The King of Style in deutscher Übersetzung

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Re: The King of Style in deutscher Übersetzung

Beitragvon Gabi-Maus » 12. Feb 2013, 19:51

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Re: The King of Style in deutscher Übersetzung

Beitragvon Remember MJ » 21. Feb 2013, 12:13

Eine Geschichte (laut) schmettern
(Ein Wortspiel: „Belting out a Story“. „To belt out“ heißt „schmettern / laut singen“ und es geht um einen Gürtel „belt“)

Die Bad Tour 1987 war die erste, die Michael ohne seine Brüder machte. Michael brach auf, um auf das Publikum auf der ganzen Welt, beginnend in Japan, einen unauslöschlichen Eindruck zu hinterlassen. Zum Zeitpunkt, als sie vorbei war, hatte die Bad Tour den Eintrag im Guinness Buch der Weltrekorde für die kommerziell erfolgreichste Tour der Geschichte bekommen, indem sie mehr als 124 Millionen Dollar von September 1987 bis Januar 1989 generiert hatte.

Noch nie war ich außerhalb der Vereinigten Staaten, geschweige denn hinter den Kulissen einer Konzerttour gewesen, und ich war erstaunt, wie weit Michael ging, um ein unvergleichliches Debüt seiner Solotour zu garantieren. Ein gecharterter Jumbo Jet transportierte 22 LKW-Ladungen an Equipment. Für den Bühnenaufbau wurden 700 Strahler, 100 Lautsprecher, vierzig Laser, drei Spiegel und zwei 24 mal 18 Foot große Leinwände benötigt. Es gab an die 150 Mitglieder für Michael als Betreuerstab, inklusive meiner Person als sein Ankleider. Außenstehende, besonders Reporter, sprachen immer von uns als Michaels „Entourage“ (i.S.v. Gefolgschaft), aber Michael war nicht dieser Meinung. Er kannte die meisten von uns mit Namen und erwartete niemals, ihm einfach blind zu folgen. Meine Sinne waren überfrachtet inmitten der vorbeihastenden Arbeiter und der Bühnencrew, der Techniker, Tänzer und Fans, die sich vor Michaels Florsheim-bedeckten Füßen verbeugten. Nur eine Kostprobe dieses verrückten, wundervollen Festivals, und ich war süchtig.

Eines Nachmittags gegen Ende des europäischen Legs der Bad Tour rief Michael mich in meinem Hotelzimmer an und sagte mir, ich müsste sofort Dennis ans Telefon bekommen. „Es ist 2 Uhr morgens in Kalifornien“, protestierte ich, aber Michael hatte kein Zeitverständnis. Es kam teilweise daher, dass er keine normalen Arbeitszeiten einhielt, oft nahm er bis in die Morgendämmerung auf, wenn er sich dazu veranlasst sah. Und wenn er gerade nicht aufnahm, gehörte Schlaf nicht zu seiner starken Seite, also hatte er nicht dieselbe innere Uhr wie der Rest der Welt. Es war leichter für mich anzurufen und Dennis aufzuwecken, als Michael dazu zu überreden mindestens bis Sonnenaufgang in L.A. zu warten. Aber ich versuchte es wenigstens, woraufhin Michael antwortete: „Zeit ist nicht unser Freund. Dennis muss jetzt wissen, was ich von ihm brauche.“

Mit klaren Anweisungen für Dennis im Kopf hatte ich die unglückliche Aufgabe, ihn aus seinem tiefen Schlaf zu wecken und ihm Michaels Botschaft zu überbringen: Entwirf einen Gürtel, der Michaels Leben abbildet und bring ihn zur Ranch, wenn er aus Japan zurückkehrt. Oh, und er muss aussehen, als wäre er vor tausend Jahren in Rom ausgegraben worden.

Michael hatte erklärt, dass der Gürtel mit seiner Geschichte ein Geschenk an sich selbst sei, um seine erfolgreiche Einweihung als richtungsweisender Künstler auf Solotour zu feiern. Zusätzlich zur Bad Tour bewerkstelligte Michael zur gleichen Zeit einen weiteren Kraftakt, auf den er ebenfalls stolz war – den Kauf der 3000 Acres, die als Neverland bekannt werden sollten.

Während Michael also den europäischen Leg zu Ende führte, fing Dennis damit an, einen erzählenden Gürtel zu skizzieren, der die bedeutenden Menschen und Meilensteine in Michaels Leben einfangen und darstellen würde. Zu lernen, wie man Wachsformen gießt, die die spätere Gestaltung in Sterlingsilber vorgaben, war nicht, was Dennis nervös machte. Er konnte sich alles beibringen – aber Michaels Leben zu bearbeiten war ein einschüchterndes Vorhaben. Sollte er darüber befinden, was wichtig für einen Mann ist, der so viele bedeutende Dinge getan hat? Dennis wollte nicht die Verantwortung dafür übernehmen. Also hatte Dennis den Plan, sofort einsatzfähig zu sein und Skizzen an Michael zu faxen, wo immer er sich gerade auf Tour befand. Während die Uhr Michaels Deadline entgegen tickte, sandte Dennis zu jeder Stunde in der Nacht Faxe, skizzierte und überarbeitete diese Skizzen bis er sieben Schilder fertig gestellt hatte, aus denen der erzählende
Gürtel bestehen sollte.

Michael schwärmte durch sein Interesse für die Künstler der Renaissance, besonders Michelangelo, für Engel. Michael fand, dass Michelangelos Fresco Das Jüngste Gericht an der Decke der Sixtinischen Kapelle das außergewöhnlichste Kunstwerk darstellte, das jemals erschaffen wurde. Also bezog Dennis einen kleinen Engel, der Michael repräsentieren sollte, auf jeder der Plaketten des Michaels Leben erzählenden Gürtels ein.
Auf dem ersten Schild schwebten fünf kleine Engel rund um die römisch dargestellte Zahl 5 (V), von denen der Engel, der Michael darstellte, sich in der Mitte befand und etwas größer war, seinen Start als Leadsänger der Jackson 5 ins Show Business darstellend. Das nächste war ein kleiner Engel, der über eine Sternschnuppe hinweg fliegt und stellt damit Michaels Solokarriere dar. Michaels Liebe zu Disneyland und seine langgehegte Freundschaft zu Elizabeth Taylor wurde auf dem dritten Schild durch die Illustration eines kleinen Engels gezeigt, der mit Pinocchio vor Cinderellas Schloss spielt. Pinocchio war Elizabeth Taylors Lieblingsfigur, Peter Pan die von Michael.

