Eine Tour durch Neverland mit Brad Sundberg, Teil 1+2


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Eine Tour durch Neverland mit Brad Sundberg, Teil 1+2

Beitragvon Gabi-Maus » 18. Sep 2016, 12:17

Eine Tour durch Neverland mit Brad Sundberg, Teil 1+2
by Ilke on 16. September 2016

Teil 1
Original Post: Dancing With The Elephant
Post vom 5. Mai 2016



Lisha: Willa und ich sind begeistert, dass sich uns heute Brad Sundberg, ein Toningenieur, der Michael Jacksons technischer Leiter für die Alben Dangerous und HIStory gewesen ist, anschließen wird. Über das Studio hinaus entwarf und installierte Brad Musik- und Videosysteme gewissermaßen für jede Ecke des Grundstücks von Michael Jacksons grandioser Neverland Valley Ranch. Zusätzlich zu den ganz persönlichen Audio- und Tanzstudio-Systemen entwarf Brad außerdem mit genau derselben Detailverliebtheit Soundsysteme für die Außenbereiche des gesamten Geländes.

In einem kürzlichen „In the Studio with MJ“-Seminar war ich so fasziniert von Brads Beschreibung von Neverland und seiner Arbeit dort, dass ich mehr wissen wollte! Vielen Dank, Brad, dass du heute für einen tieferen Einblick in die Neverland Ranch bei uns bist.

Willa: Ja, herzlich willkommen, Brad. Danke, dass du wieder mal hier bist! Nach allem, was ich bisher über Neverland gehört habe, war es nicht nur Michael Jacksons Zuhause, sondern auch eine Erweiterung seiner künstlerischen Gedankenwelt. Es ist fast so, als wäre Neverland ein lebendiges Kunstwerk. Ich bin daher wirklich sehr neugierig darauf, mehr über dieses relativ unbekannte „Kunst“-Werk zu erfahren.

Lisha: Ich muss sagen, Brad, dein Seminar hat mir ein Gefühl für Neverland vermittelt, das ich vorher so nie hatte. Wir alle haben Fotos und Luftaufnahmen von dem Grundstück gesehen, aber ich denke nicht, dass ich eine wirkliche Vorstellung vom wahren Ausmaß und der Grandezza des Grundstücks hatte, bevor ich deine Beschreibung gehört habe.

Brad: Ok, was ich also versuchen will, ist, euch ein Gefühl für die Größe von Neverland zu geben, und zwar auf eine Art und Weise, als würdet ihr es zu Fuß durchqueren.

Lisha: Ja, ich denke, die meisten von uns können sich Neverland vom Boden aus gesehen nicht so gut vorstellen.

Brad: Genau. Neverland war riesig. Weißt du, ich bin nicht aus Texas, aber ich meine nicht, dass es so groß wie eine Texas-Ranch war, aber es war 2.800 Morgen groß. Für einen Amerikaner sind das im Grunde 2.880 Footballfelder, wenn ich mich nicht irre. Es war riesig.

Lisha: Es gibt viele kleine Städte, die nicht dieses Ausmaß haben!

Brad: Richtig. Wenn du also nach Neverland kamst, war es vor allem … Ich bin zahllose Male nach Neverland gefahren. Ich wohnte außerhalb von Pasadena, Kalifornien, und Neverland ist nördlich von Santa Barbara. Du fährst also nach Santa Barbara, biegst vom Freeway ab und dann beginnst du dich seitlich an einem Berg hoch zu schlängeln. Und es ist eine Art zweispurige Bergstraße. Bel Air und Beverly Hills sind eine Million Meilen entfernt. Hier gibt es Salbeisträucher und Rinder und steile Schluchten, weit, weit weg von L.A. Ich brauchte also zweieinhalb Stunden, zwei Stunden und zwanzig Minuten, so was in der Art, um von Pasadena bis zu Michaels Tor zu gelangen.

