Prozessdetails

Berichte, News und Anmerkungen zu Murray

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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:19

Prozess: 16. Tag – die Staatsanwaltschaft ruht; Zeugen der Verteidigung

Die neue Woche im Strafprozess gegen Conrad Murray begann mit dem letzten Teil des Kreuzverhörs von Dr. Shafer durch die Verteidigung. Dabei konzentrierte sich Chernoff nochmals auf den Infusionsschlauch, der bei der Haussuchung nicht gefunden wurde, und auf Dr. Shafers Erfahrung in Sachen Medikamentenabhängigkeit. Dr. Shafer sagte, dass er oft Patienten habe, die verschiedene Formen von Abhängigkeiten aufweisen, er jedoch kein Experte in dem Gebiet sei. Nach Dr. Shafer, ihrem 33. und letzten Zeugen, ruhte die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung rief ihre ersten Zeugen in den Zeugenstand. Die ersten Zeugenbefragungen waren kurz: Alexander Supall, ein LAPD Überwachungsspezialist, sagte aus, dass sie damals nur die Aufnahmen, als Michael Jackson am 25. Juni von den Proben nach Hause kam sowie Aufnahmen von der Ankunft von Dr. Murray, gesichert hatten. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf ein Kreuzverhör. Als nächstes wurde LAPD Detective Dan Myers dazu befragt, was Aberto Alvarez bei welchem Interview ausgesagt hatte und wann er die Zeichnungen des Infusionsbeutel gemacht hatte. Auch hier verzichtete Walgren auf das Kreuzverhör. Als drittes wurde Detective Orlando Martinez (der auch beim Murray Interview anwesend war) in den Zeugenstand gerufen. Auch er wurde zum Interview mit Alberto Alvarez befragt. Er bestätigte, dass Alvarez beim ersten Interview nicht erwähnt hatte, dass er Sachen für Conrad Murray aus dem Weg geräumt hatte. Martinez sagte auch, dass es sein Entscheid war, dass am 25. Juni nur die Aufnahmen von Michael Jacksons und Conrad Murrays Ankunft runtergeladen und gesichert wurden. Martinez wurde auch zum Meeting mit Alvarez und Walgren im Büro der Staatsanwaltschaft im April 2011 befragt, zu dem der Detective die Propofolflasche, den Infusionsbeutel und den Pulsoxymeter, die am Tatort gesichert worden waren, mitbrachte. Im Kreuzverhör der Staatsanwaltschaft bestätigte Martinez, dass Alvarez im April 2011 ausgesagt habe, dass er die Propofolflasche am 25. Juni 2009 im Infusionsbeutel drin gesehen habe.

Anschliessend rief die Verteidigung Dr. Allan Metzger in den Zeugenstand. Dr. Metzger hatte Michael Jackson über 15 Jahre (sowie auch Michael Jacksons Kinder) immer wieder behandelt. Gründe waren allgemeine Gesundheitsprobleme, Schlafprobleme, Hautprobleme und Rückenschmerzen. Chernoff konzentrierte sich bei der Befragung auf das Osterwochenende von 2009. Am 18. April 2009 bat Michael Jackson Dr. Metzger zu sich. Michael berichtete vom Stress bei den Proben und dass er Angst habe, weil er eine gute Leistung abgeben wollte, er aber auch sehr aufgeregt war. Gemäss seinen medizinischen Unterlagen sprachen sie an dem Tag u.a. über das Problem der Dehydrierung vor und nach den Proben. Dr. Metzger, der Michael Jackson auch schon auf früheren Touren begleitet hatte, kannte Michaels Schlafprobleme, v.a. nach den Shows. Am 18. April fragte Michael Jackson Dr. Metzger zu intravenösen Schlafmitteln, wobei Metzger nicht wusste, was er damit genau meinte (der Name Propofol fiel nie; Michael sagte nur “juice”), weil orale Medikamente ihm nicht (mehr) halfen. Dr. Metzger hatte ihm jeweils verschiedene Schlafmittel verordnet gehabt, die gemäss Anweisung nicht miteinander verwendet werden durften. Dr. Metzger betonte, dass er in den 15 Jahre, in denen er Michael Jackson behandelt hatte, ihm nie intravenös Medikamente verabreicht hatte. Im Kreuzverhör durch Staatsanwalt Walgren stellte Dr. Metzger klar, dass er Michael Jackson gegenüber erklärt habe, dass die Verabreichung von intravenösen Schlaf-/Beruhigungsmitteln gefährlich sei und niemals ausserhalb eines Spitals erfolgen sollte. Insbesondere gab Dr. Metzger Michael Jackson nie Propofol und stellte klar, dass ihn kein noch so grosser Geldbetrag hätte überzeugen können, Michael Jackson in dessen Haus Propofol zu verabreichen. Die Aussagen von Dr. Metzger halfen der Staatsanwaltschaft mehr als der Verteidigung. Der Schuss ging definitiv nach hinten los.

