf weigerten, die Ausrüstung an jene Adresse zu schicken.
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Als nächstes rief die Verteidigung Stephen Marx, einen forensischen Computerexperten des Los Angeles Police Department, in den Zeugenstand. Seine Aufgabe war es damals, die Daten von Dr. Murrays iPhone rauszuholen und zu analysieren. Zum einen wurden diverse E-Mails von Murrays iPhone datiert vom Juni 2009, Tage vor Michaels Hinscheiden, aufgezeigt, bei denen es im Fokus des Kreuzverhörs der Verteidigung insbesondere um den ausstehenden Gesundheitscheck und die fehlenden Unterlagen zu Michaels gesundheitlicher Vorgeschichte ging. Nach den E-Mails spielte die Staatsanwaltschaft die Audioaufnahme (http://insession.blogs.cnn.com/2011/10/ ... lsearch%29) ab, die Stephen Marx ebenfalls von Murrays iPhone extrahiert hatte. Diese Aufnahme, von der die Staatsanwaltschaft einen Teil bereits bei ihrem Eröffnungsplädoyer abgespielt hatte, hatte Dr. Murray mit seinem iPhone am 10. Mai 2009 aufgenommen. Für die vollständige Niederschrift der Audioaufnahme siehe hier (http://insession.blogs.cnn.com/2011/10/ ... =allsearch) . Auch wenn die Stimme und der entsprechende physischen Zustand Michaels in dieser Aufnahme für jeden Fan herzzerreissend und schockierend ist, so sei auch bemerkt, dass der Inhalt von Michaels Aussage an sich recht klar und strukturiert ist. Natürlich stellt sich in einem grösseren Zusammenhang die Frage, weshalb Dr. Murray diese Aufnahme damals überhaupt machte.

Das Abspielen der Audioaufnahme von Michael Jackson beendete die morgendliche Session, früher als gewöhnlich. Den Parteien wurde mehr Zeit eingeräumt, die Nachmittagssession vorzubereiten. CNN nimmt an, dass heute Nachmittag u.a. auch das zweistündige polizeiliche Interview mit Dr. Murray wenige Tage nach dem fatalen Ereignis abgespielt wird.

Quellen: jackson.ch, cnn.com, abclocal.go.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:10

Prozess: 7. Tag -- 2. Teil

In Ergänzung zum 1. Teil des 7. Prozesstags (siehe unten) und der im Gerichtssaal abgespielten Audioaufnahme von Michael Jackson hat HLNs juristischer Analyst B.J. Bernstein geschrieben, dass jene 4 Minuten und 12 Sekunden jeden bewegen und zeigen, wie tragisch Michael Jacksons Tod war. Die Aufnahme lasse auch verschiedene Interpretationen offen: "Zeigt es Dr. Murrays mangelhafte Betreuung oder Michaels Verzweiflung, um mit der Tour Erfolg zu haben und alles mögliche dafür zu tun, dass er für die Performance genügend ausgeruht ist? Das können wir jetzt noch nicht wissen. Was man aber bereits feststellen kann, ist dass die Aufnahme offenbart, wie tief der Schmerz war, den Michael Jackson [für die Kinder und Zukunft dieser Welt] fühlte und sein Wunsch, mit seiner Musik etwas zu verändern", so Bernstein.

Fortsetzung zu Stephen Marx Aussagen betreffend der elektronischen Dokumente, die er auf Murrays iPhone gefunden hat: Die Staatsanwaltschaft lies neben dem Audiotape von Michael Jackson auch eine Voicemail von Frank Dileo, Michaels Manager, vom 20. Juni 2009, abspielen, in der Dileo sagte: "Bitte ruf mich an… Ich bin sicher, Du weiss [Michael] hatte letzte Nacht [bei den Proben] einen Anfall. Er ist krank… Ich glaube, Du musst bei ihm eine Blutuntersuchung vornehmen. Wir müssen nachsehen, was er macht." Dies deckt sich mit einer E-Mail, die Kenny Ortega, der am ersten Prozesstag im Zeugenstand war, zur gleichen Zeit an Conrad Murray geschickt hatte. In Bezug auf die gestern erwähnten E-Mails von Murrays iPhone sei ergänzt, dass die Versicherer besorgt waren, nachdem sie in den Medien über ernsthafte gesundheitliche Probleme von Michael gelesen hatten (dass er manchmal im Rollstuhl sei, und er unter Rückenproblemen, Lupus, Emphysem und Krebs leide) und sie deshalb auf den Unterlagen von Michaels Krankengeschichte bestanden, diese jedoch noch immer nicht erhalten hatten. Murray antwortete darauf, dass Michael Jackson sich weigere, die Freigabe der Unterlagen an die Versicherungsgesellschaft zu genehmigen. "Ich sprach mit Mr. Jackson und habe ihn gebeten, die Freigabe seiner medizinischen Unterlagen zu bewilligen, um Sie bei der Erstellung der Versicherungspolice für den Fall von Absagen seiner Shows zu unterstützen, aber er hat diese nicht erteilt. Ich schlage deshalb vor, dass jemand von AEG höflich mit Mr. Jackson sprechen sollte, um ihm die Relevanz dieser Unterlagen aufzuzeigen, da er der Meinung ist, dass eine derartige Versicherungspolice bereits besteht", so Murray. Betreffend die Medienmeldungen über Michaels Krankheit schrieb er, etwas weniger als eine Stunde vor dem 911 Notruf: "[L]assen Sie mich sagen, dass diese [Medien]berichte nach meinem Wissen allesamt falsch sind." Die Unterlagen vom iPhone, so die Staatsanwaltschaft, sollen zeigen, dass Dr. Murray kurz vor Michaels Tod mit diversen E-Mails und Telefonaten beschäftigt war und er daher seinen Patienten vernachlässigt hatte, als dessen Atem stillstand und er starb.