Wenn man also die Straße auf Neverland zu fährt – und wahrscheinlich haben dies einige eurer Leser getan – sind es etwa sieben Meilen die Figueroa Mountain Road entlang, und es ist nur eine ebene, ziemlich unauffällige Straße. Ich muss euch eine Sache erzählen: In diesem Teil des Landes – es wird einigen Leuten Angst machen – gibt es jede Menge Tarantulas (Vogelspinnen). Und ich kenne mich mit Tarantulas so gut aus wie mit dem Schreiben einer italienischen Oper, nämlich gar nicht. Aber Tarantulas leben offensichtlich im Boden und –ich schweife vom Thema ab, aber ich beeile mich – ich weiß nicht, in welchem Monat sie herauskommen, aber ich glaube, es ist so im März oder April oder so. Und du fährst so die Figueroa Mountain Road hinunter, und während du fährst, hörst du nur pop, pop, pop – du fährst über Tarantulas, und sie knallen.

Lisha: Ew!

Brad: Ich will nicht gerade sagen, dass die Straße mit ihnen bedeckt war, aber es gab Zeiten, da wich ich aus, weil ich nicht auf diese kleinen Kerle treten wollte! Aber es waren so viele von ihnen da, dass du sie nicht vermeiden konntest.

Willa: Oh, nein!

Brad: Sie kommen aus dem Boden heraus, und versuchen sich aufzuwärmen und etwas zu essen zu finden. Ich sah niemals wirklich viele auf der Ranch, sondern es war immer draußen auf der Straße, die zur Ranch führte. Zu einigen Zeiten im Jahr waren sie überall auf der Straße und das war wirklich gruselig.

Du kommst also nach Neverland, und das erste, worauf du zukommst, ist das Außentor – eine Art Wachtor. Und dort musstest du sagen, wer du bist, und sogar ich – und ich beweihräuchere mich nicht selbst – aber Mann, jedes Mal, wenn ich nach Neverland kam, musste ich auf der Liste stehen und vorher angekündigt sein, und ich musste diese drei- oder vierseitige Freigabe quittieren, dass ich nicht darüber reden werde – was ich natürlich mache.

Lisha: Jedes Mal? Jedes Mal, wenn du dahin kamst?

Brad: Jedes einzelne Mal. Jedes. Einzelne. Mal. Jeder im Auto musste dieses Blatt unterzeichnen. Wer auch immer gerade der Wächter war, kannte mich und sie sagten: Hey Brad, wie geht’s? Und sie hatten die Freigabe bekommen und yeah. Wir mussten das jedes einzelne Mal machen.

Nun bist du also drin, und es sieht da genauso aus wie draußen. Da sind Salbeisträucher, und kennst du Zypressenbüsche? Die sind typisch für Kalifornien. Ziemlich niedrig, grün – nicht hübsch, sondern sie sehen wüstenartig aus. Und du fährst hoch, über einen Hügel, und ich werde es nie vergessen – jetzt haben auch andere Leute schon darüber geschrieben, ich bin nicht der einzige – aber du erklimmst diesen Hügel, und ich glaube, irgendwo da oben war ein Schild, auf dem „Welcome to Neverland“ stand, mit einem kleinen Engel oder einem Kind oder so etwas drauf.

Du fährst um eine Ecke über diesen Hügel, und dann beginnst du auf der anderen Seite wieder hinunter zu fahren. Es war nicht wie ein steiler Anstieg in den Alpen oder so – es war einfach nur eine Straße, die über den Berg führte. Und von dort sah man dann den weißen Zaun und das grüne Gras. Und dann fährst du ein bisschen weiter und siehst die Fontänen und die Eichen. Und ich glaube, Michael drückte sich mal in etwa so aus, dass es wie in Der Zauberer von Oz sei, wo sich alles von Schwarz-Weiß in Farbe verwandelt. Und so war es wirklich. Es war sehr, sehr dramatisch, auf der anderen Seite wieder herunterzukommen … es war dann wie „Heiliger Strohsack, wie konnte ich das ahnen?“ Denn du kannst nichts davon von der Straße aus sehen. Dies ist locker eine oder eineinhalb Meilen vor der Ranch, bevor du die Ranch überhaupt sehen kannst. Ist das verständlich für euch?

Willa: Absolut. Rabbi Boteach spricht darüber ein wenig in seinem Buch. Da gibt es ein Zitat, in dem Michael Jackson sagt:

Weißt du, es ist fast ein psychologischer Akt … Die Leute schwangen sie (die Tore) auf und fanden es wirklich merkwürdig und zerlumpt, du hast also psychologisch das Gefühl, du würdest wirklich zu einer Ranch kommen, ich wollte es also in einen Farbfilm verwandeln , wenn du um die Kurve kommst, wie es in Der Zauberer von Oz der Fall ist.

