Tamisha - life changes in so many ways

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Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Sunflower » 29. Mär 2012, 16:13

Tamisha - life changes in so many ways

ist eine FF die eine Freundin von mir geschrieben hat.
Ich habe eine Leseprobe für euch mitgebracht.
Bin gespannt was ihr dazu sagen werdet.

Es ist jetzt schon ein paar Monate her, als ich den letzten Punkt der Geschichte gesetzt habe. Und heute ist es endlich soweit....

Ihr Lieben,
„Tamisha“ ist soweit, dass sie in ein paar Wochen veröffentlicht wird. Und deshalb möchte ich euch heute die Gesichte kurz vorstellen.
Wer Interesse hat, ein Buch zu bestellen ,kann sich gern bei mir rühren. Sobald ich Näheres in Erfahrung gebracht habe, was das Erscheinungsdatum und den Preis angeht (denn er hängt von der Bestellmenge ab), werd ich mich dann bei euch melden!
Bis dahin wünsch ich euch viel Spaß beim „reinschnuppern“ .

Kadi
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Menschenkenntnis erlangt man nicht dadurch, dass man die Menschen zu kritisieren, sondern sie zu verstehen sucht.

Viele Leute haben mich während ich diese Geschichte aufschrieb gefragt: „Warum schreibst du so eine Story? Wieso tust du das?“

Ja, warum gibt es jetzt Tamisha als Fanfiction?

Für mich selbst war seit dem Prozess 2005 eigentlich schon immer dieser
Wunsch da, dass es für Michael, diesem ungewöhnlichen und starken
Menschen doch einfacher gewesen wäre, hätte er vielleicht eine ebenso
starke Partnerin an seiner Seite gehabt. Ich hätte es ihm so sehr
gegönnt.
Irgendwann im letzten Jahr ist dieser Gedanke dann wieder stärker
geworden. In dieser ganzen Zeit nach dem 25.06.2009, hat mich dieser
Mensch buchstäblich wieder gepackt und ich begann, mich noch intensiver
mit ihm zu beschäftigen. Und zwangsläufig tauchte auch wieder dieser
Wunsch nach dieser „Frau an seiner Seite“ auf und die sich damit
verbindende Frage: was wäre gewesen, hätte sie wirklich existiert?

Ich begann, die Geschichte in diesem Fanforum aufzuschreiben und nach
und nach kamen die ersten Rückmeldungen. Es entstand das Gebilde einer
Gruppe von Leuten, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Auch
sie haben teilweise den Verlauf der Geschichte ein wenig inspiriert.


Tamisha, das Mädchen aus einer Gang.

Michael Jackson, ein Mann der uns alle irgendwie auf magische Art und
Weise zusammen gebracht hat. So, wie er es schon immer konnte.

Es war erstaunlich, was wir mit ihr alles erlebt haben, während diese Fiktion entstanden ist.


Nicht jeder mag es gutheißen, dass man eine Geschichte um einen Menschen
webt, den man verehrt und doch nie kennen gelernt hat. Man kann
durchaus behaupten, dass ich mich erdreistet hätte, in sein Privatleben
zu drängen und dort mir sein Leben zurecht zu legen.

Es ist nicht unbedingt jedermanns Geschmack, aber ich habe trotzdem auch über diese Worte nachgedacht.
Und was kann ich dazu sagen?

Ich habe mir eine Geschichte ausgedacht, die sich zwar an den Fakten
hält, was Michaels Lebenslauf betrifft. Und die einen Mann darstellt,
wie er in MEINER Fantasie hätte sein können. In seinem Privatleben mit
einer ganz besonderen Frau an seiner Seite.

Es tauchen Personen auf, die es nicht gibt, aber ebenso welche, die sehr wohl real existieren.

Wie sie handeln und was sie sagen – es ist alles frei erfunden!

Alles, was ich möchte ist, dass die Menschen, die gerne mit und über
Michael träumen hier vielleicht die Möglichkeit finden, ein wenig ihre
Fantasie fliegen zu lassen.


Da ich mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass viele nicht unbedingt
mit dem Titel etwas anfangen können, hier einmal ein kurzer Anriss, um
was es geht:



Es ist die Geschichte einer Liebe zweier Menschen, deren Leben und Welten nicht unterschiedlicher sein könnten.
Tamisha, ein Mädchen von der Straße. Sie soll einbrechen und einen
wertvollen Gegenstand stehlen.
Doch etwas geht schief. Sie wird entdeckt und als sie auf der Flucht von dem Gelände der Neverland ausgerechnet über die Motorhaube einer Limousine in das Leben eines einsamen Menschen stolpert.....

...beginnt das Leben, einen neuen Weg für sie zu ebnen, der ihr zeigen
wird, dass es etwas viel Wertvolleres gibt, als das schäbige Leben auf
der Straße. Und es wird auch einem Mann zeigen, dass ein Blick in die
Seele dieses Mädchen reicht, um aus einer einzigen Begegnung einen
völlig anderen Weg zu gehen.

Aber lest selbst die Leseproben, die euch einen kleinen Einblick in die Geschichte geben soll.


Prolog
Mit schlurfenden Schritten ging eine dunkel gekleidete Person die Straße entlang.
Der schwarze Kapuzen-Pullover war am Rücken bereits nassgeschwitzt und der alte Parker-Rucksack rieb an den Schultern. Die Straße machte seit zehn Minuten einen langsamen, aber stetigen Anstieg. Fransen der ausgewaschenen Jeans schleiften auf dem Asphalt.

Der Weg lag einsam und verlassen vor ihr. Nur einzelne Bäume zierten die Straße.
Die Gestalt wanderte weiter, bis sie zu einem hüft hohen Zaun kam, der am anderen Ende des Grundstücks angrenzte.
Dahinter lag eine grüne Wiese, die nach einem kurzen Anstieg zu diesem riesigen Anwesen führte. Doch von hier aus konnte man die Dimensionen nicht einmal erahnen.
Über den Zaun oder direkt zum Eingang?
Die Person entschloss sich für die Abkürzung.
Es war seit einem Jahr wahrscheinlich niemand mehr anwesend, der das Gelände überwachen oder pflegen würde.
Mit schnellen Schritten überquerte die Gestalt deshalb die Straße und war mit einem Satz über den Zaun gesprungen. Sie blieb nicht stehen sondern lief sofort weiter. Das Gras unter den Sohlen ihrer Sneaker- Sportschuhe war weich und federte ihren Lauf. Die Gestalt wurde schneller und es schien ihr, als würde die Zeit verschwimmen.
„Halt!“
Eine harte Männerstimme ließ sie abrupt stehen bleiben.
Die Gestalt beugte sich nach vorn und rang nach Atem.
„Wer sind Sie? Können Sie sich ausweisen?“
Schwere Schritte waren hinter ihr zu hören. Die Schlüssel an einem riesigen Schlüsselbund klapperten