Als Gegenpart zu Michaels verspielter Seite fing das vierte Schild Michaels humanitären Geist und seine Teilnahme an We are the World ein mit einem geschnitzten kleinen Engel, der Weizenhalme hält vor einem amerikanischen Adler . Die fünfte Szene ist der selbsterklärende moonwalkende Engel, der einen kristallbesetzten Handschuh trägt. Um die Bedeutung des Beginns der Bad Tour zu feiern, wirft der Engel auf dem sechsten Schild einen Billie Jean Hut in die Luft, während er eine genaue Nachbildung des Gürtels trägt, den Michael auf der Tour an seinem Bein trug. Bubbles, der Michael in Japan begleitete, steht neben ihm. Die siebte und letzte Plakette repräsentiert Neverland. Das Logo für die Ranch besteht aus einem Halbmond, auf dem sich ein Junge wiegt, also ersetzte Dennis den Jungen für diese Plakette durch einen kleinen Engel.

Dies waren Momente, die Michael 1988 auf höchste Weise wertschätzte, verankert in einer Gürtelschnalle in Sterlingsilber, die zwei Engel abbildete, welche eine Krone über den Initialen MJ halten. Dennis arbeitete Tag und Nacht, ließ sich von Juwelieren beraten und brachte sich selbst das Schnitzen mithilfe des Wachsausschmelzgießverfahrens bei, einer komplizierten überlieferten Technik, die bei der Anfertigung von Skulpturen und Schmuck angewandt wird, alles in dem Bemühen, der Geschichte von Michaels Leben seine Ehrerbietung zu erweisen.
Während Michael die sieben Szenen aus Dutzenden von Skizzen, die Dennis ihm anbot, auswählte, wollte er darüber hinaus jedoch keinen weiteren Anteil bei der Anfertigung des Gürtels haben. Michael war daran interessiert, wie ein Künstler Menschen, Orte, Ereignisse und Dinge sah, also ließ er Dennis seine Kunst kreieren. Als er ein paar Tage vor Michaels Ankunft zuhause fertig war, platzierte Dennis den Gürtel auf zwei riesigen Samtkissen in der Bibliothek der Neverland Ranch.

Michael war von Ehrfurcht ergriffen, als er das sah. Ihm wurde schwindelig, und seine Stimme war brüchig am Telefon, als er damit rang die richtigen Worte zu finden, um seine Dankbarkeit und Bewunderung für Dennis‘ Talent auszudrücken. Als er sie aber fand, sprach er sanft und wohlüberlegt, betonte jedes schmeichelhafte und liebenswürdige Wort.
„Ich dachte, du würdest von diesem Projekt gelangweilt sein und das Interesse verlieren“, erzählte er Dennis, „aber jedes Detail ist der Beweis dafür, wie sehr du dich von Anfang bis Ende um alles gekümmert hast.“ Das war eine von Michaels beständigsten Befürchtungen: dass Leute, die mit ihm in irgendeiner Weise zusammen arbeiteten, an einem Punkt des kreativen Prozesses das Interesse verlieren würden. Noch größere Besorgnis löste bei ihm aus, dass diese fehlende Leidenschaft sich im Endprodukt zeigen würde.

Der Peter-Pan-Gürtel

1989: MJJ Productions holte die Erlaubnis ein Disneys Peter Pan für einen Gürtel verwenden zu dürfen und erhielt eine schriftliche Erlaubnis von Disney. Wir kauften Peter-Pan-Merchandise-Artikel, um die Ähnlichkeit zu erreichen. Die massive Gürtelschnalle aus Sterlingsilber misst 8 mal 6 Inches und zeigt Peter Pan mit gekreuzten Beinen, eine Panflöte spielend. Im Hintergrund sieht man einen kleinen Jungen, der im Mond unter einem Band mit der Aufschrift „Neverland Valley“ sitzt (das Ranch Logo). Sechs Schilder rund um den Gürtel bilden verschiedene Szenen aus dem Zeichentrickfilm ab: Die erste Plakette zeigt Wendy, wie sie lernt zu fliegen, die zweite Peter Pans Profil, die nächste die verlorenen Jungen, Tiger Lily, ein Piratenschiff und den Haken von Captain Hook, der über den Rand des Schildes hängt.

Come together

Als Michael uns traf, um sein Outfit für seinen Live-Auftritt von Come together (einem Song, der von John Lennon und Paul McCartney geschrieben wurde und an dem Michael durch seinen Katalog die Rechte besaß) in seinem Film Moonwalker zu planen, hätten seine Anforderungen an uns kaum unspezifischer sein können.
„Mach was (Typisches) für mich, Bush, aber mach es ungewöhnlich.“
Bei Bad ging alles nur um Gürtel, Schnallen, Polizeiabzeichen und um Biker-Optik, und seit dem Ende der Tour hatten wir angefangen, die Gürtelphase ausklingen zu lassen und unseren „Was hat Michael noch nicht getragen“-Prozess nicht mehr fortzuführen. Aber Come together war noch Teil der Bad-Ära, also mussten wir einen Weg finden im Thema zu bleiben und trotzdem Michaels Anforderung für „das Ungewöhnliche“ zu erfüllen.

Also zurück zum Gürtel.
Statt der Polizeiabzeichen á la „Special Officer“, welche die Bad-Jacke verzierten, schnitzte Dennis Weißkopfseeadler und deutsche doppelköpfige Adler auf wie Dienstabzeichen geformte Silberschnallen – Raubtiere der Stärke und Freiheit darstellend – für einen Gürtel im Stil der Schwergewichtsweltmeister. Rund um den Gürtel lockte jede der sechs großen, massiven Plaketten aus Sterlingsilber dasselbe herrschaftliche Gefühl hervor. Sieben kleinere, dahinter liegende, Plaketten, in die Cantusblätter eingeritzt waren, waren im Wechsel mit den großen Plaketten des Gürtels angeordnet. Für die Seiten der Gürtelschnalle entwarf Dennis zwei Flügel mit einer Spannweite von 10 ½ Inches quer über die Mitte von Michaels 28-Inch-Taille. Damit dies um die Wölbung von Michaels Körper passte, benutzte Dennis einen Schweißbrenner für die Flügelkonturen. Die Dominanz der Flügel wurde durch eine Radierung des Wortes „Bad“ im Graffiti-Stil aus achtzehnkarätigem Gold verstärkt.

Wir kleideten Michael in ein gelbes Seidenhemd und eine schwarze Bikerjacke aus Lackleder mit einem seitlich versetzten Reißverschluss. Es war nicht seine übliche Jackensilhouette, aber es war immer noch sehr viel Michael. Wir fügen Epauletten aus Sterlingsilber hinzu, die zu den großen Plaketten des Gürtels passten, und wir machten ihm eine Hose aus Lackleder nach dem Levi’s Schnitt und versahen die Nähte mit Spandex. Michael trug ein Paar knöchelhohe „Beatle“-Boots, ähnlich denen, die er in dem Bad Kurzfilm getragen hatte, verziert mit Metallspitzen.

Was so aufregend für uns war, als wir dieses Outfit entwarfen, war die Freiheit, die wir bei der Konzeption hatten. Typischerweise mussten die Kleidungsstücke, die wir entwarfen, entweder für eine Show geeignet oder Entwürfe sein, die in Showkleidung umgewandelt werden konnten. Weil aber dieses Outfit für einen Film bestimmt war, bestanden keine Beschränkungen für uns hinsichtlich leichtgewichtiger Materialien, die einfach zu reinigen und für das Reisen geeignet sein mussten.