Die Unterlagen zeigten auch, dass Dr. Murray in den letzten Tagen vor Michaels Tod mit seinen eigenen Vertragsverhandlungen beschäftig war. Zwar hatte Murray den Vertrag, um für USD 150'000 pro Monat während der Tour Michaels Leibarzt zu sein, unterzeichnet, aber weder Michael Jackson noch AEG hatten den Anstellungsvertrag gegengezeichnet. Eine frühere Zeugin hatte ausgesagt, dass sie mehr Informationen über Michaels Gesundheitszustand benötigte, inklusive Unterlagen, die Murray selbst über Michael Jackson hatte. Dr. Murray bestand jedoch darauf, dass Michael ein gesunder Mann war und sein File über ihn sehr dünn sei, weil Michael in so einem guten Gesundheitszustand sei.

Nach Stephen Marx trat Elissa Fleak, Ermittlerin für das Gerichtsmedizinische Institut von Los Angeles County, in den Zeugenstand. Sie sagte aus, dass sie Schwierigkeiten hatte, die Todesursache von Michael Jackson festzustellen. Rein vom gerichtsmedizinischen Bericht her, schien es sich bei Michael um einen gesunden 50-jährigen Mann zu handeln. Die merkwürdigen Umstände seine Todes veranlassten das gerichtsmedizinische Institut jedoch eine genauere Untersuchung der Todesumstände zu eröffnen. Entsprechend ging Elissa Fleak die Crime Scene in Michael Jacksons damaligem Zuhause, am Carolwood Drive, untersuchen. Bei ihrem ersten Besuch beschrieb Elissa Fleak unter Staatsanwalt Walgrens Leitung genau, welche medizinischen Flaschen und Tablettendosen sie im Schlafzimmer auf dem Nachttisch, auf einem Tisch neben dem Nachttisch und am Boden unter dem Nachttisch gefunden hatte. Die Liste schloss ein: 12 Flaschen Propofol (1 leeres Fläschchen war am Boden neben dem Bett gefunden wordden), eine Flasche des Beruhigungsmittels Lorazapam und Flumazenil, ein Medikament, das die Nebenwirkungen von Lorazapam bekämpft. Hinzu kam ein ärztliches Rezept für Tizanidine, einem Muskelentspannungsmittel, welches von Dr. Klein an Omar Arnold, einem von mehrern Aliasnamen von Michael Jackson, verschrieben hatte. Die übrigen Medikamente wurden von Dr. Murray verschrieben. Bei ihren zweiten Besuch von Michaels Zuhause fand Elissa Fleak den Sack von Medikamenten, die Dr. Murray in Panik versteckt hatte, als Michael aufgehört hatte zu atmen. Zum Teil hatte er dafür Michaels Security Guard Alberto Alvarez instruriert gehabt, der dies am 3. Prozesstag mit seiner Aussage bereits bestätigt hatte. In diesem Sack wurden Fläschchen von Lidocain, Propofol, Lorzapam und Midazolam gefunden. Die Verteidigung argumentiert, dass Michael Jackson seinen eigenen Tod verursachte hatte, indem er acht Lorazepam Pillen geschluckt und Propofol (ebenfalls oral) eingenommen hatte.

Die Befragung von Elissa Fleak wird heute, am 8. Prozesstag, fortgesetzt.

Quellen: jackson.ch, cnn.com, abcnews.go.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:10