Als letze Zeugin des Tages rief Ed Chernoff Cherilyn Lee in den Zeugenstand. Cherilyn Lee ist eine Krankenschwester, die sich auf die natürliche Behandlung von Patienten spezialisiert hat. Nachdem sie Michaels Kinder im Januar 2009 wegen Erkältung behandelt hatte, kam Michael Jackson auch auf sie zu, um ihm dabei zu helfen, fit zu sein für die bevorstehenden Proben. Nach einer gründlichen Untersuchung und der Feststellung, dass Michael Jackson ein “sehr gesunder Mann” sei, fing sie an, ihn mit verschiedenen Vitamin- und Aminosäurencocktails (als Getränk, Vitaminspritzen sowie Vitamin C / Magnesium / Calcium-Infusionen zum Einschlafen) zu behandeln, woraufhin er sich rasch fitter fühlte. Michael sagte ihr auch, dass er oft müde sei und Probleme habe einzuschlafen. Er sagte zu ihr: “Was immer sie möchten, dass ich ernährungsmässig machen kann, sagen sie's mir, denn ich will mich energiegeladen fühlen und ich will gesund bleiben.” Als sie ihn das erste Mal sah, trank er ein Red Bull und sie sagte ihm, dass es wichtig sei, keine koffeinhaltigen Getränke zu sich zu nehmen. Sie zeigte ihm verschiedene Kräutertees, die ihm beim Einschlafen helfen können. Am 19. April, einen Tag nach Dr. Metzgers Besuch, sagte Michael ihr dann, dass diese natürlichen Schlafmittel nichts nützen. Sie schlug ihm dann vor, dass man bei ihm eine Schlafstudie machen könnte, seinen Testosteronspiegel messen und einen Aminosäurentest machen könnte, woraufhin Michael Jackson sagte, dass er dafür keine Zeit habe. Michael schlug vor, dass sie hier bei ihm bleiben und ihm dabei zuschauen könne, wie schlecht er schlafe. Nachdem sie ihm Tee gemacht und einige Vitaminpräparate verabreicht hatte (inkl. einer niedrig dosierten Vitamin C-Infusion) beobachtet sie ihn. Er schlief rasch ein, schlief ruhig, wachte aber nach fünf Stunden, um 3 Uhr morgens auf. Um 4:12 Uhr in jener Nacht erwähnte Michael ihr gegenüber ein Schlafmittel (vermutlich Propofol). Hier wurde die Befragung unterbrochen. Chernoff wird heute um 18 Uhr Schweizer Zeit (9 Uhr Ortszeit) mit seiner Befragung der Zeugin weiterfahren.

Es sei hier noch kurz erwähnt, dass sowohl Dr. Metzger als auch Cherilyn Lee ihre medinzinischen Unterlagen (die detaillierte Krankengeschichte) von Michael Jackson dabei hatten und somit alle Daten, Behandlungen (inkl. Dosierung) nachschauen konnten. Es wurde ja von allen medizinischen Experten der Staatsanwaltschaft (inkl. den Notfallärzten) immer wieder aufs Schärfste kritisiert, dass Conrad Murray seiner Pflicht, (detaillierte) medical records betreffend seine Behandlung von Michael Jackson zu führen, nicht nachgekommen sei.

Quellen: jackson.ch, cnn.com, abclocal.go.com (ab Live Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:20

17. Prozesstag – Zeugen der Verteidigung (1. Teil)

Ed Chernoff setzte heute die Befragung der Krankenschwester Cherilyn Lee fort. Michael Jackson hatte ihr gegenüber Dipravan (Propofol) im Laufe des Tages vom 19. April 2009 erwähnt gehabt (als das einzige Medikament, das sein Schlafproblem lösen könne). Da sie bis dahin nie etwas von Dipravan gehört hatte, rief sie einen Arzt an und lernte dabei, dass es ein Narkosemittel sei, das bei Operationen und auf Intensivstationen verwendet wird. Sie verifizierte bei ihm, dass dieses Medikament also nie in einem privaten Setting verabreicht wird und der Arzt sagte: “Absolut nicht.” Sie teilte anschliessend Michael mit, was sie erfahren hatte und dieser sagte ihr, dass Ärzte ihm gesagt hatten, es sei sicher; er müsse während dem Schlafen lediglich überwacht werden. Ms. Lee sagte auch, dass Michael erwähnte, dass er Propofol bis zu diesem Zeitpunkt nur bei Operationen verabreicht erhalten hatte. Nachdem Michael in den frühen Morgenstunden des 20. April aufgewacht war, bat er Ms. Lee, jemanden zu holen, der ihm Propofol verabreichen könnte. Er war aufgebracht und sagte ihr, dass der kurze Schlaf nun seine ganze Performance an dem Tag vermasselt habe. Er umarmte sie dann und sie ging nach Hause. Michael rief sie darauf hin nicht mehr an und sie kehrte nicht mehr zu Michaels Haus zurück. Am 21. Juni 2009 rief Fahim Mohamed Ms. Lee im Auftrag von Michael Jackson an. Michael wollte sie sehen. Ms Lee konnte hören, wie Michael im Hintergrund zu Fahim sagte: “Sag ihr, dass eine Hälfte meines Körpers heiss ist und die andere Hälfte kalt.” Sie sagte Fahim, er solle Michael ins Krankenhaus bringen. Staatsanwalt Walgren klärte in seinem Kreuzverhör die Sachlage und den genauen Ablauf, die nicht in Widerspruch zu Chernoffs Fragen standen, nochmals klar und strukturiert auf. Unter anderem klärte er auch mit Ms. Lee, dass sie, nachdem sie mit dem Arzt über die Verwendung von Propofol gesprochen hatte und dies Michael mitgeteilt hatte, in ihr Büro ging und dort im Referenzbuch der Ärzte über die Eigenschaften und Nebenwirkungen von Propofol nachlas. Als Ms. Lee am Abend zu Michael Jackson zurück ging, zeigte sie ihm die verschiedenen Nebenwirkungen nochmals genau auf. Unter anderem sind dies: Frösteln, Zittern, Schwindelanfälle und Gedächtnisverlust. Sie fragte ihn: “Was, wenn sie ihre Songtexte vergessen”, woraufhin er antwortete, dass er seine Texte nie vergesse. Sie sagte ihm dann, dass sie verstehe, dass er die Nacht ruhig durchschlafen möchte, aber was, wenn er nicht mehr aufwache? “Ich werde aufwachen und mich wohl fühlen, solange mich ein Arzt überwacht während ich schlafe”, so Michael. Bei diesen Worten fing Ms. Lee im Zeugenstand an zu weinen. (Sie hatte Michaels genauen Worte übrigens damals in der Akte vermerkt.) Als Walgren Ms. Lee fragte, ob sie jemals in Betracht gezogen hätte, Michael Propfol zu verabreichen, sagte sie, dass sie das nie für ihn gemacht hätte, weil sie wusste, dass man es in einem Home-setting nicht machen sollte. Staatsanwalt Walgren strich auch heraus, dass Ms. Lee in ihrem Interview mit der LAPD im Juli 2009 erwähnt hatte, dass sie Michael gegenüber gesagt hatte: “Niemand, der sie gern hat, würde ihnen Propofol geben.” Die Zeugin war sichtlich mitgenommen. Als sie um 9 Uhr in den Zeugenstand trat, war ihr zuerst so schlecht, dass sie das Angebot von Richter Pastor annahm, sich kurz in einem ruhigen Raum etwas hinzulegen.