bei jeder Bewegung bedrohlich.
„Nehmen Sie die Hände hoch und drehen Sie sich schön langsam zu mir um.“
Gehorsam drehte die Person sich um und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
Der Rucksack klimperte leise. Den Kopf hielt sie unter der Kapuze verborgen und hatte das Gesicht nach unten gebeugt.
„Ich wusste gar nicht, dass hier noch Wachposten aufgestellt sind. Du bist immer noch im Dienst, Percy?“
Der Mann war erstaunt, das merkte man an seiner Reaktion. Er fragte scharf:
„Wer sind Sie?“
Da hob die Gestalt langsam den Kopf und der Wachmann Percy blickte in zwei helle blaue Augen einer Frau.
„Großer Gott“, entfuhr es ihm und er ließ beinahe seine Taschenlampe fallen. „Tamisha, bist du das?“
„Ja, ich bin’s. Kann ich die Arme runter nehmen?“, fragte diese.
„Natürlich. Selbstverständlich“, stammelte der ältere Wachmann und musterte sie eindringlich.
Die Frau ließ die Arme sinken und blickte zu Boden.
„Warum bist du hier eingedrungen? Du hättest vorher anrufen können, Mädchen.“
Über das Gesicht seines Gegenübers huschte ein kleines Lächeln.
„Sei mir nicht böse, Perc!“, sagte sie dann und blickte ihn an, “aber eigentlich wollte ich ganz allein hier sein.“
„Himmel, wenn das Grundstück schon verkauft wäre!“, rief der Wachmann und schlug eine Hand an die Stirn.
„Es ist aber nicht verkauft.“, erwiderte Tamisha und stemmte die Hände in die Hüften. „Das hätte man längst in der Zeitung lesen können. Und wer kauft bitteschön so ein Anwesen in der Größe, mit der Gestaltung und vor allem: dieser Geschichte?“

Der Wachmann musterte sie.
„Es ist schon ein paar Jahre her, dass du hier warst“, sagte er dann. “Was genau hast du hier vor?“
Die Frau schürzte die Lippen und ihre Augen suchten einen imaginären Punkt in den Wolken.
„Ich weiß es selbst nicht genau, Perc“, antwortete sie schließlich. “Ruhe, vielleicht endlich einen Abschluss. Ich trag die Sache jetzt schon ewig mit mir rum und irgendwie kann ich einfach nicht meinen Frieden finden.“
Der Wachmann nickte und wandte sich zum Gehen. Sie folgte ihm in einigem Abstand.
„Eigentlich gehört das Anwesen mittlerweile einer Maklerfirma“, erklärte der Mann ihr über die Schulter hinweg. „Es ist einiges verändert worden, wundere dich also bitte nicht.“
„Aber das Haus steht noch?“ fragte Tamisha sofort.
„Ja, es steht noch. Natürlich ist es mittlerweile ausgeräumt.“
„Natürlich“, wiederholte aie und sah wieder zu Boden, während sie weiter gingen. Sie konnte jetzt nicht ihren Blick schweifen lassen. Es war alles so vertraut und so schmerzhaft.

Nachdem sie eine ganze Weile schweigend hintereinander gegangen waren, wurde aus der Wiese ein Weg. Große Steine wiesen Tamisha den Weg und in Gedanken sah sie die großen Eichen, die den Weg säumten, den Teich auf der linken Seite.
Das Haus befand sich zu ihrer rechten Hand.
Sie vergrub die Hände in den Taschen ihrer Jeans und versuchte ruhig zu atmen. Aber ihr Herz schlug plötzlich so schnell, dass sie das Gefühl bekam, dass es ihr gleich aus der Brust hüpfen wollte.
Wie von selbst fanden ihre Beine den Weg

die Veranda herauf, die drei Stufen waren so gut in ihrem Gedächtnis, dass sie spürte, wie ihr Magen sich verkrampfte. Ihre Schritte verlangsamten sich und es wurde etwas kühler und dunkler.
Sie betraten die Vorhalle des Hauses.
Die Ledersohlen von Percys Schuhen hallten auf dem Parkett wider und machten ein schleifendes Geräusch, als er sich umdrehte.
„Da wären wir“, sagte er und räusperte sich. “Wie lange willst du eigentlich bleiben ?“
Tamisha ging an ihm vorbei und sah sich in der große Halle um.
Die Wände waren mit weißer Farbe wieder renoviert, der Holzboden neu aufpoliert. Die große Treppe auf ihrer rechten Seite, die in das obere Stockwerk führte, war neu lackiert. An der Decke hingen noch die vertrauten Lüster. Sie sah wieder zu dem Wachmann.
„Ich weiß nicht genau“, antwortete sie dann und war erschrocken darüber wie ihre helle Stimme an den hohen Wänden widerhallte. “Vielleicht ein paar Tage.“
„Ein paar Tage?“, wiederholte Percy erstaunt. “Was ist, wenn dich hier irgendjemand findet oder das Haus besichtigt werden soll?“
Die Frau schnaubte durch die Nase und legte den Kopf schief.
„Das ist wirklich dein Ernst?“ wollte ihr Gegenüber wissen.
Sie sagte nichts darauf, aber das war ihm Antwort genug.
„Okay, dann werde ich den Anderen Bescheid geben, dass wir seltenen Besuch haben“, sagte er dann und griff nach seinem Walkie-Talkie.
„Warte!“, Mit einer bestimmenden Geste legte sie dem Posten die Hand auf den Arm. „Sag’ bitte niemanden, dass ich es bin.“

„Was tut das zur Sache?“, Percy war verwirrt.
„Sag es einfach niemanden, okay?“ wiederholte Tamisha.
Wieder räusperte sich der Wachmann.
„Gut. Aber wo willst du schlafen?“
Sein Blick folgte ihrer Kopfbewegung, dann hob er resignierend die Arme.
„Tamisha, Mädchen. Du willst doch nicht allen Ernstes behaupten, dass du hier-“
Sie sah ihn eindringlich an und er verstummte.
„Ich habe einen Schlafsack dabei“, antwortete sie dann, um ihn etwas zu beschwichtigen.
Percy kratzte sich verlegen am Kopf.
„Tja... also“, begann er und trat von einem Bein auf das andere, “dann lass ich dich jetzt wohl besser allein. Ähm, es gibt keine Strom mehr hier drin und falls du Essen brauchst oder sonst etwas benötigst, dann – meld dich einfach bei uns in der Wachstube, ja ?“
Tamisha nickte und ein schüchternes Lächeln huschte über ihre Lippen.
„Ich danke dir, Perc.“