Als wir beobachteten, wie Michael in unserem Ensemble auf der Bühne erschien, erklangen die Anfangstakte und er riss die Jacke während der Musik auf und zog sie selbstvergessen aus. Dieser Augenblick war beherrscht durch Angst und Lackleder und Lennon und McCartney, und mein Herz tanzte, als Dennis mir erzählte, dass er sich fühle, als sei er angekommen, dass er sich endlich selbst als Künstler akzeptieren könne, anstatt eines Schneiders und Ausstatters. Für ihn kam in diesem Moment, als er mit mir neben der Bühne stand, alles zusammen („…it all came together“).

Sabaton Boots
Ein Sabaton ist der Teil einer Ritterrüstung, der den Fuß bedeckt. Aber wir wussten nichts über diese wissenswerte Kleinigkeit, bis Michael uns 1991 nach London schickte, damit wir uns Ritterrüstungen ansahen.

Als Dennis und ich umgeben von mehr als fünfhundert Jahren königlicher Rüstungen im Tower von London standen, fragten wir uns: „Wonach sollen wir denn hier wirklich suchen?“ Michael hatte uns klipp und klar zu verstehen gegeben, dass er uns nach England schicken würde, damit wir die Ritterrüstungen studieren, ließ uns aber im Dunkeln darüber, warum. Was hast du gesehen? Was hast du wahrgenommen? Dies würden Michaels wesentliche Fragen sein, also machten wir uns Notizen und fotografierten alles: bewerteten, wie sich die Gelenke der Materialien während des Kampfes verhielten, sogar das Geschirr, das die Pferde trugen.

„Ich brauche ein Paar Metallschuhe, in denen ich tanzen kann“, sagte Michael zu uns, als wir von unserem Trip zurückkamen. Im Kurzfilm zu Bad hatte Michael Schuhspitzen aus Metall getragen und Schindeln obendrauf, und entlang der Knöchel seiner handgemachten Lederschuhe hatten sie die Passform seiner Florsheims. Aber, wie es so typisch für Michael war, fragte er sich nun, warum das Metall dort aufhören musste. Er wollte wissen, wie weit er es treiben konnte, um etwas zu tun und etwas zu tragen, was es noch niemals vorher gegeben hatte, und er setzte sich zum Ziel, sein ganz eigenes Paar Sabatons aus Sterlingsilber zu bekommen.

Dennis und ich studierten die Anatomie des Fußes, um uns so schnell wie möglich das nötige Wissen anzueignen, und es gab eine Menge zu lernen, besonders wenn man den Aufbau betrachtet und wo sich der Fuß biegt (oben auf den Zehen und an der Achillessehne). Michael wünschte sich einen Sabaton-Schuh aus Sterlingsilber, aber wir wussten, dass wenn sich das Metall nicht bog, der Schuh schmerzen würde beim Tragen und es daher zu schwierig sei, darin zu laufen und zu tanzen.

Wir nahmen diese schwierige Frage mit zu Leuten, die sich mit Special Effects und Requisiten auskannten. Wir erzählten ihnen, wir würden Stiefel anfertigen, die vollständig aus Metall, das auf lederne Chelsea-Boots aufgebracht würde, bestehen würden. „So etwas kann man nicht machen“, war die Standardantwort. „Metall wird nicht nachgeben. Es wird sich nicht um die Konturen des Fußes biegen.“
Aber wir bohrten weiter. Dennis kehrte zum Schuhwerk der Ritterrüstungen zurück. Die Sabatons durften nicht flach sein, denn der Ritter musste seinen Fuß biegen, um zu seinem Pferd zu gehen und aufzusteigen. Dennis verbrachte Wochen damit Bücher zu studieren und Skizzen zu zeichnen, bis er einen Weg entdeckte, wie er es hinbekommen könnte, dass sich das Metall bewegen würde.

Mit Dennis‘ Zeichnungen in der Hand trafen wir Michael im Record One in Sherman Oaks, wo er gerade aufnahm. „Ich habe herausgefunden, wie ich Stiefel aus Metall, in denen du tanzen kannst, herstellen kann,“ sagte Dennis zu Michael, als er ihm das Stück Papier gab. „Hier, sieh es dir an.“
Michael sah sich die Zeichnung an und tat so, als würde er die Wissenschaft hinter Dennis‘ Analyse und Anleitung verstehen: „Ihr habt vier Wochen“, sagte er und wiederholte dann die Deadline handschriftlich unter Dennis‘ Skizze. Auch wenn Michael etwas nicht zu einem bestimmten Datum benötigte, zog er kurzfristige Abgabetermine vor, denn er glaubte, dass zu viel Zeit das Risiko barg, dass der Künstler sich langweilen könnte oder, schlimmer noch, dass es ihn dazu bringen könnte, seinen Einfall zu überdenken und so sein Bauchgefühl zu missachten. Wir hatten keine Ahnung, ob er die Sabatons für etwas Bestimmtes brauchte, und es spielte auch keine Rolle. Alles, was zählte, war, dass wir vier Wochen Zeit hatten, und dass die Uhr bereits tickte.

Von Michaels Fußmaßen ausgehend fertigten wir Modelle von seinen Füßen und ließen daraus von einem Schuhmacher Chelsea-Boots herstellen. Nachdem wir den Lederschuh mit Aluminiumfolie und Abdeckklebeband bedeckt hatten, nahm Dennis einen Markierstift und zeichnete vertikale Linien darauf, um die Stellen zu kennzeichnen, an denen sich der Fuß bewegt – wie wir ja gelernt hatten, an der Zehenlinie und der Achillessehne. Dann nahm er eine Rasierklinge und schnitt damit die Folie entlang der gezogenen Linien ein, die er dann als Muster nahm, um neue Schuhteile zuzuschneiden, die aus Metall bestehen würden. Er stanzte Löcher in die Metallteile und verband sie mit Kristallnadeln.
Jedes dieser Metallstücke wurde ein Viertel bis ein Achtel Inches dicker, absteigend vom Knöchel bis zu den Zehen, so dass jedes Stück das unter ihm liegende teilweise überlappte, wie die Dachziegel auf einem Haus. Dies machte es jedem Teil möglich unter das Teil über sich zu gleiten und dem Fuß so zu erlauben sich zu biegen, während es doch die Illusion von massivem Metall aufrecht erhielt. Der Metall-Prototyp hatte ein eckiges Zehenteil, denn der Chelsea-Boot aus Leder, der sich unter der Rüstung befand, hatte ebenfalls eine eckige Front, aber als wir es Michael im Record One zeigten, sagte er, er hätte lieber ein spitzes Zehenteil, um seinen Fuß zu verlängern. Dennis behielt seine erste Reaktion für sich, über die er mir später sagte, sie seien nicht für die Ohren des Teufels passend gewesen, und mit dem bestimmten Tonfall eines Soldaten, dem gerade die Marschroute befohlen wurde, antwortete er: „Ich werde in ein paar Tagen zurück sein.“ Dennis musste nun ganz von vorne anfangen und ein zweites Paar Metallschuhe, komplett mit spitzer Zehenpartie, fertigstellen, was er in nur drei Tagen bewerkstelligte.