Als nächstes trat Amir Ruben, Spitalmanager des UCLA im Juni 2009, in den Zeugenstand. Unter anderem befragte ihn Chernoff betreffend die Pressemitteilung am 25. Juni 2009, die von Jermaine Jackson verlesen wurde. Dabei bestätigte er, dass Conrad Murray den Entwurf des Presseteams von AEG insofern angepasst habe, dass die Todesursache Michaels nicht bekannt sei. Amir Ruben bestätigte auch, dass Conrad Murray aufgebracht schien. Staatsanwalt Walgren klärte dann mit dem Zeugen, dass es Dr. Cooper von der Notaufnahme war, die Michael Jacksons Mutter über den Tod ihres Sohnes in Kenntnis setzte. Amir Ruben stand ausserhalb des Raums, in den Dr. Cooper Katherine Jackson geführt hatte, aber er hörte dort die Schreie des qualvollen Schmerzes einer Mutter, die ihr Kind verloren hatte.

Dritter Zeuge des heutigen Tages ist Brandon (Randy) Phillips, Präsident und CEO von AEG Live, einer Tochtergesellschaft von AEG (Anschutz Entertainment Group). Die Befragung durch Ed Chernoff liegt noch in ihren Anfängen und wird nach der Mittagspause um 22 Uhr Schweizer Zeit (13 Uhr Ortszeit) fortgesetzt.

Quellen: jackson.ch, tmz.com (ab Live Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:21

17. Prozesstag (2. Teil) - Hintergründe rund um die This Is It Konzerte

Nach der Mittagspause fuhr Ed Chernoff gestern mit der Befragung von AEG Live Präsident Randy Phillips fort. Dabei wurden auch Aspekte rund um die Organisation der This Is It Tour bekannt. U.a. erzählte Phillips, dass ihn Tom Barrack von Colony Capital LLC (welche im Mai 2008 das notleidende Darlehen von Fortress Investment für die Neverland Ranch übernommen hatten) Ende August kontaktiert hatte. Tom Barrack kannte Phil Anschutz (AEG). In einem Meeting einen Tag nach diesem Telefonat sprach man über die Konzerte, woraufhin Phillips Dr. Tohme, Michaels damaligen Manager, kontaktierte. Dr. Tohme sagte Phillips gegenüber, dass Michael seine Karriere wieder in Gang setzen will. Bei einem Meeting ein Jahr zuvor hatte Michael gegenüber AEG Live noch geäussert, dass er nicht bereit dafür sei. Das erste Meeting von Randy Phillips mit Michael Jackson war im September 2008. AEGs Konzept und Idee für die Konzerttour war, diese als residential Tour in London zu starten und so zu vermeiden, alle paar Tage wieder an einen anderen Ort zu reisen. Dies stellte die erste Phase eines mehrjährigen Plans dar. Phillips berichtete, das Michael offen und bereit sowie motiviert war für diese Idee. In den Meetings, die Phillips mit Michael hatte, ging es jeweils nur um kreative Angelegenheiten (die monetäre Seite wurde separat verhandelt). Ende Oktober 2008 erzählte Michael Randy Phillips, dass sein Motiv für die Konzerte war, dass seine Kinder endlich sesshaft werden könnten. Bis anhin, so Michael, mussten sie wie Zigeuner leben. Es war sehr emotional und beiden, Michael und Randy Phillips kamen dabei die Tränen.

Der Vertrag, der am 26. Januar 2009 abgeschlossen wurde, lautete auf 31 Konzerte, da Michael 10 Konzerte mehr als Prince in der O2 Arena geben wollte, um dessen Rekord klar zu brechen. Als Chernoff Phillips darauf ansprach, dass die erste Werbung nur für 10 Shows lautete (im Anschluss an die Pressekonferenz vom 5. März), erklärte Phillips, dass ein Verantstalter nie für alle Konzerte Werbung machen würde. Die Verkaufszahlen nach der Pressekonferenz waren "fabulous"; sie hatten noch nie so einen Ansturm auf Tickets erlebt. Da sie bei dem grossen Andrang keine Tickets mehr für die Öffentlichkeit gehabt hätten (alle waren schon durch Pre-Registration vergeben), rief Paul Gongaware (Co-CEO von AEG Live) Dr. Tohme an, ob sie mehr Konzerte machen könnten und wenig später rief Michael Jackson Randy Phillips zurück. Michael sagte zu, unter den folgenden Bedingungen: (1) nicht mehr als 50 Konzerte; (2) er wollte einen Landsitz ausserhalb Londons; (3) bei der 50. Show sollten Vertreter vom Guiness Book of World Records anwesend sein, weil Michael wusste, dass das kein anderer Künstler je übertreffen würde. Im März 2009 fanden verschieden Produktionsmeetings statt. U.a. schlug Michael dabei vor, dass Kenny Ortega Regie führen sollte. Im April wurden noch weitere Schlüsselpersonen eingestellt und die Auditions für die Tänzer gehalten.

