Prozessdetails

Berichte, News und Anmerkungen zu Murray

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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:27

Prozess: 23. Tag – Geschworeneninstruktion (1. Teil)

Der Prozess nähert sich dem Ende. Alle Zeugen wurden befragt, alle Beweismittel präsentiert. Am Anfang des heutigen Prozesstages verlas Richter Pastor für die Geschworenen in einem halbstündigen Statement die Instruktionen für die bevorstehende Beratung. Er machte den Geschworenen u.a. klar, dass es nur an ihnen liegt zu entscheiden, ob eine Tatsache durch die Beweise bestätigt wurde. Er betonte auch, dass in einem Strafverfahren die Unschuldsvermutung gilt und somit der Anklage die Beweislast obliegt, dass gestützt auf die dargelegte Gesamtbeweislage keine begründeten Zweifel an der Schuld des Angeklagten bestehen (“guilty beyond reasonable doubt”). Als Beweise gelten nur die Aussagen der Zeugen, während die Fragen der Anwälte zu ignorieren sind. Sowohl direkte Beweise als auch Indizienbeweise (sog. indirekte Beweise) sind zulässig. Bei der Beurteilung der Beweise sei es auch wichtig, gesunden Menschenverstand anzuwenden, so Richter Pastor. So auch, wenn sich gewisse Beweise widersprechen. Richter Pastor hielt ebenfalls fest, dass der Angeklagte das verfassungsmässige Recht habe nicht auszusagen (um sich dabei nicht selbst zu belasten). Wenn sich der Angeklagte dafür entscheidet von seinem Recht Gebrauch zu machen, dürfe dies von den Geschworenen nicht gegen ihn verwendet werden. Wenn die Geschworenen Kenntnis davon haben, dass der Angeklagte vor dem Prozess eine irreführende Aussage gemacht hat, kann dies ein Indiz für seine Schuld sein; es gilt ist jedoch kein Beweis für seine Schuld.

Dem Angeklagten, Dr. Conrad Murray, wird fahrlässige Tötung vorgeworfen basierend auf den folgenden zwei Punkten:

1. Der Angeklagte hat bei einer rechtmässige Handlung strafrechtlich fahrlässig gehandelt (dh. Seine Handlung weicht stark ab davon, wie sich eine ordnungsgemässe Person, die sich in der gleichen Situation befunden hätte, verhalten hätte).
2. Der Angeklagte hat es unterlassen, seiner gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen und diese Unterlassung war strafrechtlich fahrlässig.

Um zu beweisen, dass der Anklagte dieser Straftat schuldig ist, gelten für die Geschworenen folgende vier Punkte zu beachten:

1. Der Angeklagte hatte gegenüber Michael Jackson eine gesetzlichen Verpflichtung.
2. Der Angeklagte hat es unterlassen, seine gesetzlichen Verpflichtung wahrzunehmen.
3. Das Fehlverhalten von Dr. Conrad Murray war strafrechtlich fahrlässig.
4. Der Angeklagte hat durch die Vernachlässigung seiner gesetzlichen Verpflichtung den Tod von Michael Jackson verursacht

Ferner muss der Tod von Michael Jackson eine direkte Folge aus der Handlung oder Unterlassung in der Wahrnehmung der gesetzlichen Verpflichtung des Angeklagten sein. Diese Handlung oder Unterlassung muss substantiell für den Tod von Michael Jackson verantwortlich sein, muss aber nicht die einzige Todesursache sein. Der Angeklagte muss somit die Möglichkeit der tödlichen Konsequenzen seiner Handlung oder Unterlassung vorausgesehen haben. Wenn der Angeklagte jedoch aus Versehen gehandelt hat in Ausübung seiner gesetzlichen Verpflichtung, ist er nicht schuldig. Um den Angeklagten schuldig zu sprechen, müssen die Geschworenen einen einstimmigen Entschluss fassen. Das heisst, es müssen sich alle Geschworenen einig sein, dass mindestens eine Handlung oder Unterlassung von Dr. Conrad Murray den Tod von Michael Jackson verursacht hat.