Percy, der alternierende Wachmann verließ das große Haus, aber seine Gedanken waren noch immer bei der Frau, diesem überraschend aufgetauchtem Gast.
Ruhe, Frieden, endliche einen Abschluss finden, hatte sie gesagt.
Es war jetzt fast ein Jahr her, dass diese schlimme Nachricht die ganze Welt erfasst und wachgerüttelt hatte. Viele Menschen hatten damals geschockt fassungslos vor Radio und Fernsehen gesessen. Am Anfang wollte es einfach niemand glauben. Dann kam die Gewissheit und die Trauer, später Verzweiflung und Gerüchte.
Und jetzt, knapp einem Jahr nach dem Tod des Eigentümers drohte dem Anwesen ein Sturm, der alles wegzufegen bereit war.
Es war der Wind des Vergessens, der über Neverland Valley blies...
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Re: Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Sunflower » 29. Mär 2012, 16:15

Die Mutprobe (Auszug)Sie kam nicht mehr dazu, ihren Gedanken weiter zu verfolgen. Ein schmatzendes Geräusch drang an ihr Ohr. Tamisha erstarrte und wagte es nicht, sich in die Richtung zu drehen, aus der das Geräusch kam. Es wurde lauter und entwickelte sich zu einem tiefen Grollen. Die junge Frau erschrak und ihr Kopf flog nach links. Vier Paare bernsteinfarbene Augen starrten sie an, unter den hochgezogenen Lefzen prangten weiße Fangzähne – Wachhunde!
Tamishas Atem ging stoßweise. Sekunden konnte sie sich nicht vom Fleck rühren. Sie stand vier ausgewachsenen Dobermännern gegenüber. Die Tiere fixierten sie. Austrainierte Muskeln zeichneten sich unter dem Fell deutlich ab. Doch sie griffen nicht an. Noch nicht, denn keiner hatte ihnen bisher den Befehl dazu gegeben. Noch während die junge Frau versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen, hörte sie von Weitem einige Männerstimmen. Im Gebüsch vor ihr konnte sie ein kleines Aufflackern der Taschenlampen wahrnehmen.
Der Instinkt war stärker. Sie begann zu rennen, wie sie noch nie in ihrem Leben gelaufen war. In einiger Entfernung hörte sie einen kurzen Pfiff und das laute Bellen der Hunde verriet, dass sie ihr dichtauf gefolgt waren. Verstecken war unmöglich, denn diese Biester waren abgerichtet. Sie musste zusehen, dass sie wieder zum Zaun kam. Die Wachposten würden mit gezogenen Waffen am Hügel stehen und abwarten, um sie vor den Lauf zu bekommen. Wie ein Hase schlug Tamisha Haken, um die Hunde auf Abstand zu halten. Immer wieder rutschte sie aus, fing sich wieder. Panik ergriff sie. Sie hatte von Leuten gehört, die auf fremden Grundstücken erschossen worden waren. Das Kläffen der Hunde war jetzt dicht neben ihr. Trainiert attackierten sie die Hosenbeine, um sie so auf den Boden zu zwingen. Die junge Frau versuchte im Laufen die Tiere an der Schnauze zu treffen. Gleichzeitig drangen Wortfetzen der Männer an ihr Ohr, die sie zum Aufgeben aufforderten.
Sie konzentrierte sich auf den Weg. Stehenbleiben war jetzt ihr Todesurteil. Doch dann merkte sie, wie ihr rechtes Bein wegsackte. Sie steckte fest! Noch während sie mit aller Kraft versuchte, ihr Bein aus dem Erdloch zu ziehen, spürte sie einen Windhauch neben sich. Als sie aufblickte, sah sie die weißen scharfen Zähne nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt. Tamishas Hände waren beinahe taub, aber unter moderndem Laub spürte sie einen Stock. Sie zog ihn hervor und jagte ihn quer in das Maul des größten Hundes, dessen fauliger Atem ihr direkt ins Gesicht schlug. Er biss tatsächlich zu und begann zu ziehen. Diese Bewegung nutzte sie sofort, um sich aus ihrer Notlage zu befreien. Sie musste es schaffen! Das Erdreich gab ihr Bein frei und sie nutzte die Bewegung, um sich auf den Dobermann zu stürzen. Der muskulöse Körper des Tieres machte einen Satz zur Seite und Tamisha folgte seinen Bewegungen, um ihm gezielt einen Hieb auf die Schnauze zu verpassen. Der Wachhund jaulte auf. Die anderen Hunde waren immer noch hinter ihr.
Obwohl es gefährlich war, wagte sie einen Blick zurück. Es trennten sie keine zweihundert Meter mehr von den Wachleuten. Sofort spannten sich alle Muskeln ihres Körpers und sie rannte weiter. Der kalte Wind stach in ihrem Hals und trieb ihr die Tränen in die Augen. Die extreme Anstrengung ließ ihren Brustkorb vor Schmerzen brennen. Sie hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen, als sie den Zaun entdeckte. Die Muskeln in ihren Beinen wurden immer härter, selbst das Adrenalin konnte den Schmerz nicht mehr verhindern. Aber der Kopf war auf Flucht programmiert. Gezielt hefteten sich die Augen auf das Ende des Weges. Hinter ihr herrschte helle Aufregung. Gleich hatte sie es geschafft. Ihre Hände streckten sich aus und umfassten das harte Holz.