Es ist also genau so, wie du es beschreibst!

Brad: Ja. Ich meine, die Wachhütte und das Tor, sie waren ganz nett. Aber erst, wenn man zum zweiten Tor – dem verzierten Tor – kam, begann es ein wirkliches Statement zu sein.

Willa: Das Tor, über das er in dem Zitat spricht, ist also das erste Tor? Und dann gibt es noch ein zweites Tor?

Brad: Ja, da ist das Sicherheitstor draußen an der Straße, und dann ist innen drin noch das, was er das „verzierte Tor“ nannte. Wenn du also zum zweiten Tor kamst – wie ich schon sagte, ich schätze nur mal so – dann hattest du bereits etwa eine Meile oder sogar eineinhalb Meilen seit dem ersten Tor zurückgelegt.

Dann kam ein riesiger Parkplatz, der sich linker Hand vor diesem Tor befand. Und das war so, weil, wenn wir sehr viele Gäste hatten, es den meisten Leuten nicht erlaubt war, ihre Autos oder Busse zur Ranch selbst mitzunehmen. Man musste am zweiten Tor anhalten und dort parken. Und dann ging man normalerweise durch das verzierte Tor. Die Leute haben all diese Bilder von dem schwarzen, verzierten Tor mit dem Goldwappen und allem gesehen. Und an dem Punkt also wurden die Busse entladen. Ihr wisst ja, es kamen Kinder aus L.A. oder Santa Barbara oder aus anderen Orten, oder Kinder von Make a Wish oder ähnlichem. Das war so etwas wie der Sammelpunkt. Dann gingen sie durch das Tor. Und dort wartete die kleine Eisenbahn auf sie.

Wenn die Leute also aus ihren Autos und Bussen ausstiegen, wollte Michael sie auf eine beeindruckende Art und Weise willkommen heißen. Er bat mich daher darum, genau am Tor ein riesiges Soundsystem zu installieren. Bis zu der Stelle gab es also keine Musik, es gab auch keine Lampen. Ich erinnere mich daran, dass es stockdunkel war, wenn ich Neverland nachts verließ und das verzierte Tor hinter mir gelassen hatte. Da war einfach nichts auf dem Hügel.

Unsere Gäste erschienen also an dem Tor, das Tor öffnete sich, und wir überfluteten sie mit Musik. Und ich meine nicht nur ein paar Lautsprecher, die an einer Kette herunterhingen. Ich meine, wenn ich mich nicht irre, waren es wahrscheinlich 20.000 Watt.

Lisha: Wow!

Willa: Ich verstehe nicht viel von Elektrizität, aber das klingt nach viel.

Brad: Das ist eine kleine Konzertanlage. Sie bauten uns im Grunde ein kleines Häuschen, so etwa wie die Hütte am ersten Tor – ich meine, keine Hütte, nichts auf Neverland war jemals eine Hütte – aber sie bauten sie nur für das Equipment, weil wir so viel Strom brauchten. Michaels Worte mir gegenüber waren: „Ich will es so laut haben, dass der Bus wackelt.“ Also bauten wir einfach diese Monsteranlage. Und so wurden die Leute willkommen geheißen. Also spazierten sie durch das Tor, Musik ertönte, und so betraten sie sozusagen Michaels Welt.

Lisha: Aufregend. Gab es irgendwelche Lichtentwürfe?

Brad: Ja, gut dass du es erwähnst! Ich habe die Beleuchtung nicht installiert, aber wir hatten einen Spezialisten für Glasfaserinstallation, und während der Nacht explodierte das Zeichen förmlich vor Helligkeit. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob es einfach nur weißes Licht war oder farbiges. Ich glaube, es waren einfach weiße Lichter. Aber man konnte Glasfaser-Beleuchtung sehen – weißt du, sehr disneyesque – die von links nach rechts flackert. Es gab also Tausende von Glasfasern in diesem Zeichen.

Willa: Es geht um das Neverland-Zeichen über dem Tor?

Brad: Ja, es geht um das große, schwarze Neverland-Zeichen, und darüber ist das große, goldfarbene Wappen. Das ganze Ding war nachts einfach unglaublich schön.