Bevor Dennis die Form für das Sterlingsilber goss, wollte er wissen, ob Michael die Schuhe überhaupt bequem tragen konnte. Es würde riskant und teuer sein, das Sterlingsilber zuzuschneiden, nur um dann festzustellen, dass Michael sie nicht tragen konnte. Dennis testete sie, indem er ein Paar Schuhe als Prototyp aus 18-gauge dickem Stahl (entspricht 1,02 mm) herstellte, das zehn Pfund wog.

Wir waren im Madison Hotel in Washington D.C., nur einige Stunden, bevor Michael das Weiße Haus besuchen würde. Als ich sie hoch hielt, starrte Michael auf die Stiefel, als wären sie ein Weihnachtsgeschenk und drehte sie neugierig in alle Richtungen, fasziniert davon, wie der Lederschuh geschickt hinter dem Stahl verborgen war. Er beschwerte sich über die Härte des Metalls, meinte es sähe aus wie etwas, das wir von einem Schrottplatz aufgesammelt hätten, und ich erinnerte ihn daran, dass das richtige Paar aus Silber sein würde. Ich half ihm sie anzuziehen und er ging einmal durch den Raum, drehte sich und schenkte mir seine schönste Hallelujah-Haltung, während er ausrief: “Sie funktionieren!“

Es kostete Dennis nahezu sieben Wochen, mit Hilfe von ihn unterstützenden Spezialisten für Sterlingsilber ein makelloses Paar Stiefel anzufertigen. Da war kein Platz für Fehler. Sterlingsilber ist zu teuer, um es wie Tonerde zu behandeln. Eine falsche Bewegung und es gibt kein Zurück. Er lötete, verblendete und falzte die Schuhe, so dass die Lederstiefel mit dem Metall verbunden waren und doch unsichtbar blieben. Das Endprodukt erzeugte die Illusion, dass Michael massives Metall trug und darin ging.
Als wir ihm die Stiefel aus Sterlingsilber präsentierten, war Michael bei ihrem Anblick erleichtert. „Sie sehen aus wie Schmuck“, sagte er, als er sein Spiegelbild auf der polierten Oberfläche der Schuhe sah. „Ich wusste, dass ihr das schaffen würdet. Danke.“
Quelle: MJJforever / Maja und Lilly
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Re: The King of Style in deutscher Übersetzung

Beitragvon Remember MJ » 23. Feb 2013, 22:14

Kapitel neun
Unvollendet


Ich habe Michael 2005 an jedem Tag seines 14 Wochen dauernden Prozess‘ eingekleidet, und konnte beobachten, wie sein Spirit, im Kampf gegen diese verwirrenden Vorwürfe, mit denen er konfrontiert wurde, brach. Nur weil er sich schuldig gemacht hatte, an das Gute in den Menschen zu glauben, zog er sich über die Jahre zurück, wurde zynisch und müde. Ich vermisste meinen Freund, der nicht mehr länger mit seinen Reißverschlüssen spielte und dabei nie aufhörte, Kaugummi zu kauen.

Als Michael 2005 das Land verlies um nach Bahrein zu gehen, war mein erster Gedanke Gott sei Dank, er ist all dem entkommen. Auch wenn Michael von einer Jury unschuldig gesprochen wurde, suchten die neugierigen Augen der Medien immer weiter nach etwas Perversem und einer Schuld. Michael zeigte eine enorme Stärke, als er all diese Angriffe auf seinen Charakter – in und außerhalb des Gerichts – ausgehalten hatte, und dann trotzdem noch in der Lage war, nach Hause zu gehen, um einfach nur Vater für seine Kinder zu sein. Ich hoffte, dass das Verlassen des Landes, besonders der Hollywood Kultur, Michael etwas Freiheit und die Möglichkeit, wieder zu sich selbst zu finden gäbe und er seinen drei Kindern, die zu der Zeit erst 8, 7, und 3 Jahre alt waren, ein glückliches und sicheres Leben bieten könnte.
Michael hatte sich nicht offiziell von uns verabschiedet, deshalb wussten wir nicht, wie lange es dauern würde, bis wir wieder Kontakt hätten.

In der Zwischenzeit nutzen Dennis und ich die Zeit um unser eigenes Leben zu ordnen und renovierten unser Haus oder gestalteten Kostüme für ein paar kleine Vegas Shows. Vegas war wie ein Kulturschock. Für einen Perfektionisten wie Michael zu arbeiten - und von uns selbst auch nichts Geringeres zu erwarten - war eine Angewohnheit, die wir nur schwer ablegen konnten, und uns enttäuschte die schlechte Arbeitsmoral der Vegas-Kreise, in denen wir arbeiteten. Für die Leute, mit denen wir dort zu tun hatten, war das Performen nicht das Leben, es war nur ein Job.

Zurück in Hollywood wurden Dennis und ich als Designer für „Liberace-goes-to-war“ Kleidung im Military-Stil etabliert. Laut der Presse und den neuen „Talente“, die in der Popmusik auftauchten, war alles, wozu Dennis und ich in der Lage waren, das Gestalten einer Sammlung von Military-Jacken. Zur Krönung unserer verblassenden Reputation, änderte sich die musikalische Landschaft nach 2005 im Zuge der zunehmenden Digitalisierung, und die Tage der Entertainer, die Kostüme eines Designers trugen, waren gezählt. Michael hatte sich unweigerlich auch verändert, er wurde mehr zu einem Familienmensch und verbrachte seine Zeit mit Prince, Paris und Blanket. Wir machten mit Michael Witze über unsere kommenden „goldenen Jahre“, wie er als Greis Billie Jean performen würde, mit einem Gehwägelchen, den Dennis mir Raketenantrieb aufmotzen würde und den ich mit Kristallsteinen verzieren würde.
Dann, 2009 erhielten wir einen Anruf nach Michaels kryptischer Manier. Am anderen Ende der Leitung sagte eine Stimme einfach nur: „Michael geht wieder auf Tour. Kommt her. Er braucht euch.“

This is it

Unser erstes Treffen für This Ist It, im CenterStaging, Burbank, war auch das erste Mal, dass ich Michael seit den letzten 4 Jahren sah. Es war schwer zu glauben, dass wir beide 50 Jahre alt waren, außer, dass ich weniger Glück damit hatte, so gnädig zu altern. Und als er den Raum betrat, mit seiner Michael Uniform, bestehend aus Fedora und Sonnenbrille, kam Michael direkt zu mir herüber, hielt meine Hände und verbeugte sich. Er nahm seine Brille ab, ein Zeichen für mich, dass es zwischen uns keine Barrieren gab, auch wenn wir uns mehrere Jahre nicht gesehen hatten. Er hatte dieses Glitzern in den Augen, das, was sagte: „Schnallt euch an“, und es war, als wäre gar keine Zeit vergangen. Wir nahmen unseren vertrauten Rhythmus auf, wie früher, außer dass unsere Zeit, in der alles fertig sein musste, so knapp war, dass wir mit Überschallgeschwindigkeit arbeiten mussten – es war die knappste Zeit, die wir je hatten, von all den vier Touren, die wir mit Michael gemacht hatten. Es war Mai, und der Promoter der Tour wollte, dass bis Juli alles fertig sein sollte. Wir hatten zwei Monate, um alles zusammen zu bekommen.