Im Anschluss an die richterlichen Instruktionen hielt die Staatsanwaltschaft ihr Schlussplädoyer, von dem wir im Detail in einem zweiten Teil berichten werden. Stay tuned.

Quellen: jackson.ch, tmz.com (ab Live Stream)


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:28

Prozess: 23. Tag – die Schlussplädoyers

“Michael Jackson hat Conrad Murray mit seinem Leben und dem künftigen Leben seiner Kinder vertraut. Hat ihm vertraut, dass er jeden Morgen aufwacht, so dass er mit seinen Kindern frühstücken kann. Conrad Murray hat dieses Vertrauen verletzt und Michael Jackson hat dafür mit seinem Leben bezahlt“, sagte Staatsanwalt Walgren im Schlussplädoyer. “Als Murray Michaels Bodyguards gerufen hatte, „wusste er, dass er Michael Jackson umgebracht hatte. Vielleicht war er in Panik geraten, vielleicht hatte er versucht aufzuräumen, so dass niemand erfahren würde, dass er Michael Jacksons Tod verursacht hatte. […] Warum würde ein Arzt einen Notruf aufschieben, ausser um sich selbst zu schützen?“

Hier unsere ausführliche Zusammenfassung zum letzten Gerichtstag: Murry Prozess: die Schlussplädoyers
(http://www.jackson.ch/html/prozess__sch ... oyers.html)

2.Teil: Schlussplädoyer der Staatsanwaltschaft / 3. Teil: Schlussplädoyer der Verteidigung / 4. Teil: Rebuttal der Anklage


Quelle: jackson.ch

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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:29

Prozess: Dr. Conrad Murray ist schuldig

Die Jury hat ihr Urteil gefällt: Dr. Conrad Murray ist schuldig. Delikt: Fahrlässige Tötung von Michael Jackson.

Katherine und Joseph Jackson, die in den vergangenen Tagen in der Nähe des Gerichtes nächtigten, und weitere Jackson Familienmitglieder erschienen zur Urteilsverkündigung vor Gericht. Die Fans nahmen den Urteilsspruch mit grosser Euphorie auf, während Dr. Murray in Handschellen abgeführt wurde. Der Richter Michael Pastor lehnte ab, Murray gegen eine Kaution, bis zur Verkündigung der Höhe des Strafmasses am 29. November, frei zu lassen.

Quelle: jackson.ch, abclocal.go.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:30

Reaktionen auf den Schuldspruch

Michaels Eltern Katherine und Joe Jackson veröffentlichten ein Statement zum Schuldspruch von Dr. Conrad Murray: „Wir haben lange auf diesen Moment gewartet und konnten die Freudentränen im Gerichtssaal nicht zurückhalten. Auch wenn nichts unseren Sohn zurück bringen kann, siegte am Ende wenigstens die Gerechtigkeit.“ Zu TMZ ergänzten die Zwei: „Wir können nicht mehr warten, nach Hause zu gehen und den Tag mit Michaels Kindern zu teilen.“

Reverend Al Sharpton schrieb auf Twitter: „Murrays Verurteilung ist nur eine Teilzahlung für die Familie von Michael Jackson. Ich werde das an den Politics Nation ausführlich diskutieren.”