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Man ging also da durch und wurde dann von einem oder mehreren Angestellten erwartet. Und dort wartete auch die kleine Eisenbahn. Michael stand sehr auf Kostüme – wisst ihr, er griff zum Beispiel etwas von Disney auf, so dass einfach fast jeder auf der Ranch kostümiert war. Ihr wisst schon, nicht albern, aber die Jungs, die auf der Eisenbahn und den Karussells arbeiteten, sie trugen diesen formellen Schaffner-Look mit einer Schaffnermütze und schwarzem Jackett und all dem.

Das war also eine Erfahrung. Du bist eine andere Welt eingetreten.

Lisha: Und ich habe Hausangestellte in Uniform gesehen, stimmt das? Zu der Zeit war es nicht in Mode für wohlhabende Leute, dass ihre Angestellten Uniformen trugen, aber ich habe Bilder von den Angestellten auf Neverland in Hausmädchen-Kostümen gesehen – die Art Hollywood-Look?

Brad: Yep! Alle Typen von der Security trugen Uniform. Hinten auf der Pferderanch trugen sie Cowboy-Bekleidung. Die Feuerwehrleute trugen Feuerwehrkleidung, und sie waren echt. Also, ja.

Lisha: Und es handelt sich hier die ganze Zeit um Elemente des Theaters, richtig? Wir haben Garderobe. Wir haben Klang. Wir haben Beleuchtung. Wir haben diesen spektakulären Eingang und so weiter. Es ist sehr theatralisch, seht ihr das nicht auch so?

Brad: Absolut. Und sehr durchgeplant. Es gab auf Neverland nichts, was dem Zufall überlassen oder übersehen wurde.

Es gab also den kleinen Bahnhof direkt beim großen Tor, und es gibt etwas, über das ich in meinen Seminaren spreche, und das sind die Details von Neverland. Da ist dieser Bahnhof mit seinem sehr sehr kleinen Haus – wisst ihr, vielleicht in der Größe einer Veranda aus dem Süden, oder einem sehr großen Gazebo. Aber dieses Ding verfügt über ein Schieferdach, einen Baustil und wunderschön gedrehte Geländer und Säulen.

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Ich versuche gerade, mich an den Begriff zu erinnern, aber da sind kleine Sachen auf den Pfeilern, so etwas wie Plaketten – kleine Malereinen und aufgedruckte Dinge. Es ist einfach hinreißend, und dies ist erst die erste Bahnstation!

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Lisha: Unglaublich. Hier ist die erste Bahnstation, wie sie jetzt auf der Webseite der Sycamore Valley Ranch von Sotheby’s gezeigt wird:

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Erinnerst du dich an den Namen des Architekten oder Designers?

Brad: Also, Tony Urquidez war der Auftragnehmer. Ich weiß nicht, wer der Architekt war, aber Michael war ziemlich gut darin die örtlichen Jungs einzusetzen.

Lisha: Glaubst du, dass er an den Entwürfen beteiligt war?

Brad: Oh, ich bin sicher, dass Tony es war. Ich glaube das ganz sicher.

Lisha: Glaubst du, dass Michael Jackson auch beteiligt war?

Brad: Ich bin sicher, dass er möglicherweise einige Skizzen oder ähnliches erstellt hat, aber ich glaube, er war wahrscheinlich ein wenig mehr in den Gesamtentwurf involviert. Er entsandte Tony auf kurze Reisen. Er und Tony reisten zusammen und besuchten verschiedene Vergnügungsparks und verschiedene Städte und sahen sich einfach die Architektur an, um Ideen zu erhalten. Also ja, Michael war sehr bestimmt darin, was er wollte. Aber dann hatte er auch wieder großen Spaß daran sich mit kreativen Leuten zu umgeben und dabei zuzusehen, was sie am Ende auf den Tisch brachten. Also, ich denke, es war die Kombination aus allem.

Willa: Brad, du hast vorhin erwähnt, dass bezüglich der Effekte alles sehr sorgfältig erdacht wurde. Wie würdest du also die Gesamtwirkung des ersten Tors, des Wegs, des verzierten Tors, der kleinen Haltestation beschreiben? Was ich meine, ist, welche Wirkung, denkst du, beabsichtigte er damit?