Prozess: 8. Tag -- Zeugen der Anklage

Die heutige Vormittagssession des achten Prozesstages fuhr fort mit der Befragung der gestrigen Zeugin, Elissa Fleak vom gerichtsmedizinischen Institut. Ed Chernoff, Anwalt von Dr. Murray sorgte mit seinem Kreuzverhör nicht nur bei der Zeugin für zweitweise Verwirrung. Seine Befragung war oftmals nicht strukturiert und klar. Zudem hatte er des Öfteren erheblich mit seinen technischen Fähigkeiten zu kämpfen. (In einem amüsanten Moment, als Chernoff mit seinem iPad nicht zurecht kam, stand Staatsanwalt Walgren auf und half Chernoff aus.) Nach einem langwierigen und verwirrenden Kreuzverhör der Zeugin mit einem abrupten Ende, das (für den Moment zumindest) keinen Sinn machte, hatte die Staatsanwaltschaft nochmals die Gelegenheit ihre Zeugin zu befragen und David Walgren machte dabei von der Gelegenheit Gebrauch, die irreführende Befragung bzw. deren Einzelheiten klar in Kontext zu stellen und somit der Zeugin die Möglichkeit zu bieten, dass sie die Zusammenhänge und technischen Details (was, wie, wo) klären und in den richtigen Kontext stellen konnte. Trotz der verwirrenden Befragung durch die Verteidigung muss jedoch festgehalten werden, dass Elissa Fleaks Vorgehen am 25. und 29. Juni 2009 vor Ort nicht fehlerfrei war. Unter anderem hinterliess sie Fingerabdrücke auf einer Spritze, die sie zudem entfernt hatte, bevor sie sie photographiert hatte. Zudem unterliess sie es vor Ort, von der Propofolampulle, die in einem Infusionsbeutel enthalten war, ein Foto zu machen, bevor sie die Ampulle rausnahm. Sie machte das Foto dann erst im Nachhinein und platzierte dabei die Ampulle auf dem Infusionsbeutel. Die Staatsanwaltschaft war am Ende bemüht, ihre Zeugin nochmals zu kreditieren, indem sie feststellten, dass keine Untersuchung perfekt laufe und immer einige Fehler unterliefen bzw. Korrekturen in Aussagen oder Vorgehensweisen gemacht würden. Sie habe ihre Arbeit damals nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, so die Zeugin. Wie sehr die Mängel in der Untersuchungsmethodik von Elissa Fleak am Ende ins Gewicht fallen, bleibt zu sehen. Wichtiger und entscheidender sind am Ende wohl die Resultate der toxikologischen Untersuchung der beschlagnahmten Medikamente und des medizinischen Zubehörs.

Nachdem Elissa Fleak aus dem Zeugenstand entlassen wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft, dass ein Bericht des Los Angeles Police Department betreffend Resultate aus der Fingerabdruckanalyse in Bezug auf die in Michael Jacksons Schlafzimmer aufgefundenen Medikamente und des medizinischen Zubehörs vorgelesen und von beiden Parteien als korrekt akzeptiert würde. Dem Antrag wurde stattgegeben und die Verteidigung gab ihr Einverständnis. Die Liste war, wie gestern von Elissa Fleak und Staatsanwalt Walgren aufgezeigt, lang und entsprechend war auch diese Aufzählung recht lange. Zusammenfassend sei hier festgehalten, dass gewisse Flaschen, Ampullen, Pillendosen, Spritzen und Beutel Fingerabdrücke aufzeigten, die (a) klar identifizierbar waren und zugeordnet werden konnten (inkl. einer Propofol Ampulle mit Murray Fingerabdruck); die (b) identifizierbar waren, aber keine Identifikation ermöglichten (dh. es wurde keine Übereinstimmung mit den selektierten Personen, von denen die Abdrücke genommen wurden, gefunden); die (c) keine identifizierbaren Fingerabdrücke aufweisten und somit kein Vergleich gemacht werden konnte.

Anschliessend wurde der nächste Zeuge der Staatsanwaltschaft in den Zeugenstand gerufen: Dan Anderson, Toxikologe und abteilungsleitender Kriminalist vom L.A. County gerichtsmedizinischem Institut. Vor der Mittagspause wurde er von der Staatsanwaltschaft erst einmal zu deren differenzierter Arbeitsmethodik befragt und es wurde erklärt, wie der toxikologische Bericht zu lesen ist (welche Kolonne was bedeutet und welche Messeinheiten was bedeuten etc.). Nach der Mittagspause wird mit der Befragung dieses Zeugen in Bezug auf die konkreten Resultate der umfangreichen Analyse weitergefahren.

Quellen: jackson.ch, abclocal.go.com (ab Live-Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:12

Prozess: 8. Tag -- 2. Teil

In der gestrigen Nachmittagssession wurde wie angedeutet mit der Befragung des Toxikologen und Kriminalisten Dan Anderson fortgefahren. Die toxikologische Analyse bezog sich auf Untersuchungen von Proben der folgenden Bereiche:
Blut Herz / Blut Spital / Blut Oberschenkel / Glas* / Leber / Mageninhalt / Urin / Urin (von Katheter im Schlafzimmer) / Spritze, Schläuche, Infusionsbeutel. *Bemerkung jackson.ch: Hier ist nicht klar, was damit gemeint ist (z.B. Reagenzglas, Glas aus Schlafzimmer).