Michael hatte ein gutes Gefühl mit der Show und den Dingen, die dafür geplant waren. „Ich werde meinen Kindern zeigen können, was ich wirklich mein ganzes Leben getan habe“, sagte Michael aufgeregt am Telefon zu mir, als er eines Abends anrief, wegen dem Billie Jean Sketch für die Pressemappe. Er klang optimistisch, und hatte er zuerst nur vorsichtig einen Zeh ins Wasser gesteckt, fühlte er sich jetzt sicher dabei, wieder voll in sein Element zu steigen. Die Realität war, dass Michael sich am sichersten und glücklichsten fühlte, wenn er vor seinen Fans stand. Und die acht Jahre, die seit seinem letzten Konzert im Madison Square Garden 2001 vergangen waren, waren eine zu lange Zeit für einen Mann, der von der Energie einer Live Performance zehrte.
Seine Anrufe kamen nicht mehr spät in der Nacht, was sicher ein neues (und willkommenes ) Merkmal Michaels war. Mit drei Kindern im Haus konnte Michael nicht mehr die alten Angewohnheit beibehalten, bis 3.00 Uhr aufzunehmen, oder nachts um 23.00 seine Tanzübungen zu machen. Das war aber nur einer der vielen Unterschiede, die wir während dieser Vorbereitungszeit bemerkten.
Zum Beispiel gab es für This Is It vier Kostümdesigner, und die Rolle des Chef-Kostümdesigners, demjenigen, der für Michaels ganze Garderobe verantwortlich war, hatte jemand anderes als Dennis und ich. Dennis und ich sollten 7 Stücke kreieren: „Smooth Criminal“ (für Michael und die Tänzer), „The WayYou Make Me Feel“, „Beat It“, „Will You Be There“, „I Just Can’t Stop Lovin’You“ und das Finale mit „Man In The Mirror“. Und weil der „Chefdesigner“ natürlich nicht für die Tänzer arbeitet, hatten wir auch noch die Aufgabe, für die männlichen Tänzer zu designen. Für uns war Michael auch immer ein Tänzer, aber wir hielten den Mund und setzten Prioritäten: Für Michael da zu sein. Für uns war das kein Hollywood-Spiel, es war unsere Pflicht, Kontinuität und Vertrautheit im Erscheinungsbild eines unserer besten Freunde zu garantieren. Die zwei noch verbleibenden Kostümdesigner waren für den Rest der Crew und die weiblichen Tänzerinnen zuständig. Ich blieb Michaels Ankleider, was für niemand überraschend war, weil Michael klarmachte, dass er sich ohne mich nicht der Bühne nähern würde.

Die Beat It Jacke war bei weitem unsere größte Herausforderung und sie wurde uns zweifellos wegen unserer erfolgreichen Vergangenheit darin übertragen, Magie in Michaels Kleidung zu bringen. Wie gewohnt, konzipierte Michael den nächsten magischen Akt: "Macht, dass die Beat It Jacke sich selbst entzündet." Am Ende der Nummer wollte er die Jacke auf die andere Seite der Bühne schleudern, sie dem Rock ‘n Roll opfern, während die ikonische Jacke, mit den roten und schwarzen Reißverschlüssen, sich selbst entzündete. Es war eine großartige Idee, wenn
(1.) wir nur 10 Shows zu machen hätten und auch nur 10 Jacken herstellen müssten;
(2.) wir genug Zeit hätten, eine Fernsteuerung zu bauen, die die Flammen entzünden würden und
(3.) wenn Michael nicht eine so tragische Vergangenheit mit Feuer gehabt hätte, seit dem Pepsi-Werbespot 1984.
Aber aus 10 Shows wurden 50, und wir mussten das geeignete Material finden, was den Gesetzen zur Feuerfestigkeit in England entsprach. Es stand alles gegen uns, aber das trieb uns nur umso mehr an.
Kostümhäuser, die wir ansprachen, wollten diese Idee nicht mal in Erwägung ziehen. Keiner wollte dafür verantwortlich sein, Michael Jackson zu verbrennen. Also verließen wir uns auf unsere Übung darin, „außerhalb –der- Box“ zu denken und besuchten Händler für feuerfeste Rennfahrer-Anzüge aus Nomex. Weil das Geschäft mit Spezial Effekten und Stunts in Hollywood wild um sich greift, war es einfach für uns, genug Nomex für 50 Jacken zu besorgen. Als ich die Proben beobachtete konnte ich wie gewöhnlich beurteilen, was Michael brauchen würde. Wir hatten den unfairen Vorteil zu wissen, wie Michael live auftreten würde, zu was er in der Lage war und wie spontaner sein konnte. Ich machte mir Sorgen darum, ob die Kleidung, die für ihn gemacht wurde, auch während der Show passen und funktionieren würde. Ich sah neun verschiedene Paar Schuhe (keine davon Florsheims), auf einem Ständer hingen Hosen aus schwarzem Leder und es gab einen Billie Jean Handschuh aus Glasfaser ähnlichem Material, den Michael selbst manuell anschalten müsste. Ich sprach mit Dennis und äußerte meine Bedenken. Wenn wir mitten in einer Show waren und Michael zu mir hinsah, um dringend etwas repariert zu haben, war es mein Job als Ankleider, vorbereitet, für alles gewappnet und mit Plan B ausgerüstet zu sein.

Plan B kam früher wie erwartet zum Einsatz. Im Film This Is It, trägt Michael häufig ein rotes Hemd; es gehörte Dennis‘. Es war nicht außergewöhnlich, dass Michael sehr viel schwitzte wenn er probte, weil er immer so probte, als wäre es der echte Auftritt. Aber als Michael schnell ein trockenes Hemd zum Wechseln brauchte, gab es keins. Hektisch rief ich Dennis an, und er ging zu seinem Schrank und zog irgendetwas raus, was rot war. Und er hatte ein rotes Teil, mit einem Löwen und einer Krone darauf erwischt. Dennis schmiss es zusammen mit drei weiteren Teilen in eine Tüte und eilte ins Forum nach Inglewood, wo die Proben stattfanden. Als ich Michael das frische rote Hemd überzog, erblickte er den Löwen und die Krone, die zufällig darauf waren. Möglich, dass Dennis unbewusst an Michaels Vorliebe dafür gedacht hatte, als er es kaufte.
„Bush, woher weißt du?“, fragte Michael mich, als ob ich das nicht schon seit 25 Jahren getan hätte. „Michael, du weißt, dass ich es weiß.“

Quelle: MJJforever / Maja und Lilly
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Re: The King of Style in deutscher Übersetzung

Beitragvon Gabi-Maus » 4. Mär 2013, 20:46

:10hallo2: applehead !