Brad: Nun, ich möchte gar nicht versuchen, in seinen Kopf zu kriechen, aber es war sehr theatralisch. Und du hast die Bühne betreten. Weißt du, dies war eine Art Einleitung – der Song beginnt. Und deshalb willst du die Leute nicht sofort mit allem überfluten. Sie waren gerade nach einer zweistündigen Fahrt angekommen, haben geparkt, sie waren endlich da und es ist fast so, als würde sich die Spannung langsam aufbauen, verstehst du?

An diesem Punkt also betraten die Gäste die Eisenbahn. Und es ist nicht so, dass jeder Tag gleich war, aber die Art, in der wir es entworfen hatten, war so, dass sie dort die Bahn betraten und dann das Haus passierten. Das Haus war so etwas wie sein privater Wohnsitz. Aber die Bahn fuhr am See vorbei, und an den Schwänen und dem Schwanenboot. Und dabei spielte Musik, da waren diese großartigen Eichen, und so wurden die Besucher ganz langsam zum Themenpark gebracht.

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Willa: Und es gab tatsächlich zwei voneinander unabhängige Eisenbahnen – ist das richtig?

Brad: Ja. So konnte Michael anderen Gästen, je nachdem, wer es war, einfach mit dem Golf Cart entgegenfahren oder andere Dinge unternehmen. Man konnte zu Fuß zum Haupthaus gehen, aber ich sage euch – auf Neverland zu Fuß von einem Punkt zum nächsten zu gelangen, da musstest du traben! Es war ein schöner kleiner Fußmarsch, um vom verzierten Tor zum Haus zu gelangen. Aber das Haus ist das erste, worauf man sich zubewegt. Da gibt es Wiesen. Da sind die Gästehäuser – ich glaube, da sind fünf oder sieben Gästehäuser. Ich hab es vergessen. Und dann kommt man zum Haupthaus.

Aber von da aus kann man dann weiter nach links runtergehen, und wieder ist es ein Geländemarsch, aber man geht an der Security vorbei und an der Videothek, in der Michael oben einige Memorabilia hat. Dann gehst du weiter den Hügel hinauf und dann gelangst du zu der großen Bahnstation. Und die Leute kennen die Bilder davon mit der Blumenuhr und den sich bewegenden Figuren. Das war ein weiteres absolutes Stück Kunst. Dort erklang Musik. Es gab Grillenzirpen und klassische Musik und alle möglichen Dinge.

Lisha: Was hatte es mit den Geräuschen der Grillen auf sich?

Brad: Nun, ob du es glaubst oder nicht, aber in diesem Teil Kaliforniens ist es wirklich still. Michael wollte auf gewisse Weise immer eine bestimmte Atmosphäre erzeugen. Also versteckten wir Lautsprecher in den Hecken, aus denen von uns aufgenommenes Grillenzirpen erklang. Und ebenso spielte überall Musik, so dass es all diese übereinander geschichteten Klänge gab. Wir hatten Vögel, deren Gezwitscher man aus den Bäumen hörte. Es war lustig, denn wenn man alles ausschaltete, war es fast unheimlich still. Michael wollte immer, dass etwas da war – auch wenn die Leute es nicht wirklich wahrnahmen – etwas, was sich einfach in die Atmosphäre von Neverland einfügte.

Lisha: Es gab also ein Outdoor Klangdesign auf Neverland?

Brad: Ja. Wir hatten diese Fels-Lautsprecher, die wir von einer Firma mit dem Namen Rockustics aus Colorado bezogen. Sie klingen wirklich gut, aber wisst ihr, statt zwei von ihnen zu haben, oder vier oder sechs, hatten wir so an die 300 von ihnen, verteilt über die ganze Ranch. Wir nutzten sie für Musik, und wir hatten Vögel. Also, wir hatten unsere eigenen Vogelhäuser, die wir selbst gebaut hatten, mit Lautsprechern drin.

Aber dann ging man hoch zu dieser riesigen Bahnstation, und das ist einfach, ich zitiere jetzt niemanden, aber ich bin sicher, ihr habt Sachen über Walt Disney gelesen. Walt benutzte einen bestimmten Ausdruck, als er Disneyland baute, und es klingt lustig, wenn ich es sage, aber es sollte so sein, dass, wenn man zu einem Jahrmarkt oder etwas ähnlichem ging, dass da unbedingt ein „Weenie“ sein musste (Anmerkung d. Übers.: i.S. eines ‘visuellen Magneten’). Es muss etwas da sein, was die Aufmerksamkeit der Leute erregt. In Disneyland ist es das Schloss. In Epcot ist es der riesige Golfball. Und auf Neverland war es für mich diese große Bahnstation. Sie war wirklich wunderschön und man konnte sie aus großer Entfernung sehen.