„Mr Jackson? Dave fragt, ob Sie für heute Abend noch einen bestimmten Wunsch haben.“
Der junge Mann löste seinen Blick von der Fensterscheibe.
„Nein, danke Fred“, antwortete er. „Sagen Sie Dave, er soll sich schlafen legen. Es ist heute spät geworden.“
„Ich richte es ihm aus.“ Der Fahrer der Limousine griff nach dem Autotelefon und wählte.
Michael beobachtete die vertraute Geste seines Fahrers. Die Trennscheibe war heruntergefahren, damit man besser miteinander kommunizieren konnte. Er selbst spürte ein Brennen in den Augen. Mittlerweile war es vier Uhr morgens. Die Party hatte lange gedauert, aber es hatte sich gelohnt.
Der Wagen machte eine schunkelnde Bewegung und die Trassen an seinem mit Pailletten bestickten Kostüm raschelten. Er liebte dieses kurze Schunkeln. Es war das Zeichen, dass sie auf der Nebenstraße zu Neverland waren. Jetzt dauerte es nicht mehr lange und er konnte endlich die Beine ausstrecken. Mit einem Seufzen lehnte sich der junge Mann zurück und sah wieder durch die getönte Scheibe. Es hatte tatsächlich noch ein wenig geschneit. Eine Wetterlage, die es in Kalifornien so gut wie nie bisher gegeben hatte. Sicherlich würde es morgen wieder ein kalter Tag werden.
„Oh verdammt!“, rief Fred plötzlich, und noch bevor Michael fragen konnte, was los war, wurde er von seinem Sitz in die Mitte der Limousine geworfen. Die Bremsen griffen hart zu und brachten den langen Wagen zum Stehen. Gleichzeitig ertönte ein dumpfer Knall und etwas wie ein Schatten flog über die Motorhaube.
„Großer Gott, Fred!“, entfuhr es dem jungen Mann und er suchte den Blick seines Fahrers im Rückspiegel. Doch dieser reagierte sofort und sprang aus dem Wagen. Michael zögerte. Er konnte seine Beine kaum bewegen. Schließlich griff er nach dem Knauf und öffnete die Seitentür. Lautes Hundegebell und aufgeregte Rufe schlugen ihm entgegen. Er lief eilig nach vorn, wo sein Fahrer sich über die Gestalt einer jungen Frau beugte.
„Ich konnte nichts machen“, stammelte er, „ist mir einfach vor ’n Wagen.“
„Schon gut“, versuchte Michael ruhig zu antworten. Auch ihm saß der Schreck in den Knochen. „Ist sie verletzt?“
Fred griff mit den Fingern nach ihren Hals. „Sie hat zumindest Puls. Alles andere-“
„Mr Jackson!“ Die Wachposten waren über den Zaun gesprungen. Einer der Männer leinte die Hunde an.
„Jack!“, rief Michael den obersten Wachposten beim Namen, „Was ist passiert?”
Der Wachmann blieb vor ihm stehen und keuchte. Seine blonden Haare waren nass geschwitzt. „Ist eingedrungen“, stammelte er, „konnten sie nicht einholen – ist über den Zaun“
Hinter sich hörte Michael, wie die junge Frau aufstöhnte. Sofort drehte er sich um und kniete sich neben seinen Fahrer zu ihr hinunter.
„Fred“, sagte er und strich der jungen Frau über das blonde Haar, „hol sofort Dr. Ascot!“
Dieser nickte und raffte sich auf. Das Mädchen stöhnte erneut auf und ihre Augenbrauen zogen sich zusammen. Sie war zumindest bei Bewusstsein. Michael sah in ihr Gesicht. Es war schmerzverzerrt, aber gleichzeitig stellte er fest, wie unglaublich fein es gezeichnet war. Neben ihm beugte sich Jack zu ihm herunter.
„Es tut mir leid. Aber wir konnten doch nicht-“, begann er verzweifelt seine Situation zu rechtfertigen. Michael hob die Hand und der Wachmann verstummte.
„Wir werden später darüber reden, Jack“, teilte er ihm ruhig, aber bestimmt mit. Sein Blick war noch immer auf das Mädchen gerichtet. Besorgt strich er ihr eine weitere Haarsträhne aus dem Gesicht. Die Kälte kroch durch seine Kleider. Seine Hand streichelte ihr über die Wange. Sie war eisig und seine Handfläche fühlte sich dagegen fast heiß an.
„Halte durch!“, flüsterte er.
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Re: Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Sunflower » 29. Mär 2012, 16:15