Na dann wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen. :0337rainbow:

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Re: The King of Style in deutscher Übersetzung

Beitragvon Remember MJ » 5. Mär 2013, 20:52

Hier der letzte Teil des Buches auf deutsch, für alle die es in der Originalfassung haben:

Plan B


Zur Sicherheit machten Dennis und ich eine Version der Billie Jean Jacke. Sie wollten, dass sie mit Kristallsteinen bedeckt wäre und leuchten würde. Nachdem ich Michael im Juni hatte proben sehen, wurde es deutlich, dass er nicht das Gewicht einer selbstleuchtenden Jacke tragen können würde, die etwa 8 Pfund wiegen würde. Also gingen Dennis und ich in eine Stoffhandlung und sahen uns alle zur Verfügung stehenden Arten schwarzen Pailletten –Stoff an.
Als der Angestellte die ganzen Variationen ausrollte, gab es ein Material, was das Interesse von Dennis‘ Ohren weckte, statt dem seiner Augen: schwarze Pailletten auf einem Spandex-Gewebe. Wenn man das Material schüttelte, hörte es sich an, wie Schritte auf einem Kieselweg. „Das ist es“, sagte Dennis, „ganz ohne Zweifel.“
So wie der Billie Jean Handschuh, sollte die Jacke mit Hilfe von sechzig LUXEON superhellen, weißen LEDs aufleuchten, und als wir sie Michael zeigten, fragte er nach noch mehr. Aber mehr Licht bedeutete auch, eine größere Batterie, und Michael vertraute Dennis, der ihm sagte, die Jacke würde zu auftragend. „Repariere nichts, was nicht kaputt ist“, schlug Dennis vor.
Mit dem zustimmenden Nicken von Michael schritten wir weiter ohne Plan voran, um die Billie Jean Jacke und den Handschuh zum Leuchten zu bringen. Wir versicherten ihm auch, dass er seine Tanzhosen mit dem Spandex in den Nähten haben würde. Und seine unpolierten Florsheims standen sicher unter meinem Kopfkissen.

„Ich habe eine bessere Idee“, flüsterte Michael mir in einer Pause Mitte Juni zu. „Warum macht ihr nicht all meine Kleidung für ein Fotoshooting, was wir im Juli, zum Tour-Start in London, machen werden? Und auf dem Weg werden die Kleider während der ganzen Tour mit dabei sein.“
Mit meiner herzlichen Umarmung bedankte ich mich bei Michael nicht dafür, dass wir die Möglichkeit haben würden, weiter für ihn zu designen, sondern dafür, dass er uns ganze zwei Wochen dafür Zeit lies. Diese knappe Zeit macht es notwendig, uns in unseren Archiven umzusehen, ein paar der Sachen zu entstauben, die wir in vergangenen Zeiten gemacht hatten. Manche waren für diese Gelegenheit perfekt, andere brauchten Updates, aber in wenigen Tagen stellten wir die grundliegenden Ensembles, aus denen Michael für das „Londoner Fotoshooting“ wählen könnte, zusammen –was jedoch für Michael nur eine Umschreibung dafür war, dass wir eine Sicherheits-Ausstattung an Kleidung für ihn machen würden, die er in jeder Nummer von This Is It tragen könnte. Unter diesen Stücken war eine Jacke im Hippie-Stil, die wir 2003 nach einem Muster einer Levis–Vintage Jacke von 1960 angefertigt hatten. Wir zeichneten ein hübsches Muster mit selbst-löschender Tinte auf und verzierten es mit Strass-Steinen, kleinen Spiegeln, Türkisen und Nieten. Als letzten Schliff setzten wir einen Umriss von Michaels Hand von 2003 auf die Jacke, füllten ihn mit Kristallsteinen aus, damit er wie ein Billie Jean Handschuh aussieht. Er liebte die Idee, auf seinen Kleidungsstücken zu zeichnen, weil es etwas war, was man normalerweise nicht tat und sein Handabdruck war das persönliche Detail, von dem er hoffte, dass es den Leuten auffallen würde.

Ein anderes Stück, was wir auswählten um es für das London-Shooting ein zusetzen war ein Mantel, den wir 1989 für Michaels Besuch im Weißen Haus angefertigt hatten. Ich brachte ihn damals zusammen mit der Husaren Jacke, die er auswählte, nach D.C.
Aber nicht alle Kleidungsstücke für das London-Shooting waren recycled. Dennis und ich hatten viel Spaß daran, eine modernisierte Version der Thriller Jacke zu erschaffen. Das wäre die fünfte Thriller Jacke, die wir für Michael anfertigten, und unter Berufung auf unsere Philosophie „Lass es gleich, aber mach es anders“, änderten wir nur den Stoff der Jacke, und stellten sie aus Hologrammen aus Kunststoff her, die das Licht einfingen und Tiefenwirkung erzeugten. Zusätzlich arbeiteten wir auch noch rund um die Uhr an einer Perlenbestickten Jacke und einem weißen Hemd, mit Kronen aus roten Steinen und goldumrandeten Akanthusblättern und Ärmeln mit Kristallsteinen. Jeden Tag kleidete ich Michael Jackson ein. Nachts waren wir wieder auf der „Jagd“.

Finale

Das geplante Ende von This Is It bedurfte auch meiner Wenigkeit. Michael wollte nicht, dass die ganze Show ablaufe, ohne dass ich Teil der Handlung wäre. Er wollte damit ein paar Traditionen beibehalten, und zum Glück hatte ich meine Bühnenangst durch die jahrelange Übung verloren. Man In The Mirror war der letzte Song und Michael wollte von der Bühne abgehen, in dem er in ein Flugzeug stieg was „MJ Air“ hieß. Aber bevor er an Board gehen würde, käme ich mit einem Rollkoffer zu ihm auf die Bühne, den ich ihm zusammen mit einem langen, grauen, metallischen Mantel überreichen würde. Ich würde Michael in den Mantel helfen, sein Mikrofonpack abnehmen und ihm mit einem Handtuch das Gesicht trockentupfen. Michael würde dem Publikum den Rücken zuwenden, das Flugzeug besteigen und davonfliegen.