Quelle: jackson.ch, tmz.com, usatoday.com,


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:32

Jurorin gibt Interview und über Murrays Strafe / Jermaine wehrt sich gegen Suchtvorwürfe

Hier (http://www.nydailynews.com/news/nationa ... e-1.974999) ein Artikel über ein Interview mit einem Jury-Mitglied des Murray Prozesses. „Die drei wichtigsten Sachen für uns war der 911 Ruf, nicht den Notruf gewählt zu haben. Das war eine wichtige Angelegenheit, auch, dass er nicht das medizinische Equipment im Raum hatte, und den Raum verliess,“ sagt Debbie Franklin. „Selbst wenn Michael Jackson sich selbst injiziert hätte, was ich nicht denke, dass wir das glaubten, aber wir fühlten, selbst wenn er es getan hätte, dass dies keine Rolle gespielt hätte, weil Conrad Murray die Situation verursachte,“ sagt sie. „Er war der Doktor. Er war verantwortlich.“

Dr. Conrad Murray belegt im Gefängnis eine Einzelzelle und soll unter ständiger Beobachtung stehen, da er als „keep away inmate“ eingestuft wurde. Als ein Insasse, der von anderen Insassen bedroht wird. Murray werde im Gefängnis als „der Michael Jackson Mörder“ beschimpft. Am 29. November wird über die Höhe von Murrays Bestrafung entschieden. Aufgrund eines neuen Gesetzes in Kalifornien wegen den überfüllen Gefängnissen, könnte Murray statt einem Gefängnisaufenthalt nur Hausarrest drohen.

Jermaine Jackson bestritt in einer TV Talkshow, dass Michael Jackson abhängig von Medikamenten war. „Es gab eine Abhängigkeit von Demerol im 2001 in… den frühen 2000er, aber das war aufgrund von Schmerzen. Selbst während dem Autopsiebericht, da ist keine Abhängigkeit von irgendetwas von dem“, sagte Jermaine. „Michael wollte nur schlafen – er wollte nicht sterben.“ Hier ein kurzer Artikel dazu (http://www.ctv.ca/CTVNews/Entertainment ... z1dEYF92At) .

Quelle: jackson.ch, nydailynews.com, ctv.cs


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Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:33

Geschworener: "Es war ein einfacher Entscheid"

Einer der Geschworenen hat TMZ gegenüber gesagt, dass ihr Entscheid, Murray für schuldig zu erklären, nicht schwierig war, und dass sich alle Geschworenen sehr früh während des Beratungsprozesses einig waren. Die Geschworenen waren nicht gespalten und "es war ein klarer Entscheid", so der Geschworene. Als TMZ ihn/sie fragte, ob Murrays zweistündiges Interview mit der LAPD den Ausschlag gegeben habe, lautete die Antwort nein. Es war die Gesamtheit der Beweismittel, die einfach überwältigend war.

Quellen: jackson.ch, tmz.com


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Re: Prozessdetails

Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:34

Was geschieht nun mit Murrays ärzlichen Zulassungen?

Am 12. und 13. Januar haben wir hier berichtet, dass das Gericht auf Antrag des Medical Board of California Murrays ärztliche Approbation suspendiert hatte. Es ist zu erwarten, dass Murrays Approbation in Kalifornien nach dem Schuldspruch endgültig widerrufen wird. Das Nevada Medical Board hat gestern Associated Press gegenüber mitgeteilt, dass Conrad Murray seine Approbation in Nevada nicht erneuert habe. Sie sei am 1. Juli diesen Jahres abgelaufen. Zwar könnte er theoretisch eine neue Zulassung beantragen, der Schuldspruch vom Montag wäre jedoch Grund für eine Ablehnung des Antrags. Wie das Medical Board in Murrays Heimatstaat Texas entscheiden wird, ist noch offen. Telefonische Anfragen von AP an die zuständigen Stellen wurden (noch) nicht retourniert.

Quellen: jackson.ch, lasvegassun.com, AP


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Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:35

Richter verhängt $250 Strafe

Richter Michael Pastor bestrafte einen Verteidigungszeuge von Conrad Murray mit einer Strafe von $250. Dr. Paul White hatte im Verfahren gegen Michael Jacksons This Is It Leibarzt wiederholt gegen die Vorgabe verstossen, keine Informationen aus privaten Unterhaltungen mit Dr. Murray, in seiner Zeugenaussage zu erwähnen. Richter Pastor reduzierte die Strafe aber von 1000 auf 250 US Dollar, da der Propofol Experte Dr. Paul White glaubhaft schildern konnte, wie schwierig es ihm viel, die Informationen aus dem Polizeirapport und die, die er von Murray persönlich erhielt, auseinander zu halten. Der Richter verzichtete auch, Dr. White wegen einer angeblichen “Drecksack” Aussage gegenüber einem Journalisten (in Hinsicht auf den Propofol Experten der Anklage) zu bestrafen.