Die folgenden starken rezeptpflichtigen Medikamente wurden dabei in Michael Jackson gefunden:
- Propofol (Diprivan)
- Lidocain
- Diazepam (Valium)
- Lorazepam (Ativan)
- Midazolam (Versed)
- Ephedrine

Propofol wurde in allen acht Proben von Michael Jacksons Körper und Körperflüssigkeiten sowie dem Infusionsset gefunden. Da die Verteidigung von Anfang an mit der Theorie argumentiert hat, dass Michael Jackson sich die fatale Dosis Propofol selbst zugeführt hatte, in dem er sie trank, als Dr. Murray nicht im Raum war, war es der Staatsanwaltschaft wichtig mit dem Experten zu klären, dass die Menge an Propofol, die im Mageninhalt von Michael Jackson gefunden wurde, im Vergleich zu den anderen Bereichen äusserst gering war. Der Toxikologie veranschaulichte dies den Geschworenen wie folgt: 1 Pack Zucker oder Süssstoff, wie es sie in den Restaurants gibt, wiegt 1 g, was 1000 mg entspricht. Und die Menge Propofol, die in Michael Jacksons Magen gefunden wurde, entspricht einem sehr kleinen Teil eines Milligramms (und ist somit ca. 1 Millionstel eines Gramms). Das heisst, die Menge ist sehr, sehr gering, insbesondere im Vergleich zu den im Blut und in der Leber festgestellten Mengen an Propofol. Für die einzelnen Resultate sowie die Gesamtübersicht am Ende des Berichts (zweitletzte Seite) siehe hier (leider nicht mehr vorhanden) für eine Kopie des toxikologischen Berichts. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass bei Michael Jacksons Proben keine illegalen Drogen gefunden wurden.

Im Kreuzverhör bezweckte die Verteidigung, Unterstützung für ihre Strategie, dass Michael Jackson allein, in der Abwesenheit von Murray, acht Tabletten Lorazepam und Propofol geschluckt und somit seinen Tod verursacht hatte. Die Verteidigung betonte, dass im Magen eine höhere Dosis an Lorazepam, einem Medikament, das der Beseitigung von Angst- und Beklemmungszustände dient, gefunden wurde als im Blut von Michaels Herz und Bein. Als Flanagan, Anwalt der Verteidigung, den Experten fragte, ob er finde, dass es wichtig sei, dass die Konzentration dieses Medikaments im Magen ca. viermal höher sei als im Blut, meinte Dan Anderson: "Nicht wirklich. Das bedeutet nicht unbedingt, dass [die Tabletten] oral eingenommen worden waren." Ferner wollte die Verteidigung aufzeigen, dass bei der toxikologischen Untersuchung kein Demerol in Michael Jacksons Blut gefunden wurde, weil die Verteidigung im Eröffnungsplädoyer argumentierte, dass Michael Jackson nicht schlafen konnte, da er unter Demerolentzug litt, weil er die Tage vor seinem Tod Dr. Klein nicht besucht hatte, der Michael, so die Verteidigung, in den Wochen vor seinem Tod abhängig von diesem morphiumähnlichen Schmerzmittel gemacht hatte und dies ohne Mitwissen von Dr. Murray.

Mit der Befragung von Dan Anderson wird heute Vormittag fortgefahren. Für beide Parteien ist der toxikologische Bericht und die daraus folgenden Aussagen von grösster Wichtigkeit für ihre Gesamtstrategie.

Quellen: jackson.ch, abclocal.go.com (ab Live-Stream), cnn.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:14

Prozess: 9. Tag -- Zeugen der Anklage

Den Anfang dieses neunten Verhandlungstags machte das Kreuzverhör des toxikologischen Experten Dan Anderson (siehe gestern) durch die Verteidigung. Michael Flanagan fokussierte sich beim Kreuzverhör erwartungsgemäss auf die Analyse des Mageninhalts und wie Lorazepam in Urin und Blut reagiert und in welcher Wechselwirkung und welchem Ausmass; Fragen, die gemäss des Zeugen in das Gebiet eines Pharmakologen gehörten und die er nicht beantworten könne. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Ende bei jeder Frage Einspruch, dem auch stattgegeben wurde, da einige der Fragen nicht dazu dienten, neue Fakten zu etablieren, sondern rein dazu, sich mit dem Zeugen anzulegen, während andere Fragen nicht in das Fachgebiet des Zeugen gehörten. Flanagan machte mit derartigen Fragen weiter, die Staatsanwaltschaft erhob Einspruch, dem stattgegeben wurden und nach einer Weile sagte Richter Pastor dem Verteidiger, er müsse das Thema wechseln. Flanagan hatte daraufhin keine weiteren Fragen mehr.

Anschliessend rief die Staatsanwaltschaft Elissa Fleak vom gerichtsmedizinischen Institut nochmals in den Zeugenstand (siehe 7. und 8. Prozesstag). Hier ging es darum, dass die Staatsanwaltschaft mit der Zeugin nochmals in klarer, strukturierter Weise Fotos (vom 25. und 26. Juni 2006 in der Nähe vom und im Master Bathroom von Michael Jackson -- nicht dem Tatort) dokumentieren konnte, mit denen die Verteidigung an den Vortagen die Zeugin verwirrt hatte bzw. darauf abgezielt hatte, sie als inkompetent darzustellen. Die Verteidigung hatte anschliessend nochmals Gelegenheit zum Kreuzverhör und verfolgte dabei wieder das gleiche Ziel, wie die beiden Tage zuvor. So zeigte Ed Chernoff u.a. Fotos von einer Brüstung im Master Bathroom von Michael Jackson neben der Badewanne, auf dem einmal Tablettendosen zu sehen sind, auf einem anderen aber nicht. Elissa Fleak machte nochmals klar, dass sie das Master Bathroom nicht untersucht und auch diese Fotos nicht gemacht hatte und am 25. Juni sich dort nur kurz umgeschaut hatte, bevor sie das Schlafzimmer untersuchte, in dem Michael gestorben war.