Auf der Straße (Auszug)Denzel sah auf, als er seine Freundin mit dem Jungen im Schlepptau in den „Saal“ treten sah.
Ein großer Raum mit einer kuppelähnlichen Decke. Sie waren hier fast zehn Meter unter der Erde und hatten monatelang Stein, Geröll und Sandstein bezwungen. Später hatte man den kargen Boden zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Kälte mit feinem Bausand nach und nach aufgefüllt. Dies hier war seitdem Rückzugsort und Lager der „Panthers“.
Der junge Mann folgte seiner Freundin mit den Augen, als sie weiterging und vor Fox stehen blieb. Dieser hatte sich in seinem Reich königlich eingerichtet. Auf einem Podest stand ein alter, edler Lehnstuhl und das Bild seiner Huldigungen wurde durch allerhand Tuch und Stoff in den verschiedensten Farben feierlich umrahmt. Der Rest des Raumes war nahezu kahl, in den Ecken standen alte große und kleinere Holzkisten, auf denen man ausruhen konnte.
Er widmete sich wieder seinen Fingernägeln, die er gerade mit einem Taschenmesser säuberte.
Tamisha hatte sich mittlerweile fast zu so etwas wie einem Günstling von Fox erhoben. Sie arbeitete hart und gut, aber erst durch die Entdeckung ihrer Unterkunft war sie vom Leader immer weiter in die engeren Kreise gezogen worden.
Denzel räusperte sich und drückte sich weiter in die Jutesäcke. In den letzten vier Jahren war so viel passiert. Er konnte noch immer nicht recht glauben, mit welcher Energie Tamisha anscheinend beschlossen hatte, sich in der Hierarchie hochzuarbeiten. Wie eine Besessene hatte sie jeden Auftrag genommen, sogar derart an sich gerissen, dass er Angst um sie bekommen hatte, sie würde sich zu sehr übernehmen. Denn die anderen Jungs waren ebenso erpicht darauf, sich beweisen zu können. Seine Gefährtin kam auf ihn zu und der feine weiße Sand staubte um ihre Stiefel. Sie drehte sich um und ließ sich mit ausgebreiteten Armen in die Säcke fallen.
„Was für ein Tag“, sagte sie seufzend, legte den Kopf in den Nacken und schloss kurz die Augen.
Denzel klappte sein Messer zu und drehte sich zu ihr auf die Seite.
„Scheint erfolgreich gewesen zu sein.“
Sie nickte, hielt die Augen jedoch geschlossen und faltete die Hände auf der Brust zusammen.
Der junge Mann musterte sie genauer. In solchen Momenten, wenn sie neben ihm lag und sich langsam entspannte, sah sie fast wieder so aus wie das junge Mädchen von damals. Noch immer war ihr Gesicht blass und spitz, aber es hatte sich verändert. Es war reifer geworden, trotz der weichen Gesichtszüge hatte es etwas markant Weibliches. Sein Blick blieb an ihren vollen Lippen hängen und er widerstand dem Drang, sich nach vorn zu beugen und sie zu küssen. Wenn sie ihn wieder ablehnte, wollte er nicht, dass die Meute es mitbekam und ihn auslachte.
Seit vier Jahren spielten sie nun dieses Spiel. Am Anfang heftig und leidenschaftlich, hatte er im Laufe der Zeit erkennen müssen, dass sie seine Gefühle nicht erwiderte, nicht so, wie er für sie empfand. Immer öfter war sie ihm aus dem Weg gegangen, hatte nach Ausflüchten gesucht. Auf sein Drängen zu einer Aussprache war sie regelrecht geflohen. Und irgendwann hatte es sich eingeschlichen, dieses Zusammensein als „Zweckgemeinschaft“ wie er es sarkastisch bezeichnete. Sie beide wollten sich nicht voneinander trennen, aber der Zwiespalt zwischen Freundschaft und Liebe geriet zu einer Zerreißprobe. Ja, sie waren immer noch zusammen, gingen gemeinsam ihren Geschäften nach, wobei Tamisha immer weiter ihren eigenen Weg verfolgte. Ab und an schliefen sie noch miteinander. Aber es war nicht mehr dasselbe wie früher. Das Mittel zum Zweck eben, wenn einer von ihnen das Bedürfnis hatte. Danach konnten sie sich meist tagelang nicht in die Augen sehen.
Tamisha neben ihm bewegte sich und stützte sich auf die Ellenbogen.
„Der Junge ist höllisch gut“, bemerkte sie und Denzel senkte den Blick. Er wusste, dass sie ablenken wollte.
„Und der Rest?“, fragte er, um sie in ein Gespräch zu verwickeln. Ihre Nähe war selten geworden und er versuchte, den Moment noch ein wenig in die Länge zu ziehen.
Die junge Frau schnalzte mit der Zunge, als sie über den Raum zu den drei anderen Jungs sah, die sich auf den Kisten verkrochen hatten.
„Dickie ist schnell, Josh ist zielsicher“, antwortete sie und drehte sich auf die Seite in seine Richtung. „Aber sie haben keine Disziplin.“
Denzel streckte die Hand aus und strich ihr eine lange Ponysträhne aus dem Gesicht.
„Dann diszipliniere sie!“, sagte er rau und spürte seine Unruhe, als der Blick ihrer blauen Augen ihn traf.
Seine Freundin rutschte herum. Sie versuchte die Kuhle, die sich gebildet hatte, anzupassen. Sie stutzte, als Papier unter ihr raschelte. Mit zusammengezogenen Augenbrauen griff sie unter ihre Rippen und zog eine zusammengefaltete Zeitung hervor.
Denzel schürzte die Lippen, sagte aber nichts. Er wusste, dass sie gleich das Papier auseinanderfalten und die Artikel nach etwas Bestimmtem durchforsten würde.
„Tam“, seufzte er, „es steht nichts drin.“
„Das sagst du immer“, antwortete sie geistesabwesend, während ihr Blick systematisch eine Seite nach der anderen nach Informationen durchsuchte. Denzel ballte die Hände zu Fäusten und dann konnte er sich nicht mehr beherrschen. Mit einem Ruck entriss er ihr die Zeitung und zerknüllte sie in seinen großen Händen. Tamisha, einen Augenblick fassungslos, warf ihm einen wütenden Blick zu.
„Ich war noch nicht fertig“, zischte sie.
„Ja, Liebes ich weiß“, antwortete er ruhig und warf den Papierball auf den Boden.
„Ich habe-“ begann seine Freundin, doch er unterbrach sie.
„Tam, die sind zum Einschüren da und nicht, um irgendwelche sinnlosen Neuigkeiten zu lesen.“
„Lesen bringt einem aber ’ne Menge Informationen“, erwiderte sie kühl, „sonst hätte ich mit Timothy heute zum Beispiel den Plan nicht weiterentwickeln können.“
Auf Denzels Stirn bildete sich eine Falte und er beugte sich dicht zu ihr herüber.
„Willst du mich jetzt wieder dran erinnern, dass ich mittlerweile einen Rang unter dir bin?“, fragte er leise und bedrohlich. Die junge Frau hielt seinem Blick stand.
„Ich habe mich diese drei Ränge durchgekämpft und ich werde auch noch weiterkommen.“
„Vielleicht“, antwortete er und seine Lippen verzogen sich zu einem sarkastischen Lächeln.
„Aber nicht, wenn du nicht aufhören kannst, an diese wenigen Tage zu denken. Michael Jackson ist längst Geschichte und du hast ihn immer noch nicht vergessen.“ Seine Stimme wurde etwas lauter, als er die Überraschung in ihren Augen gesehen hatte. Seine eigenen verletzten Gefühle waren stärker.
„Oh komm schon, Tam!“, fuhr er fort. „Der Mann ist für dich so unerreichbar wie der Mond. Vergiss ihn! Für ihn warst du sicherlich nicht mehr als leichte Beute. Er kennt schon lange nicht mehr deinen Namen.“
Ein Schlag traf ihn am Kinn und er schmeckte Blut auf seiner Zunge.
„Gut agiert“, entgegnete er, nachdem er sich wieder gefasst hatte. Es war so einfach, ihren wunden Punkt zu reizen.
Als Denzel zu kichern begann, sprang Tamisha auf und packte ihn am Kragen seines Pullovers. Er hob die Arme, um ihre Schläge abzufangen und lachte dabei. Es machte sie noch rasender, aber er genoss es.
„Hee!“
Der Schrei von Fox ließ sie innehalten. Keuchend sah Tamisha auf ihren Freund hinunter und ließ ihn auch nicht aus den Augen, als der Leader rief:
„Aufhören! Oder ich muss mich ernsthaft um eure nächsten Aufträge sorgen?“
Tamisha schluckte und fixierte Denzel noch einmal mit einem langen Blick, bevor sie aufsprang und mit erhobenem Haupt den Saal verließ.
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Re: Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Sunflower » 29. Mär 2012, 16:16