Ende Mai wurde Randy Phillips von Paul Gongaware darauf angesprochen, dass Michael seinen eigenen Leibarzt will, der ihn rund um die Uhr betreuen soll. Gongaware äusserte Bedenken, dass dies AEG sehr teuer komme und dass Randy Phillips Michael Jackson vorschlagen solle, dass Michael einen Arzt vor Ort in London zur Verfügung gestellt würde, der für ihn da wäre, wann immer Michael dies wünsche. Michael sagte jedoch, dass er schon einen Arzt gefunden habe und bestand darauf, dass ihn dieser nach London begleite und ihm 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen sollte. Paul Gongaware kümmerte sich in der Folge darum, den Vertrag auszuarbeiten (dieser, so wurde zuvor bekannt, war am Todestag von Michael lediglich von Conrad Murray unterzeichnet). Randy Phillips berichtete weiter, dass er Conrad Murray zum ersten Mal bei einem Meeting Anfang Juni in Michael Jacksons Haus getroffen habe. Dabei ging es um den allgemeinen Gesundheitszustand von Michael (dass er abgenommen hatte und nicht ass). Murray legte dabei auch seinen Gesundheitsplan für Michael vor und sicherte zu, dass Michael sich angemessen ernähre und alle wichtigen Nährstoffe erhalte. Als Randy Phillips Conrad Murray am Ende unter vier Augen fragte, wie Michaels Gesundheitszustand sei, sagte Murray "sehr gut." Randy Phillips fragte Conrad Murray dann noch, ob er Dr. Klein kenne. Bei einigen Produktionsmeetings zuvor hatte Phillips bemerkt, dass Michael nicht konzentriert war, wohingegen er sonst immer "laser-focused" war und Michaels Personal Assistant sagte ihm dann, dass Michael gerade bei Dr. Klein war. Als Phillips Murray auf Dr. Klein ansprach, sagte dieser, dass er von ihm wisse oder sich darum kümmern wird (an den genauen Wortlaut mochte sich Phillips nicht mehr erinnern). Phillips bemerkte in dem Meeting von Anfang Juni ferner, dass Michael grosses Vertrauen zu Murray hatte und dass sie eine enge persönliche Beziehung hatten. In der ersten Juniwoche äusserte Kenny Ortega ernsthafte Bedenken, weil Michael verschiedentlich Proben verpasst hatte und Michaels Konzentration bei den Proben, bei denen er anwesend war, zum Teil nicht stimmte. Randy Phillips rief daraufhin Michael an, der sich gerade ausruhte und liess so bei Michael Amir Williams ausrichten, dass es wichtig sei, dass Michael an den Proben teilnehme.

Betreffend die Email von Kenny Ortega an Conrad Murray, die Randy Phillips auch erhalten hatte, sagte Phillips, dass er nicht wisse was mit "tough love" gemeint gewesen wäre und er stellte ferner klar, dass AEG nie daran gedacht habe, "to pull the plug" (den Stecker rauszuziehen, was die Konzerte angelangt). Gestützt auf die E-Mail von Kenny Ortega, bat Frank Dileo Randy Phillips ein Meeting mit Michael und Murray zu organisieren. An diesem Meeting vom 20. Juni beteuerte Conrad Murray, dass er dafür sorgen werde, dass Michael fit sei. Michael wiederum meinte, dass er die Schritte kenne und so nicht an jeder Probe dabei sein müsse. Murray sagte Kenny Ortega auch, dass Kenny die Gesundheit von Michael ihm überlassen und er sich um die Show kümmern soll. Michael sagte dabei zu Kenny: "You build the house and I put the door on and paint it", woraufhin Kenny meinte: "Super, das war alles, was ich hören wollte."

Im Kreuzverhör der Staatsanwaltschaft sagte Phillips, dass er nie das Gefühl hatte, dass Michael nicht für die Shows bereit gewesen sei. Gegenüber Chernoff klärte Phillips anschliessed, dass der Grund, dass die Konzerte eine Woche verschoben worden waren, nichts mit Michaels Gesundheit zu tun hatten. Phillips betonte gegenüber Staatsanwalt Walgren auch: "Michael war ein Genie" und "Michael war ein fabelhafter Vater. Seine Kinder bedeuteten ihm alles." Phillips war bei den Proben am 23. und 24. Juni dabei, um zu sehen, wie es ging (gerade nach dem Meeting vom 20. Juni) und er hatte Gänsehaut, so toll war es. Als Phillps am 24. Juni nach den Proben Michael zum Wagen begleitete, sagte Michael zu ihm: "Du hast mich hierher gebracht. Ich bin bereit. Ab hier übernehme ich."