Als nächstes wurde Scott Smith, ein Detective des Los Angeles Police Department (LAPD), in den Zeugenstand gerufen. Er wurde am 25. Juni 2009 um 15:30 Uhr von seinem Vorgesetzten über den Tod von Michael Jackson in Kenntnis gesetzt und wurde daraufhin beordert, zum UCLA Medical Center in die Notaufnahme zu gehen. Conrad Murray hatte er dort nicht persönlich gesehen, nur auf Überwachungskameras als dieser die Notaufnahme kurz nach halb fünf verlassen hatte. Vor Ort hatte er nur kurz mit zwei Bodyguards von Michael Jackson gesprochen, bevor er zu Michael Jacksons Haus an der North Carolwood fuhr. Zu diesem Zeitpunkt war es noch immer eine Todesuntersuchung (keine Morduntersuchung). Entsprechend war das gerichtsmedizinische Institut hauptverantwortlich für die Untersuchung vor Ort, nicht das LAPD. Dessen Funktion war es, das gerichtsmedizinische Institut, insbesondere Elissa Fleak, zu unterstützen. Detective Smith sagte auch, dass das LAPD ihren eigenen Fotographen vor Ort hatte und dass sich das LAPD bei ihrer Untersuchung auf das Master Bedroom, einschliesslich dem Master Bathroom, konzentriert hatten. Detective Smith berichtete ebenfalls, dass nachdem die offiziellen Stellen am Abend des 25. Juni das Haus von Michael Jackson verlassen hatten, sie die Sicherung und Sicherheit auf Anfrage der Jackson Familie dem privaten Sicherheitsdienst im Haus übergeben hatten. Diese Frage und Aussage diente dazu, eine frühere Andeutung von Ed Chernoff gegenüber Elissa Fleak zu berichtigen, der sie beschuldigte, dass sie das Haus nicht gesichert hatte und deshalb Sachen mehr da oder anders platziert waren.

Detective Smith berichtete dann weiter, dass er auch bei der Autopsie von Michael Jackson am 26. Juni anwesend war und danach noch immer keine klare Todesursache feststand. Die toxikologische Analyse war noch pendent. Nach der Autopsie ging Detective Smith zu Michael Jacksons Haus zurück, um den leitenden Gerichtsmediziner Ed Winter zu unterstützen (Elissa Fleak war am 25. und 29. Juni vor Ort). Unter anderem wurden ihm dabei verschiedene leere Tablettendosen, die Ed Winter im Master Bathroom gefunden hatte bzw. die die Jackson Familie den Untersuchenden übergeben hatte (so ein Necessaire u.a. mit altem, vertrocknetem Marihuana und leeren Tablettendose) zum Fotographieren und Inventarisieren gegeben. Hierbei handelte es sich um weitere Beruhigungsmittel, die z.T. Conrad Murray, z.T. Arnold Klein an Michael Jackson bzw. an einen seiner Aliasse verschrieben hatte. Wie die Staatsanwaltschaft mit Hilfe von Fotos und Erklärung durch Detective Smith erläuterte, waren es diese leeren Tablettendosen, die Ed Chernoff auf seinen Fotos an Elissa Fleak vom Master Bathroom gezeigt und sie dazu befragt und ihr Vorgehen und Erinnerungsvermögen hinterfragt hatte. Die Tabletten wurden zwecks dem Fotos auf der Brüstung neben der Badewanne positioniert. Deshalb waren sie auf einigen Fotos drauf, auf anderen nicht.

Als nächstes ging es um das Treffen vom 27. Juni zwischen Detectives Smith und Martinez vom LAPD und Conrad Murray mit seinen beiden Anwälten (u.a. Ed Chernoff) im Ritz Carlton (der Ort wurde von Murrays Anwälten vorgeschlagen). Dazu sei nochmals zu bemerken, dass zu diesem Zeitpunkt die toxikologischen Berichte noch nicht vorlagen und es dem LAPD darum ging, mehr Informationen von Michael Jacksons Leibarzt zu erfahren, die bei der Ermittlung der Todesursache helfen könnte. Es folgte nun die mit grossen Interesse erwartete Aufnahme dieses zweistündigen Interviews. Die ersten 15 Minuten davon wurden abgespielt. Dann wurde für die Mittagspause unterbrochen. Der Rest der Aufnahme wird nach dem Mittag, um 22:30 Uhr Schweizer Zeit, abgespielt. Zwei Informationen aus den ersten 15 Minuten scheinen von Interesse: Als die Detectives Dr. Murray fragten, ob er wisse, ob Michael Jackson auch noch von anderen Ärzten behandelt wurde, sagte er nein. Ferner klärte er, dass er von Michael Jackson direkt angestellt wurde, aber von AEG bezahlt wäre. Wir dürfen auf den restlichen Teil des Interviews gespannt sein.