Quelle: jackson.ch, latimes.com


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Beitragvon Blanket » 24. Nov 2011, 19:36

Richter weist neues Gesuch der Verteidugung für Ampullentest ab

Die Verteidigung von Conrad Murray hat nach dem Schuldspruch ihres Klienten ein Gesuch vor Gericht eingereicht, dass eine gewisse Ampulle Propofol, die im Prozess eine Schlüsselrolle spielte, von einem unabhängigen Labor untersucht werden soll, um Spuren von Lidocain nachzuweisen. Dieser Antrag wurde gestern von Richter Pastor abgelehnt mit der Begründung, dass der Test vor Monaten und sogar noch während des sechswöchigen Prozesses hätte beantragt und gemacht werden können. Staatsanwalt Walgren argumentierte, dass es keine rechtliche Grundlage für diesen Antrag gebe und Conrad Murray einen fairen Prozess bekommen hatte. “Ob Lidocain in der Ampulle war oder nicht ist vollkommen irrelevant”, so Walgren weiter. Conrad Murray sitzt seine Zeit bis zur Verkündung des Strafmasses am 29. November in Einzelhaft ab.

Quellen: jackson.ch, sunherald.com, AP Entertainment


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Beitragvon Blanket » 25. Nov 2011, 22:22

Conrad Murray: Staatsanwaltschaft beantragt vier Jahre Gefängnis

Am Mittwoch fanden sich die beiden Parteien wieder vor Gericht ein, um ihre Anträge für die Strafmassverkündung am nächsten Dienstag vorzutragen. Die Staatsanwaltschaft beantragt das volle Strafmass von vier Jahren Gefängnis, da Murray keine Reue gezeigt hat und nur andern die Schuld für den Tod von Michael Jackson gegeben habe, einschliesslich Michael selbst. Die Staatsanwälte beriefen sich auch auf verschiedene Interviews, die Murray nach dem Prozess gemacht hatte und reichte diese mit ihrem Antrag auf einer DVD an Richter Pastor ein. Ferner schrieb die Staatsanwaltschaft, dass Murray “als Angestellter und Drogendealer handelte und er das Vertrauensverhältnis, das für eine richtige Arzt-Patienten-Beziehung notwendig sei, vollkommen korrumpierte”. Als Anhang zu ihrem Antrag fügte die Staatsanwaltschaft eine Aufstellung für eine finanzielle Entschädigung über USD 100 Mio. bei, einer “angemessenen Wiedergutmachung” von Conrad Murray gegenüber Michaels Kindern für den Verlust ihres Vaters aufgrund von Murrays Handlungen und Unterlassungen.

Demgegenüber äusserte die Verteidigung, dass für den schuldig gesprochenen Conrad Murray eine bedingte Freilassung (Bewährung) angemessen sei, da er niemals damit aufhören wird, sich selbst zu bestrafen. Murray, so die Verteidigung, sei “sehr traurig und empfinde sehr viel Reue.” Ferner argumentierte die Verteidigung, dass aufgrund der momentanen Budgetprobleme und der überfüllten Gefängnisse, nicht gewalttätige und ungefährliche Straftäter auf Bewährung freigesetzt werden und dass Conrad Murray definitiv in diese Kategorie falle. Und aufgrund andauernder Morddrohungen müsse Murray (wie im Moment) in Einzelhaft untergebracht sein, was sehr teuer sei.

Die Strafmassverkündung erfolgt am kommenden Dienstag, 29. November.

Quellen: jackson.ch, bostonherald.com


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