Versuche von Verteidiger Chernoff, Einzelheiten zum Vertrag zwischen AEG Live und Michael Jackson sowie zu Dr. Tohme als Manager von Michael Jackson zu adressieren, wurden untersagt und Richter Pastor forderte Chernoff nach mehreren Versuchen (und Einsprachen der Staatsanwaltschaft) auf, das Thema zu wechseln. Richter Pastor hatte bereits zuvor untersagt, dass Aspekte, die nicht direkt mit dem Tod von Michael Jackson in Verbindung stehen, zum Thema gemacht werden.
Als nächsten Zeugen rief die Verteidigung Michael Henson, einen technischen Labormitarbeiter für Pacific Toxicology, in den Zeugenstand. Die Befragung wird heute fortgesetzt.

Quellen: jackson.ch, tmz.com (ab Live Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:22

18. Prozesstag – Zeugen der Verteidigung

Die Befragung von Michael Henson von Pacific Toxicology Labs betreffend den Gehalt an Lorazepam in Michael Jacksons Urin und Magen gestern war so unbedeutend bzw. wurde von der Staatsanwaltschaft durch die frühere Aussage von Dr. Shafter relativiert, so dass die meisten Medien (inkl. CNN) heute nicht einmal darüber berichteten. Also lassen wir es auch dabei.

Der heutige Tag stand im Zeichen diverser Leumundszeugen für Conrad Murray. Fünf Patienten von Conrad Murray sagten aus, wie gewissenhaft, professionell, kompetent und fürsorglich Conrad Murray sei und sich immer viel Zeit nimmt für jeden einzelnen Patienten. Jeder der Zeugen sagte, dass er “der beste Arzt ist, den ich kenne”. Viele der Zeugen unterstrichen auch, dass Conrad Murray alles andere als geldgierig sei und sie oder Bekannte und Verwandte von ihnen gratis behandelt hatte, als diese akute Herzprobleme, aber (fast) kein Geld hatten. Der heutige Vormittag war eine sehr emotionale Angelegenheit für Conrad Murray, der sich immer wieder Tränen abwischen musste, weil er sichtlich mitgenommen und berührt war, wie seine Patienten ihn beschrieben, nachdem in den bisherigen Wochen der Fokus immer wieder auf Murrays unprofessioneller und skrupelloser Behandlung von Michael Jackson lag.

In seinen Kreuzverhören streichte Staatsanwalt Walgren vor allem heraus, dass jeder dieser Zeugen von Conrad Murray in seiner Funktion als Kardiologe (Herzspezialist) behandelt wurde und nie für Schlafprobleme oder Medikamentenabhängigkeit. Zudem wurden alle Patienten im Krankhaus mit professionellem Hilfspersonal und unter angemessenen Überwachungsgeräten behandelt. Walgren war es wichtig zu betonen, dass Conrad Murray seinen Patienten im Frühling 2009 mitteilte, dass er ein Jahr Pause machen und nach London gehen werde. Obwohl die Patienten betonten, dass sie Conrad Murray sehr nahe standen (zwei Zeugen bezeichneten ihn nicht nur als Arzt, sondern auch als Freund) erfuhren sie erst später und eher zufällig aus den Medien, dass Conrad Murrays “once-in-a-lifetime opportunity” die Betreuung von Michael Jackson war. Walgren stellte zwei Patienten am Ende die folgende Frage: “Es gibt kein Beweismittel, das ihre Meinung ändern würde, richtig? Nehmen sie mal an, dass Conrad Murray grobfahrlässig gehandelt und Michael Jacksons Tod verursacht hätte. Würden sie Conrad Murray immer noch verteidigen?” “Ja,” so die beiden Zeugen. Und als ein Zeuge betonte, dass Conrad Murray ihn stets in einem professionellen Rahmen (ausgebildetes Personal, Krankenhaus-Setting, professionelle Überwachungsinstrumente) behandelt hatte, nahm dies Walgren im Kreuzverhör auf und fragte: “Jeder Patient verdient dieses Level an Pflege, richtig?” “Ja,” so der Zeuge.

Richter Pastor vertagte nach den fünf Zeugen den Prozess bis morgen, 17:45 Uhr Schweizer Zeit (8:45 Uhr Ortszeit).

Quellen: jackson.ch, ontheredcarpet.com, tmz.com (ab Live Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:22

19. Prozesstag – Zeugen der Verteidigung (1. Teil)

Der erste Zeuge der Verteidigung am heutigen Tag war Dr. Robert Waldman, ein Suchtexperte. Dieser hatte im Vorfeld aufgrund der durch die Verteidigung bei Dr. Arnold Klein unter einer Vorladung eingeforderten Krankeitsakte von Michael Jackson (aka Omar Arnold) dessen Abhängigkeits-/Suchtverhalten in Bezug auf das Schmerzmittel Demerol untersucht. Im Zeitraum zwischen Anfang März und dem 22. Juni zeigten die Unterlagen zahlreiche Demerolverabreichnungen durch Dr. Klein auf. Zum Teil erfolgten diese vor der Verabreichung von Botox und Restylane zur Glättung von Falten sowie vor Behandlungen gegen übermässiges Schwitzen. Diese Behandlungen rechtfertigten jedoch nicht die hohen Dosierungen von Demerol, so der Suchtexperte. Anfangs erhielt Michael Jackson 200mg Demerol pro Besuch. Bis Anfang Mai 2009 wurde die Dosis zum Teil bis auf 300mg pro Besuch erhöht. Im Juni wurde die Dosierung wieder auf 200mg und schliesslich 100mg reduziert. Gestützt auf die Behandlungsunterlagen von Dr. Klein folgerte Dr. Waldman, dass Michael Jackson bis zum 4. Mai abhängig von Demerol war, vielleicht sogar schmerzmittelsüchtig. Aufgrund der reduzierten Dosierungen im Juni könnte es möglich gewesen sein, dass Michael Jackson Entzugserscheinungen aufzeigte. Entzugssymptome von Demerol würden u.a. miteinschliessen: Angstzustände, Unruhe, Schlaflosigkeit, Zittern, Frösteln, Durchfall, starke Schmerzen in den Knochen, hoher Blutdruck. Während des Kreuzverhörs durch Staatsanwalt Walgren musste Dr. Waldman aufgrund seiner Definition zwischen Abhängigkeit und Sucht eingestehen, dass er Michael Jackson rein gestützt auf die Unterlagen von Dr. Klein als schmerzmittelabhängig und nicht -süchtig diagnostizieren müsste.