In der Nachmittagssession wurde die Aufzeichnung des LAPD Interviews mit Conrad Murray weiter abgespielt. Richter Pastor entliess die Geschworenen kurz nach Mitternacht Schweizer Zeit (15 Uhr Ortszeit) ins Wochenende. Die Aufnahme ist noch nicht (ganz) fertig abgespielt. Der Montag ist in den USA ein Feiertag und der Prozess wird somit am Dienstag, 17:45 Uhr Schweizer Zeit (8:45 Uhr Ortszeit), fortgesetzt. Es ist zu erwarten, dass dann die Aufnahme zu Ende gespielt wird und Detective Smith von beiden Parteien befragt wird.

Quellen: jackson.ch, tmz.com (ab Live-Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:15

Prozess: 9. Tag -- die Befragung von Murray

Hier unsere detaillierte Niederschrift der Befragung der LAPD von Conrad Murray: Befragung von Murray (http://www.jackson.ch/html/befragung_murray.html)

Conrad Murray war üblicherweise sechs Tage pro Woche bei Michael zu Hause; am Sonntag hatte er jeweils frei. Nachdem die Proben nach Mitternacht, am 25. Juni, beendet waren, wurde Murray gebeten, zu Michaels Haus zu kommen. Er war da, bevor Michael ankam. Nach der Dusche und nachdem er ihn mit (Aufhellungs-)Creme eingerieben und Michael sich hingelegt hatte, hatte er Probleme einzuschlafen. Murray verabreichte ihm zuerst Beruhingsmittel. Er berichtete dann den Detectives gegenüber, welche Medikamente er über die nächsten Stunden verabreicht hatte und in welchen Dosierungen. Propofol wurde erst am Vormittag ein Thema, nachdem immer noch nichts gewirkt hatte und Michael immer noch hellwach war. Er sagte immer wieder, er müsse unbedingt schlafen, sonst könne er nicht auf die Tour gehen und man müsse die Tour absagen/verschieben.

Quelle: jackson.ch


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:16

Prozess vertagt

Der Prozess gegen Dr. Conrad Murray wird erst am Mittwoch weiter gehen. Nachdem wegen eines Todesfalls in der Familie von Zeuge Dr Steven Shafer, die Befragung am Montag abgesagt worden war, strich Richter Pastor nun auch die Anhörung am Dienstag. Grund: Damit die Verteidigung mehr Zeit hat, die neusten, von der Anklage dargelegten Untersuchungen in Zusammenhang mit der Menge des Beruhigungsmittels Lorazepam in Michaels Körper, zu analysieren. Murray`s Verteidiger haben darauf hingewiesen, dass die Auswirkung von Lorazapam bisher ignoriert wurde. Ihren Untersuchungen zufolge habe Michael acht Pillen vor seinem Tod genommen.

Quelle: jackson.ch, jamaica-gleaner.com, AP

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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:17

Prozess: 13. Tag - Zeugen der Anklage

Am Mittwoch wurde die Befragung von Propofol-Experte Dr. Steven Shafer fortgesetzt. Er sagte aus, dass Conrad Murray 17 Unterlassungen begangen habe, von denen jede Michael Jacksons Leben einem Risiko ausgesetzt habe. Zuvor wurde der Jury die Wirkung von Popofol und die korrekte Anwendung detailliert erläutert. “Ich werde täglich im Operationsraum gefragt, 'Wirst du mir das Medikament verabreichen, das Michael Jackson tötete?'”, sagte Shafer. “Das ist eine Angst, die die Patienten nicht haben müssen.”
Shafer sagte, dass sich Murray mehr wir ein Angestellter als ein Arzt verhielt, der seinem Boss nicht nein sagt. “Ja zu sagen ist nicht, was Doktoren machen. Ein kompetenter Doktor würde wissen, dies nicht zu tun.” Murray habe seine eigenen Interessen stärker gewichtet als die des King of Pop. Dr. Steven Shafer, der die Gebrauchsanweisungen, die jeder Propofol-Ampulle beiliegen, mitgeschrieben hat, bezeichnete Murrays Aktionen wiederholt als skrupellos, unmoralisch und illegal. Dr. Shafer reist häufig, um die Wirkung von Propofol zu erforschen und erzählte von der Teilname an Anästhesie-Konferenzen in China, Forschung in Kanada, und von Hieroglyphen aus dem alten Ägypten, die zeigen wie Doktoren mit ihren Patienten interagieren. Murrays Fall jedoch sei anders, als alles, das er bisher gesehen habe, so Shafer.