Die erste Show wäre in ein paar Wochen. Wir probten am 25 Juni 2009 bis 1.00 Uhr, und anschließend trocknete ich Michael mit einem Handtuch ab, während er in einem Regiestuhl saß. Er war müde und ich war es auch. Ohne dass ich es ihm sagen musste, stellte Michael sich so hin, dass ich ihm aus dem nassen Hemd helfen konnte. Die Vertrautheit unserer Routine fühlte sich gut an, unser Verhältnis war so unkompliziert und es wurden keine Worte gebraucht, damit es funktionierte. Man sagt, dass ist ein Zeichen einer soliden Bindung – einer Bindung die man in turbulenten und ruhigen Zeiten zu schätzen weiß. Und dieses seltene Geschenk, was mir gegeben wurde, als Michael mir vor 25 Jahren großzügig seine Freundschaft anbot, lies mich in dem Augenblick spüren, ihm dafür zu Danken. „Meine vierte Tour mit dir, Michael, kaum zu glauben. Ich danke dir noch einmal, dass du mein Leben verändert hast.“ Ich war mir garnicht sicher, ob er überhaupt wusste, wie sehr er mein Leben auf den Kopf gestellt hatte. „Du hast mich zum glücklichsten Mensch gemacht, der je mit Nadel und Faden arbeiten durfte.“ Michael sah mir direkt in die Augen, umarmte mich fest und antwortete: „Nein Bush, du hast mein Leben verändert. Ich danke dir.“ In feierlicher Stimmung begleitete ich Michael zu seinem Auto, gab ihm sein Handtuch und nahm seine Florsheims mit zu mir nach Hause.


Nachwort

Um 1:00 Uhr mittags am 25. Juni 2009 erhielt ich den Anruf. „Michael ist im Krankenhaus. Es sieht nicht gut aus.“ Dennis hielt sich in unserem Studio auf, während ich mich der Besetzungsmannschaft im Staples Center anschloss, wo er in den letzten Wochen für die Show geprobt hatte. Meine Hände zitterten am Lenkrad, als ich im Rückspiegel Michaels Kleidung sah, seine Schuhe. Ich hatte sie ihm vor zwölf Stunden abgenommen, nachdem ich mich verabschiedet und ihn nach Hause geschickt hatte.

Im Auditorium, in dem sich die gesamte Besetzungsmannschaft versammelt hatte, brummte es wie in einer Schulcafeteria. Dutzende Tänzer in ihrer Warm-up-Kleidung hielten sich gegenseitig zum Gebet an den Händen, und Beleuchter und technische Mitarbeiter schritten über die Bühne unter einer riesigen Fernsehleinwand, auf der die Nachrichten ausgestrahlt wurden, die ununterbrochen sendeten, seit etwas früher an jenem Nachmittag über Michaels Einlieferung in das Krankenhaus berichtet worden war.

Die Nachrichten anzusehen, die ständig aus denselben Informationen gespeist wurden – keine von ihnen wirklich informativ – war frustrierend und beunruhigend. Während ich ziellos die Gänge auf und ab ging, ignorierte ich die Anrufe von Freunden und Kollegen. Ich dachte mir, dass sie von mir wissen wollten, ob „die Nachrichten stimmten“, aber ich hatte auch keine Ahnung, was da gerade passierte – oder wenigstens tat ich mein Bestes, mich den Spekulationen der Reporter über Michaels Zustand zu entziehen. Um 2:29 wurden die Spekulationen zur Tatsache: Michael wurde für tot erklärt, live im Fernsehen – „Breaking News“ (Sondermeldung) nannten sie es.

Der Raum brach in Schreie aus. Ich saß still da, fühlte mich plötzlich allein. Er war gegangen. Ich versuchte verzweifelt, da raus zu kommen, aber niemand durfte den Raum verlassen. Wegen der Panik, die dann ausbrach, sorgte sich das Management um die Krisenbewältigung, mögliche Plünderung und darum, die Wertsachen zu schützen, die sich so zwanglos auf den Tischen liegend und über den Stuhllehnen hängend in den Umkleideräumen befanden. Es schienen mir Stunden gewesen zu sein, die ich in Michael Umkleideraum verbrachte und persönliche Teile zusammen sammelte, alles von dem ich dachte, dass es gestohlen werden oder online verkauft werden könnte, und schloss Kleidungsstücke weg. Für mich war ein Freund, ein Mensch gestorben, aber andere verhielten sich stattdessen wie die Bewacher bedeutungsloser Waren. Kabel wurden von den Elektrikern herunter gerissen und aufgerollt, Tänzer betrauerten den Verlust ihrer Karriere, die sich vielleicht niemals verwirklichen würde, die Leute von der Requisite räumten ihre Plätze auf. Michael war gestorben, und der Vorhang fiel buchstäblich.

Ich brauchte Luft, und je länger wir eingeschlossen waren, umso mehr schnürte es mir die Luft ab. Vier Stunden nach der Bekanntgabe wurde uns schließlich gesagt, wir sollten unsere Sachen zusammenpacken und gehen. Als ich nach meinen Schlüsseln suchte, waren Flusen alles, was ich aus den Taschen meiner Jeans herauszog. Ich rannte hinaus zum Parkplatz. Und da stand mein Auto, mit laufendem Motor, den Schlüssel in der Zündung, die Türen des Wagens unverschlossen – mit Michaels ganzer Kleidung auf dem Rücksitz. Fünf Stunden lang hatte das Auto im Leerlauf gestanden, unverschlossen, denn so hatte ich es verlassen, unfähig über das Unvorstellbare hinauszudenken.

Und nun war das Unvorstellbare passiert. Mit dem, was an Benzin in meinem Tank verblieben war, kehrte ich nach Hause in die Werkstatt zurück, wo ich Dennis vor einem dunklen Fernsehbildschirm sitzend fand, die Fernbedienung in der Hand, während das Telefon klingelte. „Nimm nicht ab“, wies ich ihn an. Er tat es nicht. Keiner von uns hatte das Verlangen mit der Presse zu sprechen, die gerade anrief.

Dennis und ich sahen um uns herum, verzweifelt beim Blick auf die Ankleidefiguren, über die unvollendete Gewänder drapiert waren, die niemals den Zauber erleben würden, der einst für sie bestimmt war. Als Michael aufhörte, hörte einfach alles auf.

Unsere letzte Pflicht

Zwei Wochen nach Michaels Tod klingelte unser Telefon immer noch unaufhörlich, aber es gab einen Anruf, den ich nicht erwartet hatte – von Michaels Familie. Seine Schwester La Toya war in der Leitung.
Die Verantwortung für bestimmte Vorbereitungen waren innerhalb des Jackson Clans aufgeteilt worden, und La Toya war die Aufgabe zugefallen uns anzurufen. Ihre Stimme klang süß und traurig, als sie ihre Wünsche klar machte: „Die Familie hat entschieden, dass ihr auswählen sollt, worin Michael seine letzte Ruhe finden wird.“
Als ich meine Stimme wieder fand, sagte ich meinem Bauchgefühl folgend: „Ich weiß nicht, ob ich das kann.“
„Du musst es tun.“ La Toya war unerbittlich. „Wer sonst sollte das machen?“
Ich dachte über ihre Frage nach. Sie hatte Recht. Wer sonst sollte das tun? Dennis und ich hatten niemals eine Bitte von Michael abgewiesen, und wir wollten jetzt nicht damit anfangen. Also nahmen wir demütig die Ehre an Michael ein letztes Mal einzukleiden.