Nichts ist, wie es scheint (Auszug)Müde rieb sich Tamisha die Augen und griff erneut zum Lappen. Die Küche war ein einziges Durcheinander, dafür sahen das Wohn- und auch das Esszimmer schon wieder besser aus. Ein Blick auf die Uhr ließ sie aufstöhnen. Jetzt war es mittlerweile zwei Uhr nachmittags. Langsam spürte sie die durchfeierte Nacht. Sie hatte Michael ihr Bett überlassen und bereits noch in den wenigen verbliebenen Stunden der Nacht begonnen aufzuräumen. Sie hoffte nur, dass sein Kater nicht allzu heftig sein würde.
Mit dem hatte heute auch Janet zu kämpfen, als sie gegen neun Uhr schlaftrunken in die Küche schlurfte. Tamisha hatte sie bereits im Flur gehört.
„Schscht-schscht. Böse Mietze, böse Mietze. Aua!“
Nachdem sie zusammen einen richtig starken Kaffee getrunken hatten, kam auch Sarah dazu. Ihr fehlte weiter nichts außer etwas Schlaf. Ihr strahlendes Lächeln quittierte Janet mit einem Maulen, bevor sie sich ins Wohnzimmer zum Putzen verabschiedete.
Gedankenverloren ließ Tamisha den blauen Putzlappen immer wieder über ihre Hand wandern. Sie dachte, sie hätte gegen halb zwölf die Badezimmertür gehört. Vielleicht hatte sich Michael wieder hingelegt. Verlegen biss sie sich auf die Lippe. Wie sollte sie es jetzt am besten anstellen? Ihr fielen gleich mehrere Möglichkeiten ein. Sie könnte Michael wecken und ihn hinter dem Rücken der Anderen aus dem Haus schleusen. Oder sie ging aufs Ganze und schenkte beide reinen Weine ein.
„Guten Morgen.“
Überrascht sah Tamisha auf und sah Michael in der Küchentür stehen. Sie räusperte sich.
„Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?“, fragte sie.
„Wie man’s nimmt“, antwortete er und kratzte sich am Kopf. „Ich hab Kopfschmerzen.“
„Du hast ’nen ordentlichen Kater, würde ich sagen“, verbesserte sie ihn und lächelte. Er hob verlegen die Schultern und sie musterte ihn.
Er hatte eine schwarze Jeans angezogen und ein weißes T-Shirt unter einer schwarzen feinen Strickjacke. Die Haare hatte er zu einem Zopf gebunden, aber ein paar kecke Locken hingen ihm ins Gesicht. Sie überlegte. Wann hatte er die Klamotten mitgebracht? Auch ansonsten sah er relativ fit aus. Er hatte sich abgeschminkt und neues Make-up aufgelegt.
„Du siehst so frisch aus, dagegen wirke ich direkt wie ’ne Leiche“, stellte sie fest.
„Ich bin auch müde, glaub mir“, antwortete er und strich sich über die Augen.
„Wie sieht’s aus?“, fragte er dann. „Kann ich etwas helfen?“
„Du könntest den Tisch im Esszimmer abwischen“, schlug Tamisha vor, war aber nicht darauf gefasst, dass er blitzschnell nach dem Lappen in ihrer Hand griff und ins Esszimmer ging.
Sie blieb noch kurz so stehen, wie sie war, dann drehte sie sich seufzend zu den Resten auf den Platten um.

Mit ausholenden Bewegungen wischte Michael über den Tisch. Er war froh, dass er sich ein wenig nützlich machen konnte. In Gedanken versunken, begann er zu summen.
Erst das klirrende Scheppern eines herunter gefallenen Glases ließ ihn aufblicken. Sarah stand im Türrahmen zum Flur. Sie hatte den Mund aufgerissen und hielt die Hand noch immer in der Luft, als wäre das Glas noch dort.
„Guten Morgen, Sarah“, sagte er lächelnd und zwinkerte ihr zu. In das Wohnzimmer kam ebenfalls Bewegung.
„Herrgott Sarah, du Trampeltier!“, kam Janet herangestürmt. „Ich hab grade gewischt.“
Der Stiel des Wischmopps fiel ebenfalls zu Boden. Einige Sekunden starrte Janet den fremden Mann an, dann holte sie tief Luft.
„Tamishaaaaa!“
Michael sah verlegen hinter sich, wie sie angerannt kam. Als sie die Situation erfasst hatte, blieb sie stehen und lächelte.
„Oh, ihr habt euch bereits miteinander bekannt gemacht“, stellte sie ruhig fest.
„Das ist nicht witzig“, antwortete Janet und schnaubte. Sarah stand immer noch erstarrt am selben Fleck.
Michael trat neben Tamisha und reichte den beiden jungen Frauen nacheinander die Hand.
„Hi. Ich bin Michael.“
Diese Geste schien zu viel für die schüchterne Sarah zu sein. Sie kippte nach hinten und Janet konnte sie gerade noch auffangen.
„Hab ich was Falsches gesagt?“, drehte Michael sich zu Tamisha um und lächelte verlegen. Sie klopfte ihm auf die Schulter und ging an ihm vorbei.
„Tragen wir sie ins Wohnzimmer“, sagte Janet und Tamisha griff nach den Beinen ihrer Freundin. Schunkelnd trugen sie Sarah zur Couch und ließen sie vorsichtig ab.
„Michael, bring uns bitte mal ’nen Waschlappen aus dem Badezimmer!“, rief Tamisha über die Schulter zurück. Sie hörten, wie er die Treppe hinauf eilte.
„Was soll das?“, fragte Janet zischend über Sarahs Kopf hinweg, die jetzt zwischen ihnen lag.
„Ich dachte auch, ich könnte es anders regeln“, antwortete Tamisha betreten.
„Tam, verdammt! Das da draußen ist Michael Jackson. Du willst mir doch nicht sagen, dass er gestern schon–“ Sie stockte, als sie Tamishas schuldbewussten Blick entdeckte und zog scharf die Luft ein.
„Oh … mein … Gott!“, brachte sie mühsam hervor und hielt sich die Hand vor den Mund. Ihre großen Augen flogen umher.
„Das ist nicht dein Ernst, oder?“, fragte sie entsetzt. „Michael ist dein Freund?“
„Ja“, antwortete Tamisha, fügte aber hastig hinzu: „Aber wir sind nur befreundet, wir haben nichts miteinander.“
Sarah kam langsam wieder zu sich und stöhnte. Tamisha und Janet unterbrachen das Gespräch, als Michael zu ihnen gelaufen kam.
„Hier“, sagte er und reichte Sarah den Lappen. Diese hob kurz den Kopf.
„Der ist ja tatsächlich echt“, stammelte sie, dann fiel sie erneut bewusstlos zurück.
Janet schnalzte mit der Zunge und nahm ihr den Lappen aus der Hand.
„Wie geht es ihr?“, wollte Michael wissen. Er hatte sich nach vorn gebeugt und stützte die Hände auf seine Knie.
„Die wird schon wieder“, antwortete Janet und tupfte ihrer Freundin die Stirn ab.