“Wir sind hier in einem pharmakologischen Niemandsland, etwas das Michael Jackson angetan wurde und niemandem sonst in der Geschichte meines Wissens nach”, sagt Dr. Steven Shafer. Das Fehlen von medizinischen Protokollen sei zudem eine Verletzung von Michael Jacksons Rechten. “Er hat ein Recht zu wissen, was mit ihm gemacht wurde. Ohne Behandlungsunterlagen wurde der Familie dieses Recht vorenthalten.” Am gestrigen Gerichtstag waren Katherine und Joseph Jackson anwesend, ebenso die Geschwister Rebbie und Randy Jackson.

Heute wird Dr. Shafer von Murrays Verteidiger ins Kreuzverhör genommen. Dann wird die Verteidigung ihre Zeugen präsentieren. Darunter wird voraussichtlich auch Dr. David Adams sein. Im vor Gericht abgespielten LAPD Interview mit Murray vom 27. Juni 2009, sagte Conrad Murray, dass Adams Michael Jackson 4 mal während zahnärztlichen Behandlungen Propofol verabreicht hatte. Murray sagte ausserdem, dass Michael Jackson auch David Adams angefragt habe, sein Doktor während der This Is It Tour zu sein. Adams habe dafür zwischen US Dollar 1.2 und 1.3 Millionen verlangt.

Quelle: jackson.ch, cbsnews.com, tmz.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:18

Prozess: 14. Tag - Zeugen der Anklage

Dr. Steven Shafer fuhr am Donnerstag damit fort, verschiedene mögliche und unmögliche Szenarien darzulegen. Dabei entkräftigte Shafer Behauptungen von Murrays Verteidigung und bezweifelte Aussagen, die Murray gegenüber der Polizei gemacht hatte. Gestützt auf den Autopsiebericht und die an den verschiedenen Körperstellen festgestellten Medikamenten-Mengen, rekonstruierte Dr. Steven Shafer mit Hilfe von Computertechniken und Diagrammen, folgendes Szenario: Michael Jackson starb, weil Dr. Murray nicht bemerkte, dass Michael aufhörte zu atmen, während er eine Propofol-Infusion im linken Bein hatte. Der Doktor hätte ungefähr um 11:45 a.m des 25. Juni bemerken müssen, dass Michael nicht mehr atmete.

“Wenn du da bist, siehst du es, du weisst es”, sagt Shafer. Telefonaufzeichnungen und Zeugenaussagen zeigten, dass Murray zu der Zeit am Telefon war. Wäre er aber bei seinem Patient gewesen, hätte er die verlangsamte Atmung bemerkt und problemlos die Infusion zudrehen können, so Dr. Shafer. Murray hätte dann leicht Michaels Atemwege freilegen und seine Atmung wiederherstellen können, indem er das Kinn anhob. Dr. Shafer demonstrierte seine Theorie vor der Jury, in dem er eine Ampulle an einen IV-Ständer hängte und die Szene nachspielte. Conrad Murray, der sich bisher meist emotionslos zeigte, schien dies besonders aufzuwühlen. “Dies ist das einzige Szenario, das ich errechnen kann”, das die hohe Menge Propofol erzeugen kann, die während der Autopsie in Michaels Blut gefunden wurde, sagte Dr. Shafer. “Dies passt zu allen Messwerten in diesem Fall, und ich weiss von keinen Angaben, die mit dieser Erklärung nicht übereinstimmen.”

Shafer erläuterte auch andere Szenarien und erklärte, wieso diese nicht möglich seien. Murray sagte gegenüber der Polizei, dass er in den vorigen Nächten eine Infusion zur Porpofol Verabreichung benutzt hatte, am 25. Juni jedoch Michael Jackson etwa um 10:40 a.m. mit einer einzigen Injektion in Schlaf versetze. Murrays Verteidigung mutmasst, dass Jackson danach aufgewacht sei und eine Spritze benutzte, um sich selbst Propofol zu injizieren. Dr. Steven Shafer sagt, dass diese Theorie keinen Sinn mache, da Leute nicht einfach aufwachen und sich fest entschlossen eine nächste Dosis mit einer Spritze verabreichen. Michael musste von den vielen zuvor verabreichten Medikamenten extrem angeschlagen gewesen sein, so Shafer. Er sagte auch, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass sich Michael Jackson selbst eine Spritze setzte, weil dessen Venen zu verdorben waren und die Prozedur extrem schmerzvoll gewesen wäre. Zeugen hatten ausgesagt, dass Michael wusste, dass Propofol mit Lidocaine intravenös verabreicht werden muss, um ein brennen in den Venen zu verhindern.
Die Verteidigung behauptet auch, dass Michael acht Lorazepam Tabletten schluckte. Sie stützten sich dabei auf die nachgewiesenen Lorazepam Mengen im Magen. Dr. Shafer revidierte die Behauptung, ein neuer Test habe gezeigt, dass nur “1/43 einer Tablette” des Beruhigungsmittels im Magen war. Die Lorazepam Menge in Michaels Blut war weit höher, als man die erwarten würde, wenn man sich auf Murrays Aussagen gegenüber den Detektiven stützt, sagte Shafer. Murray sagte, er habe Michael total 4 Milligramm Lorazepam in zwei separaten Dosierungen verabreicht. Das erste mal 10 Stunden vor seinem Tod. Shafer sagt, dass die toxikologischen Resultate darauf hindeuten, dass Michael Jackson 40 Milligramm in 10 Dosierungen intravenös verabreicht wurden. Also zehn mal mehr als Murray behauptete.