Fünfundzwanzig Jahre gemeinsame Arbeit mit Michael liefen wie ein Film in unseren Gedanken ab – die Magie, das Mysterium, die Verfolgungsjagd, das Nächste – das alles blitzte vor uns auf und inspirierte unser letztes und wichtigstes Rätsel: Was war Michaels Lieblingsstück? Welche Details musste es enthalten? Eins wussten wir ganz sicher dank einer kurzen, unerwarteten Unterhaltung, die wir drei vor langer Zeit einmal hatten: „Wenn mir mal irgendwas passiert“, hatte er zu uns gesagt, „zieht mir bitte nicht den Handschuh an. Der Handschuh ist allein für Billie Jean bestimmt.“

Was an der eigentlichen Frage vorbeiging, nämlich ob Michael irgendwelche Lieblingsteile hatte, auf die er wie ein Vater geantwortet hätte, der sich weigerte zwischen seinen Kindern zu wählen: „Oh, sie sind mir alle gleich lieb.“ Aber wir wussten damals, dass das nicht stimmte, und wir wussten es jetzt. Dieser Mann des Geheimnisvollen war kein Geheimnis für uns, wenn es darum ging, was er am liebsten hatte.

Wir brauchten Spielereien und Perlen. „Und einen kleinen Engel, ein Wappen, eine Armbinde,“ zählte Dennis auf, während er die Schubladen auf der Suche nach den Dingen öffnete. Ich machte mit bei der Suche nach dem, was Michael als die Kostbarkeiten ansah, die für einen König passend waren. Perlen? Ja, Michael würde das lieben, stimmte Dennis zu.
Und dann traf es mich. Wo war eigentlich die Perlenjacke? Die eine, die Michael trug, als Janet ihm damals 1994 (Anm.:1993) den Grammy überreicht hatte?

Wir hatten nicht die Zeit das Original ausfindig zu machen, also begann Dennis sofort damit, ein Muster für eine Military-Jacke auszuschneiden. Die könnte das allerletzte Bild sein, das die Welt von Michael sehen würde, wenn sich die Familie dafür entscheiden sollte, dies freizugeben, und er sollte dann die Steine eines Königs tragen: Perlen. Sehr viele davon. Auf die Jacke, die Dennis schneiderte, nähte ich Hunderte von Perlen in dem Bemühen, das nachzuempfinden, von dem wir wussten, dass es Michaels Favorit aller Zeiten war. Und dann schien sich der Rest von Michaels Outfit wie von selbst ganz natürlich zu ergeben. Ich nähte innen auf die rechte Brustseite von Michaels Jacke eine Tinker Bell mit einem grünen Kleid aus Kristallsteinen, die einen Strahl von Staub versprühte, den er so liebte. Auf jede Seite des Jackenkragens platzierten wir eine englische Lilie. Über Michaels Herz eine Nadel mit einem Malteserkreuz. Für seine Armbinde verwendeten wir schwarze Jet-Steine, eckig-geschnittene, herausragende Kristallsteine mit einem britisch-königlichen Wappen aus massivem Sterlingsilber.

Schwarze Levi’s waren ein Muss, aber wir intensivierten unser Vorhaben, machten sie aus Leder und überzogen sie mit schwarzen Rocailleperlen. Und da wir wussten, dass wir den Handschuh nicht hinzunehmen würden, entschieden wir uns für das, was Michael als seinen „nächsten Handschuh“ betrachtete und sahen Schienbeinschoner aus Acrylglas vor, die wie kugelsicheres Glas aussahen und die Michael für die Eröffnungsnummer von This is it hätte tragen sollen. Wir setzten auch anderes Zubehör für die Tour ein: einen achtzehnkarätigen vergoldeten Weltmeistergürtel, besetzt mit großen mehrfarbigen Halbedelsteinen und zwei Engeln, die eine Krone über der Gürtelschnalle hielten und, natürlich, eine von Michaels Sonnenbrillen. Wir besaßen Tonnen von diesen nicht teuren, verspiegelten Fliegersonnenbrillen, denn Michael ging so schlimm mit ihnen um und zerbrach sie täglich. Aber als es darum ging, sich um seine Füße zu kümmern, waren Dennis und ich hin- und hergerissen. Michael hatte in seinen Florsheims getanzt, trug aber immer Chelsea Boots, wenn er nicht auftrat. Ich rief La Toya an und fragte sie, was die Familie wollte.
„Er soll tanzend von dieser Welt gehen.“ Da war nicht der geringste Zweifel in ihren Worten. „Definitiv die Florsheims.“

Zwei Wochen nach seinem Tod war es an der Zeit die Kleidung zu Michael zum Forest Lawn in Hollywood Hills zu bringen, wo die Familie eine private Trauerfeier abhalten würde. Ich konnte es nicht über mich bringen, die Tanzschuhe herzugeben, die Michael mir nach der Bad Tour gegeben hatte. Sie waren mein ganz persönliches Stückchen von Michaels Zauber. Es war schwer genug meinem Freund Good-bye zu sagen, und ich fand Trost in der Gewissheit, dass er mir solch einen eindeutigen Teil von sich vermacht hatte. Also kaufte ich ein neues Paar Florsheims, wetzte sie ab, wie Michael es mir gezeigt hatte und nahm sie mit mir, um den Bestatter zu treffen. Ich gab die Garderobe ab, aber bevor ich mich zum Gehen umdrehen konnte, sagte er zu mir: „Die Familie bittet dich, derjenige zu sein, der Michael anziehen soll.“

Ich war der eine, dem die Familie Michael anvertraute, damit sie sicher sein konnte, dass er so aussah, wie er es wollte? Wenn Michael dich jemals gebraucht hat, sagte ich zu mir, dann jetzt. Und als ich mich um diese Anforderungen kümmerte, hielt mein trauriges Herz sich aufrecht in der Gewissheit, welch wunderbares Geschenk es ist, sich um einen geliebten Freund im Leben und auch danach kümmern zu dürfen.

Oben auf den achtzehnkarätigen, vergoldeten Sarg beim Gottesdienst auf Forest Lawn arrangierte Dennis einen Garten weißer Stargazer-Lilien. Auf einer Seite stand ein gerahmtes 3 mal 4 ft. großes glänzendes Foto von Michael in seinem Come together-Outfit, unbesiegbar aussehend, überlebensgroß, in der Hand zwei blaue Schwertlilien. Als Prince und Paris sich ihrem Vater näherten, trugen sie dabei eine Krone. Eine aus achtzehnkarätigem Gold – entworfen, gelötet und handgearbeitet mit Liebe und voller Ehre von Dennis.

Prince und Paris steckten die Krone ihres Vaters oben auf die Stargazer-Lilien. Und als die Rubine, Smaragde und Saphire das Mondlicht, das durch den Nachthimmel tanzte, einfingen, waren wir nicht Zeugen einer Beerdigung, sondern einer Krönung.
Quelle: MJJforever / Maja und Lilly
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