Die beiden Kreuzverhöre von Dr. Waldman durch Staatsanwalt Walgren müssen die Temperatur im Gerichtssaal um einige Grade erhöht haben. Zum Teil war die Atmosphäre wie bei einem Boxkampf ohne körperliche Faustschläge. Walgren musste mehrere Male klar machen, dass der Zeuge seine Fragen nicht beantwortete und bat Richter Pastor in zwei Fällen, den Zeugen aufzufordern, auf seine Fragen zu antworten. Einmal fragte Walgren den sich teilweise gegen seine Fragen sträubenden Zeugen: “Wie kommt es, dass sie kein Problem haben, Mr. Chernoffs Fragen zu beantworten, es ihnen aber solche Schwierigkeiten bereitet, meine Fragen zu beantworten?” Chernoff hüpfte auch mehrere Male auf, um Einspruch zu erheben, als Walgren kritische Fragen an den Zeugen der Verteidigung stellte. Richter Pastor hatte die Sache in der bisher hitzigsten Phase des Prozesses aber stets gut im Griff und hat mit sachlichen, ruhigen und bestimmten Entscheiden bewirkt, dass die Situation nicht aus dem Ruder geriet. Dr. Waldman war der voraussichtlich vorletzte Zeuge der Verteidigung. Es ist zu erwarten, dass als nächstes und letzter Zeuge Dr. Paul White, der Propofolexperte für die Verteidigung, in den Zeugenstand gerufen wird. Der Prozess wird um 23 Uhr (14 Uhr Ortszeit) fortgesetzt.

Quellen: jackson.ch, abclocal.go.com (ab Live Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:23

Prozess: 19. Tag -- Zeugen der Verteidigung (2. Teil)

Michael J. Flanagan übernahm am gestrigen Nachmittag die Befragung von Dr. Paul White, dem Propofolexperten der Verteidigung. Dr. White stellte am Anfang klar, dass er, als er von der Verteidigung kontaktiert wurde, zuerst nichts mit dem Fall zu tun haben wollte, da er nicht gern im Licht der Öffentlichkeit steht und nicht mit einem high-profile Fall im Zusammenhang "mit dem Tod eines Icons" involviert sein wollte. Als er sich bereit erklärte, die Dokumente der Verteidigung erst einmal durchzusehen, war er jedoch perplex, wie man daraus folgern konnte, dass Dr. Murray Propofolinfusionen verabreicht hatte. "Es war für mich nicht offensichtlich und ich dachte, da bestehen gewisse Fragen", so Dr. White. Da die anfängliche Strategie der Verteidigung war, dass Michael Jackson die tödliche Dosis Propofol selbst getrunken haben sollte, als Murray nicht anwesend war, war es der Verteidigung und ihrem Zeugen gestern wichtig zu klären, dass dies anfangs nur "eine mögliche Spekulation" war, da man bei der Autopsie auch im Magen von Michael Jackson Propofol gefunden hatte (wenn auch nur eine verhältnismässig kleine Menge verglichen mit anderen Körperteilen). Dr. White schlug dann der Verteidigung vor, eine Studie an Hunden zu machen, wobei diesen das Propofol direkt in den Magen geleitet würde, um zu sehen, was passieren würde (Dr. White betonte der Jury gegenüber, dass dies keine schädigende Wirkung auf die Tiere hatte). Wie sich herausstellte, metabolisiert sich Propofol vollkommen und es wurden keine Bestände im Magen der Tiere gefunden. Somit konnte diese Hypothese fallen gelassen werden.

Die Verteidigung hat dann sozusagen in letzter Minute eine Ankündigung gemacht, dass Dr. White mittels einer neuen Computersimulation herausgefunden haben soll, wie Michael Jackson gestorben ist. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich verständlicherweise überrascht über diese neue Entwicklung und beantragte beim Gericht, dass ihnen genug Zeit gegeben wird, über das Wochenende dieses neue Programm und die entsprechenden Daten zu studieren. Als Folge davon hat Richter Pastor beschlossen, dass die Verteidigung ihre Befragung von Dr. White heute noch beenden kann und der Prozess anschliessend bis Montagmorgen vertagt wird und die Staatsanwaltschaft dann mit dem Kreuzverhör von Dr. White beginnen kann. Richter Pastor meinte, dass es sich hierbei um ausserordentlich kompliziertes Material handle. Wie die Abschrift der internen Besprechung zwischen Richter und den Parteien zeigte, ist Richter Pastor wenig begeistert über die erneute Verzögerung, was das Ende des Prozesses anbelangt. "Ich weiss einfach nicht, ob einige Geschworenen abspringen werden. Die Jury ist ausserordentlich engagiert an diesem Fall, aber sie haben auch noch private und sonstige Verpflichtungen", so Richter Pastor. Anfangs hiess es, dass der Prozess bis zum 28.Oktober beendet sein würde. Mit den Schlussplädoyers kann nun frühestens am Dienstag begonnen werden. Es kann aber auch sein, dass je nachdem, was die heutige Befragung ergeben wird, nach dem Kreuzverhör von Dr. White nochmals frühere Zeugen, wie z.B. Dr. Shafer, in den Zeugenstand gerufen werden.