Shafer ging auch auf die Möglichkeit ein, dass Michael Jackson Propofol getrunken habe. Die Leber sei eine “gewaltige Einrichtung”, die das Popofol so gefiltert hätte, dass nur ein geringer Prozentanteil das Blut erreicht. Shafer zitierte verschiedene Studien an Ratten, Mäusen, Schweinen, Hünden, Affen und Menschen in Chile, die belegt hätten, dass Propofol trinken keine Wirkung hat.

Am Freitag Nachmittag wird Dr. Steven Shafer von Murrays Verteidigung ins Kreuzverhör genommen. Wie diese ankündigte, wir das Kreuzverhör nicht wie bisher Michael Flanagan führen, der Erfahrenste von Murrays Anwälten in medizinischen Angelegenheiten. Das Kreuzverhör wird Murrays Haupt-Anwalt Ed Chernoff führen.

Quelle: jackson.ch, cnn.com, washingtonpost.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:19

Prozess 15. Tag - Zeugen der Anklage

Im Kreuzverhör von Murray Verteidiger Ed Chernoff, versuchte dieser die Theorien von Propofol Experte Dr. Steven Shafer zu untergraben. Chernoff fragte Shafer, ob er den Unterschied einer Meinung und einer Tatsache kenne. Die Behauptung, dass sich Michael weder mit Lorazepam noch mit Propofol hätte selbst umbringen können, bezeichnete Chernoff als ein “gewagtes Statement, ist es das nicht?”. Shafer antwortete: “Ich denke das ist, was passiert ist.”
Chernoff bezweifelte Shafers Simulierung, die ergab, dass Michael Jackson 10 Dosen Lorazepam intravenös verabreicht bekam. Gemäss Shafers Berechnung wurde die erste Dosierung etwa um Mitternacht des 24. Juni verabreicht. Chernoff machte darauf aufmerksam, dass Michael Jackson erst etwa um 1 a.m. von den Proben nach Hause kam. Chernoff kritisierte auch Dr. Shafers Demonstration, wie Murray seinem Patient das Propofol verabreicht haben könnte. Shafer habe dabei nicht die gleichen Gegenstände, die in Michael Jacksons Schlafzimmer gefunden wurden, verwendet. Und dass der gezeigte Infusionsschlauch nicht gefunden wurde. Shafer konterte, dass er die Grösse der Gegenstände nicht relevant fände, und dass Murray den Infusionsschlauch problemlos in seine Jackentasche hätte stecken können, bevor er das Schlafzimmer verliess. Chernoff fragte Shafer auch über seine Beziehung mit Dr. Paul White (der Propofol Experte der Verteidigung). Ob es wahr sei, dass er Dr. Paul White für einen Excellence In Research Award nominiert habe. Shafer bejahte.

In einer Pause fragte Richter Michael Pastor den Propofol Experten der Verteidigung, Dr. Paul White, der auch im Gericht anwesend war, ob es wahr sei, dass er gegenüber einem Reporter von E! News während einer Gerichtspause am Donnerstag über Staatsanwalt David Walgren sagte: “Was für ein Mistkerl.” White bestritt dies, anerkannte aber andere Statements, die in dem online-Artikel vorkamen. “Ich war sein Lehrer als er ein Medizin-Student war. Die Wahrheit wird herauskommen. Wie immer”, sagte White dem Reporter. Richter Michael Pastor wies in der Folge erneut darauf hin, dass mit niemandem über den Fall gesprochen und keine Infos ins Internet gestellt werden dürfen. Da Dr. White dagegen verstossen hatte, muss er am 16. November vor Gericht erscheinen hinsichtlich einer möglichen Sanktion.
Am Donnerstag kritisierte Dr. Steven Shafer vor Gericht einen Report von Dr. Paul White für die Verteidigung, in dem er schrieb, dass es möglich sei, dass Michael Jackson Propofol getrunken habe. Shafer sagte im Gerichtsaal, dass er über den Bericht seines langjährigen Freundes und Fachkollege enttäuscht sei, da bereits Medizinstudenten im ersten Jahr erste Prinzipien lernen, die folgern lassen, dass Propofol zu trinken keine Wirkung haben kann. Shafer erwähnte dazu Studien. Auch die Verteidigung prüfte die Theorie vom Propofol trinken und kam zum gleichen Resultat, worauf sie die Behauptung, Jackson habe Propofol getrunken, fallen liessen.

Quelle: jackson.ch, usatoday.com, cnn.com, tmz.com


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