Es dauerte eine knappe Viertelstunde, bis Sarah soweit wieder hergestellt war, dass sie sich aufraffen konnte, sich hinzusetzen. Janet wich ihr nicht von der Seite und reichte ihr den Tee, den Tamisha gemacht hatte. Diese war in der Zwischenzeit mit Michael wieder in der Küche verschwunden.
„Es war wirklich nicht meine Absicht“, sagte Michael und faltete die Hände.
„Michael, das war ein dummer Zufall“, antwortete Tamisha und seufzte. Sie hatte ihn beiseite genommen, damit Sarah sich etwas erholen konnte. Ihm tat es schrecklich leid.
„Warum hast du denn nicht vorher angerufen?“, wollte sie wissen.
„Hab ich ja“, gab er beschämt zu. „Aber irgendwie konnte ich nichts sagen.“
Tamisha verschränkte die Arme vor der Brust. Der anonyme Anrufer war damit entlarvt.
„Wie lange willst du eigentlich bleiben?“, hakte sie sofort nach. Michael sah verlegen auf den Boden.
„Vielleicht ein paar Tage. Ich musste einfach mal raus.“
„Läuft grad nicht so gut, was?“, wollte Tamisha wissen. Michael schüttelte den Kopf.
„Nicht unbedingt, nein.“
Sie sah einen Muskel in seiner Wange zucken.
„Michael“, trat sie an ihn heran, „Abgesehen davon, dass es dein Haus ist ... natürlich kannst du bleiben. Wir haben nur kein Zimmer mehr frei ...“
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Re: Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Sunflower » 29. Mär 2012, 16:16

Doch eines bleibt (Auszug)Die Show im Münchener Olympia-Stadion war ein voller Erfolg. Ebenso wie vorher in Seoul, Korea, lief die Technik bisher fehlerfrei.
Thomas Gottschalk, dieser wahre Riese, führte gekonnt durch die Show. Alle Künstler gaben ihr Bestes für diesen guten Zweck.
So auch Michael. Im Laufe der einzelnen Acts hatte er langsam seine Anspannung verloren. Er war gut vorbereitet, was konnte passieren?
Eben. Alles lief glatt. Das Medley zuerst putschte ihn auf, Slash neben ihn spielte grandios, als sie Black or White performten. Auch Billie Jean war wie immer. Die Choreografie hatte er zwar wieder erst mühsam einstudieren müssen, denn, wenn er sie für sich tanzte, war sie jedes Mall anders, aber dem Publikum gefiel es. Der Moonwalk, der Spin – sie wollten es genau so. Und er gab es ihnen.
Dann lief er kurz von der Bühne und griff nach der Flasche Wasser, die Karen ihm entgegen hielt. Während er hastig ein paar Schlucke trank, riss Michael Bush ihm förmlich die Jacke hinunter und Michael streckte wie ein Schlafwandler die Arme nacheinander aus. Er drehte sich zu ihm um und die Männer lächelten sich an. Sie waren ein eingespieltes Team.
Währenddessen betraten die Leute die Bühne. Es waren so viele Gesichter, die die Einheit darstellen sollten. Michael beeindruckte diese Menschenmasse erneut, auch wenn er sie heute erst in den Proben gesehen hatte. Sie waren Statisten, aber sie freuten sich und man konnte erkennen, dass sie den Augenblick mit gespannter Neugier erlebten.
Die ersten Töne erklangen und Michael nickte den Takt mit dem Kopf mit. Dann ging er, den Blick auf die Leute gerichtet, langsam auf die Bühne zurück.
Der Earth Song begann. Die Stimmung war fantastisch. Vor ihm jubelten die Menschen, klatschten, sangen mit und feierten einfach. Michael lächelte. Das hier war die beste Möglichkeit, die Leute zu erreichen.
Er breitete die Arme aus, ließ sich in die Musik fallen. Dieses Lied war wichtig, so wahnsinnig wichtig. Als Symbol wollte er es in die ganze Welt tragen. Ihm war die Idee gekommen, die Brücke wieder einzusetzen. Die Aussicht war fantastisch! Die Musik erfasste ihn, er schrie und reckte die Faust in die Luft. Völlig in Ekstase stampfte er auf, drehte sich um sich selbst, verschwand in dem Nebel der Eisnebelmaschinen und tauchte wieder auf.
So aufgeputscht bemerkte er erst Bruchteile von Sekunden später, dass etwas nicht stimmte. Rechts neben ihm tat es plötzlich einen Schlag mit dem Geräusch, das nur berstendes Metall von sich geben konnte. Überrascht sah er sich um, und während er noch überlegte, dass das so nie aussah, spürte er plötzlich einen stechenden Schmerz im Arm. Eine der Feuerwerkskörper hatte sich verirrt und war direkt an ihm abgeprallt.
Seine Füße verloren für einen kurzen Augenblick den Halt und erst jetzt realisierte er, was hier los war. Er stürzte ab!
Geistesgegenwärtig krallte er sich an die Stange vor sich fest. Noch immer sang er, während ihm das Adrenalin in den Ohren rauschte. Der Fall wurde schneller und schneller. Um ihn herum gab es immer noch die Explosionen, als unter ihm aus dem Nebel plötzlich die Menschen auftauchten. Er sendete ein Gebet zum Himmel, dass er nicht auf die Leute fallen möge und er hörte ihr Geschrei. Es war das pure Entsetzen.
Michaels Kopf aber war klar. Instinktiv ging er in die Knie und bereitete sich vor. Wie viele Meter mochten ihn wohl noch von dem harten Betonboden trennen, der jetzt in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit auf ihn zuraste. 20 Meter? 18?
Es ging alles rasend schnell. Als die Brücke krachend in den Orchestergraben fiel, nutzte er den Schwung, um seinen Körper zu drehen. Eine andere Wahl hatte er nicht. Für einen Moment spürte er, wie er durch die Luft geschleudert wurde.
Als er mit dem Rücken halb zwischen Brücke und Boden aufprallte, blieb ihm die Luft weg und er verlor für einen kurzen Moment das Bewusstsein. Alles war dunkel und leise.
„Michael! Michael, steh auf!“ Das war die Stimme seines Vaters.
„Ich kann nicht“, wimmerte er.
„Michael enttäusch das Publikum nicht!“
Dann japste er und schlug die Augen auf.
Die Schreie der Menschen waren hysterisch. Er schüttelte den Kopf und spürte, wie dieser bis hinter seine Augen schmerzte. Die Worte seines Vaters hallten noch immer in ihm nach.
Egal was kommen sollte, er durfte seine Fans nicht enttäuschen.
Stöhnend richtete er sich auf und griff zum Rand der Bühne. Erst die eine Hand, dann das Bein. Er verbot es sich zu schreien, kniff die Augen zusammen, als ein höllischer Schmerz durch seinen Körper jagte. Unfähig, sich zu bewegen, tanzende Funken vor den Augen, versuchte er durchzuatmen. Sein gesamter Brustkorb schien wie gelähmt.
Mit seiner ganzen mentalen Kraft, die er aufbringen konnte, stützte er den zweiten Arm ab, zog das andere Bein nach.
Gott sei Dank! Die Musik spielte noch, seine Sänger trugen das Stück weiter. Das war es, was er in sich aufnahm: die Musik, als er in der Mitte der Bühne stand und das Lied beendete.
Jeder Atemzug schmerzte und er hatte jetzt die Möglichkeit, ihn rauszuschreien. Verzweifelt warf er einen Blick in das Publikum. Einige waren entsetzt, andere weinten. Weiter hinten hatte man es anscheinend nicht richtig mitbekommen, denn dort jubelten die Leute.
Endlich war der Song zu Ende.
Jetzt kam alles auf ihn an. Brach er zusammen, war alles vorbei. Enttäusch das Publikum nicht!
Zu keinem anderen klaren Gedanken mehr in der Lage, taumelte er zum Bühnenrand. Bush starrte ihn entgeistert an, Karen griff nach ihm.
„Setz dich...“
„Nein!“, rief er. Wenn er jetzt verschwinden würde, wüssten die Leute, dass etwas passiert war. Das konnte er nicht zulassen. Er musste das hier zu Ende bringen.
Wie betäubt griff er zu einem Mikrofon, dass ihm irgendjemand hinhielt, und lief zurück. Er ging nicht, er lief. Jede Sehne seines Körpers, jeder Muskel war zum Zerreisen angespannt, während sein Kopf leer war.