Die Verteidigung wird heute mit der Befragung von Dr. White fortfahren und wir dürfen gespannt sein, was das neue Programm und die daraus resultierenden Daten betreffend die Verabreichung von Propofol und Lorazepam aufzeigen sollen.

Quellen: jackson.ch, abclocal.go.com (ab Live Stream), washingtonpost.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:24

Prozess: 20. Tag – Zeugen der Verteidigung

Wie angekündigt bezweckte die Verteidigung heute mit Hilfe ihres Hauptzeugen, dem Propofolexperten Dr. White, die Szenarien der Staatsanwalt und ihrem Propofolexperten Dr. Shafer zu widerlegen und aufzuzeigen, dass Michael Jackson selbst für seinen Tod verantwortlich war. Gemäss Dr. White war Conrad Murray gemäss seiner Aussage der Polizei gegenüber sowie gemäss dem Beweismaterial am Tatort nur für eine geringe Dosis an Propofol (25mg) verantwortlich und diese hätte nicht zum Tod von Michael Jackson geführt. Die neue Theorie der Verteidigung besagt, dass sich Michael Jackson zwischen 11:30 und 12 Uhr am 25. Juni 2009 25mg Propofol selbst injiziiert hatte, nachdem er bereits Stunden vorher grosse Mengen an Beruhigungsmitteln (Lorazepam) eingenommen hatte. Dabei soll sich Michael Jackson gemäss Dr. White die 25mg Propofol mittels Spritze in nur 15 bis 30 Sekunden in den Katheter unter dem linken Knie eingespritzt haben.

Gemäss Dr. White ist der Grund, weshalb bei der Autopsie Spuren von Lorazepam im Magen von Michael Jackson gefunden wurden, der, dass Michael Jackson diese oral eingenommen hatte (möglicherweise 4 Tabletten aufs Mal zweimal in der Nacht) und da diese sehr rasch durch das Verdauungssystem aufgenommen werden, nur ein kleiner Rest im Magen aufgefunden wurde. Wäre das Lorazepam, wie Dr. Shafter argumentierte, Michael Jackson mittels Infusion verabreicht worden, hätte man, so Dr. White, im Magen keine Spuren von Lorazepam gefunden. Die Kombination der hohen Dosierung an Lorazepam und der zweiten, selbstiniziierten 25mg Propofoldosis habe sich, so Dr. White, als tödlich erwiesen. In der insgesamt dreistündigen Befragung heute ging es der Verteidigung darum, jedes von Dr. Shafter aufgezeigte Szenario und Argument zu entkräftigen bzw. aufzuzeigen, dass dieses nicht möglich bzw. sehr unwahrscheinlich sei bzw. keinen Sinn mache. Das von Dr. Shafter und der Staatsanwaltschaft am Ende realistische Szenario lautete, dass Conrad Murray Michael Jackson über einen Zeitraum von drei Stunden vor Michaaels Tod 100mg Propofol mittels kontinuierlicher Infusion verabreicht hatte. White argumentierte heute, dass Michael Jackson bei einer solchen Infusion schläfrig gewesen wäre, aber jederzeit hätte aufwachen können.

Aufgrund der gestern neu eingebrachten Theorie der Verteidigung betreffend die Todesursache von Michael Jackson und den damit verbundenen neuen Computersimulationen gestattete Dr. Pastor der Staatsanwaltschaft, sich über das Wochenende auf ihr Kreuzverhör vorzubereiten, indem sie die neuen Unterlagen genau studieren können. Am Montagmorgen um 9 Uhr Ortszeit (18 Uhr Schweizer Zeit) wird David Walgren mit dem Kreuzverhör beginnen und man darf gespannt sein. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Staatsanwaltschaft anschliessend ihren Propofolexperten, Dr. Shafer, nochmals in den Zeugenstand rufen wird.

Quellen: jackson.ch, abclocal.go.com (ab Live Stream), cnn.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:25

Prozess: 21. Tag – Zeugen der Verteidigung (1. Teil)

Heute wurde der Propofol Experte der Verteidigung, Dr. Paul White, von Staatsanwalt David Walgren ins Kreuzverhör genommen. Walgren versuchte immer wieder die Zustimmung von White zu erhalten, dass Murray diverse Pflegestandards missachtete. Teilweise gab Dr. White zu Protokoll, dass der genaue Pflegestandard nicht definiert werden könne, sagte aber, dass er an Murrays Stelle sofort den Notruf 911 gewählt hätte, als dieser realisierte, dass Michael Jackson in Schwierigkeiten war. White stimmte ausserdem zu, dass der von Murray verwendete Pulsmesser nicht geeignet war. David Walgern fragte weiter: “Haben sie jemals Popofol verabreicht im Schlafzimmer von Jemandem?” White antwortete: “Nein, habe ich nicht.” Er habe vor dem Prozess auch noch nie davon gehört.