Wie er „You are not alone“ überstanden hatte, er wusste es nicht. Mit aller Macht zwang er sich dazu, die Selbstbeherrschung aufrecht zu erhalten. Seine Kraft lag in jedem Wort, für das ihm der Atem fehlte.
Dann der letzte Ton. Der Schweiß lief ihm am Körper entlang. Er streckte die Arme aus und verbeugte sich. Doch der Jubel drang nicht mehr zu ihm durch. Seine Zähne bissen sich zu einem Lächeln zusammen. Runter, er musste hier runter. Länger konnte er nicht mehr durchhalten.
Doch Michael bewahrte Ruhe, als er die Bühne verließ. Tief in sich wusste er, was passieren würde, sobald seine Füße den sicheren Boden verließen. Mit erhobenem Kopf trat er ab.
Die Menschen, die sich am Bühneneingang versammelt hatten, ignorierte er. Mit einem eingefrorenen Lächeln nickte er ihnen zu und schritt zügig voran, als sie ihm staunend Platz machten.
Jetzt erst konnte auch das Adrenalin nicht mehr helfen. Hilflos zuckte er zusammen, als ihm der Atem stockte. Mit aufgerissenen Augen stolperte er vorwärts. Die Tür. Er musste unbedingt seine Umkleidekabine erreichen.
Der Türgriff schien Meter weit weg zu sein und er spürte noch das kalte Metall, als er sie hinunter drückte.
Die Tür sprang auf und das Letzte, was Michael sah, war eine völlig schockierte Karen, die auf ihn zugerannt kam.

Als Michaels Köper in Deutschland dumpf aufschlug, schreckte Tamisha, Tausende Kilometer weiter weg in Amerika, schreiend aus einem Traum auf.
Keuchend sah sie sich in der Dunkelheit um. Doch in ihrem Kopf hämmerte nur ein Gedanke: Michael!
Sie starrte auf das Fenster vor sich. Es war Vollmond. Sie hatte geträumt.
„Tamisha!“ Janet kam in ihr Zimmer gerannt. „Was ist los?“
Die sanften Hände ihrer Freundin strichen ihr die nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht und drückten ihren Kopf an die Schulter.
Wie in Trance ließ die junge Frau es zu. In ihrem Kopf rasten die Gedanken. Dann bahnten sich die Tränen ihren Weg, ihre Augen brannten.
„Janet“, schluchzte sie. „Ich hatte so gehofft, ich hätte es geschafft. Aber dieses verdammte Band! Dieses gottverdammte Band.“
Ihre Freundin wiegte sie vorsichtig. Das Nachthemd wurde nass, aber das störte sie nicht.
„Es ist etwas passiert. Irgendetwas stimmt nicht“, fuhr Tamisha fort und schniefte. „Ich weiß es. Und es wird nie aufhören! Nie, nie, nie!“

Zu bestellen ist das Buch bereits unter tamisha-das-buch@gmx.de


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:ggg55:
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Re: Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Remember MJ » 29. Mär 2012, 22:46

Klingt Interessant liebe Sunflower.....

Vielen lieben Dank fürs posten.

Knuddelgrüße
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Re: Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Sunflower » 2. Apr 2012, 16:57

Nu wird es offiziell:
In dieser Woche wird alles startklar gemacht und ab geht die Post zum Drucker.
nun habe ich lange hin und her, rauf und runter kalkuliert. Und dabei sind zwei Überraschungen zu Tage getreten:

1) Dieses Buch mussten wird sage und schreibe in 2 Teile splitten. Es gibt einfach so viel zu erzählen, dass knapp 400 Seiten nicht dafür ausreichen und mehr war nicht möglich, da es nicht nur den Rahmen, sondern auch den Preis sprengen würde.

2) Es gibt viele Kosten, die zu beachten sind. Wenigstens die Selbstkosten müssen wieder rein. Da ich davon ausgehe, dass sich das Buch noch anderweitig verkauft, gibt es für die Erstbesteller einen Vorteilspreis von
14, 95 € und...

3) eine persönliche Widmung.

Natürlich werden die hübschen Exemplare gegen Vorkasse gelierfert. Kontodaten etc. von mir bekommt ihr per PN.

Bestellungen werden AB SOFORT angenommen und im Laufe dieser Woche von mir gleich bearbeitet. Also: entweder per PN oder unter tamisha-das-buch@gmx.de
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Re: Tamisha - life changes in so many ways

Beitragvon Blackpearl » 2. Apr 2012, 18:04

hallo sunflower :winki_22:
habe eben erst deinen eintrag entdeckt, werde mir alles in ruhe durchlesen und dann natürlich
einen kommentar abgeben :jc_doubleup: :biggrinn: .

grüße blackpearl :MJHerz1:
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