Im Kreuzverhör mutmasste Dr. White, dass Michael Jackson die selbe Spritze benutzte, die Murray schon benutzte, um ihm eine Stunde zuvor eine 25 Milligram Injektion zu geben. Seiner Tehorie nach, könnte Murray sie mit 50 Milligram gefüllt haben und dann halb gefüllt in Michaels Schlafzimmer liegen gelassen haben. White kann sich nicht vorstellen, dass Murray die fatale Dosis injiziert habe, ausser dieser wollte “Mr. Jackson potenziell etwas anhaben.” Walgern fragte darauf, ob er denke, dass sich Michael Jackson selbst etwas anhaben wollte. “Ich denke nicht, dass er die potenzielle Gefahr erkannte”, erwiderte White. David Walgern fragte White auch zu seiner Meinung über Murrays Entscheidung, das Schlafzimmer zu verlassen und so Jackson alleine mit der Spritze zurück zu lassen. “Nein, ich würde den Raum nicht verlassen”, antwortete White, sagte aber auch, dass Murray Michael Jackson 30 Minuten nach der Propofol Injektion verlassen konnte, da dann die Gefahr von Nebenwirkungen vorbei sei.

White anerkennte, dass der vermisste Infusionsschlauch genug klein wäre, um ihn in eine Jackentasche zu stecken. Walgren erinnerte damit an das mögliche Szenario, dass Murray den Infusionsschlauch verschwinden liess, als Michael ins Spital gebracht wurde. Die 100 Milliliter Propofol Ampulle, von der die Staatsanwaltschaft glaubt, dass sie Murray bentutzt hatte, war leer, als sie die Detektive fanden. Dr. Steven Shafer, der Propofol Experte der Anklage, erwähnte die Theorie, dass als Murray aus dem Schlafzimmer war, selbst als Michaels Herz aufhörte zu schlagen, noch Propofol von einer Infusion in seinen Körper lief. White nannte dies einen “unglaublichen Zufall von Umständen”, dass die Flasche genau dann zu Ende geht, wenn Michael Jackson stirbt. Ein deartiger Fluss von Propofol hätte Michael Jackson nicht töten können. Dr. White bezweifelt die Annahme der Anklage, dass Murray die Propofol Ampulle in einem aufgeschnittenen leeren Beutel tat, um diese an den Infusionsständer zu hängen. Es wäre logischer gewesen, dass Murray einen Plastik-Aufhänger um die Flasche getan hätte, eine Routine-Praxis. Die Propofol Ampulle hätte zudem rausfallen können, wenn Michael Jackson sein Bein bewegt hätte. Die Ermittler, die die Ampulle und den offenen Beutel entdeckten, sagten aus, diese beisammen gefunden, aber nicht fotografiert zu haben.

Quelle : jackson.ch, cnn.com, usatoday.com, hlntv.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:25

Prozess: 21. Tag – Zeugen der Verteidigung (2. Teil)

Heute wird Conrad Murray dem Richter definitiv mitteilen, ob er vor Gericht persönlich aussagen will oder nicht. Richter Michael Pastor zeigte sich gestern Nachmittag überrascht, als ihm Murray sagte, er habe sich noch immer nicht entschieden, ob er in den Zeugenstand trete oder nicht. Der Richter kündigte die Schlussplädoyers für den Donnerstag an, sollte Murray sich nach Absprache mit seinen Anwälten entscheiden, nicht auszusagen.

Im gestrigen, hitzigen Kreuzverhör gab der Propofol Experte Dr. Paul White an, für seine Aussagen vor Gericht von der Verteidigung 11 000 Dollar erhalten zu haben und noch mehr zu erwarten. (Sein üblicher Tarif als Sachverständiger liege bei 3500 Dollar pro Tag). Dr. Shafer, der für die Anklage aussagte, gab an, kein Geld dafür erhalten zu haben. Dr. Paul White hingegen muss aber einen Teil bereits wieder abgeben: Der Richter brummte ihm gestern eine Strafe von 1000 Dollar auf. Michael Pastor erinnere Dr. White zuvor, dass er sich in seinen Antworten nur auf das Polizei-Interview mit Conrad Murray beziehen dürfe, nicht auf private Unterhaltungen mit ihm. Kurz darauf verstiess Dr. White aber erneut gegen diese Vorgabe.

Dr. Paul White sagte im Kreuzverhör mit Staatsanwalt Walgren, er hätte nicht getan, was Murray tat – einen Job anzunehmen, Michael Jackson fast jede Nacht mit Propofol ruhig zu stellen. „Kein Geldbetrag“ hätte ihn zu diesem Job verleiten können, so White. Er wird heute seine letzten Aussagen machen.

Quelle: jackson.ch, cnn.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:26

Prozess: 22. Tag – Murray tritt nicht in den Zeugenstand

Dr. Conrad Murray gab heute dem Richter Michael Pastor bekannt, dass er nicht aussagen wird. TMZ will erfahren haben, dass sich seine Verteidiger bis zuletzt uneinig waren. Ed Chernoff soll auf seiner Meinung beharrt haben, Murray dürfe nicht aussagen, da er sonst im Kreuzverhör fertig gemacht würde. Michael Flanagan hingegen soll davon überzeugt sein, dass Murray unbedingt in den Stand treten müsse, da ihn die Jury sonst verurteile. Dr. Conrad Murray drohen bis zu vier Jahre Haft.

Nachdem Michael Flanagan nochmals einen kurzen Dialog mit Dr. White führte und Staatsanwalt Walgern auf ein weiteres Kreuzverhör verzichtete, wurde Dr. Shafer nochmals in den Zeugenstand gerufen und von beiden Seiten befragt. Dann vertagte Richter Pastor den Prozess bis am Donnerstag Morgen um 9 Uhr (17 Uhr Schweizer Zeit).

Quelle: jackson.ch, tmz.com, cnn.com, Patricia (ab Live Stream)


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