Wenn ich mich nicht irre, konnte man den Bahnhof eigentlich fast auf Anhieb erkennen, wenn man diesen ersten Hügel überquert hatte. Das Ding war prachtvoll. Du bist da reingegangen und da kam auch der große Zug an.

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Es gab also zwei Eisenbahnen auf Neverland. Da war die kleine Bahn, die wirklich für den Transport der Leute genutzt wurde. Die große Eisenbahn war dagegen mehr eine Attraktion. Es war wirklich eine Dampflokomotive, The Katherine, und sie war wirklich, wirklich schön.

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Willa: Es war also eine Dampflok? Sie wurde tatsächlich mit Dampf betrieben?

Brad: Oh ja.

Willa: Wow, das wusste ich bisher noch nicht. Das ist wunderbar!

Brad: Ja, die große Lokomotive war eine echte, aufgearbeitete Dampflokomotive. Sie schickten eine Gruppe von uns nach, ich glaube, es war Mt. Pleasant, Iowa, und dort wurde die Lok instandgesetzt. Es war eine alte, noch funktionierende Dampfmaschine, eine Dampflok, und sie restaurierten das ganze Ding in Mt. Pleasant. Wir waren also zwei Wochen da draußen, wenn ich mich richtig erinnere.

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Lisha: Hast du auch an dem Soundsystem für die Lok gearbeitet? Ist das der Grund, warum du dahin entsandt wurdest?

Brad: Ja. Wir haben für den gesamten Sound und die Beleuchtung, die Stromaggregate und das alles gesorgt. Michael war auf eine positive Art ungeduldig. Wenn eine neue Attraktion für den Park erwartet wurde, wollte er unbedingt an genau dem Tag damit fahren. Sie schickten uns also eigentlich deswegen weg, damit wir außerhalb ganz in Ruhe an den Sachen arbeiten konnten, so dass wenn die neue Sache auftauchte, wir sie im Grunde nur noch anschließen mussten und er sofort draufspringen und mit dem Spielen anfangen konnte. Er wollte nicht zwei Wochen warten, ehe wir die Musik in der Bahn installiert hatten. Er wollte, dass wir woanders die Musik einbauten und er es dann sofort fertig zur Nutzung hatte.

Willa: Es ist großartig, dass er so aufgeregt deswegen war. Wie ein Kind, das ein neues Eisenbahnset bekam, nur dass es eine echte Eisenbahn war!

Brad: Oh, allerdings!

Willa: Hatte er auch einen Wasserturm, um die Dampflok mit Wasser zu befüllen?

Brad: Oh ja. Genau bei der Bahnstation, auf der Rückseite rechts, da war ein Wasserturm. Er war echt.

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Ich glaube, die Wärmequelle war Propangas. Sie schaufelten keine Kohle – so authentisch war es auch wieder nicht. Aber nein, es war nichts Künstliches daran. Es war alles echt. Es gab zwei oder drei Typen, die – kleines Wortspiel – trainiert waren, die Bahn zu versorgen. Es war nicht so etwas, wo man sein zwölfjähriges Kind reinspringen und an den Hebeln ziehen lassen konnte. Es gab Stellen auf der Ranch, an denen du jeden Spaß haben konntest, den man sich nur vorstellen kann, aber es gab genauso Sachen wie diese, die wirklich echt waren.

Willa: Das ist unglaublich.

Brad: Wenn man also an der großen Bahnstation war, war es im Prinzip – mir fällt kein besseres Wort ein – fast so wie eine riesige Sanduhr, wo eine Schleife an jedem Ende war und dann ein langer Weg in der Mitte, der einen am Theater vorbei führte. Es war eine Haltestelle am Theater, wo man abspringen konnte. Und das ist das, was ich die hohe Seite des Tals nennen würde. Wenn man auf Neverland ganz hinunter ins Tal guckt, war die große Eisenbahn zu deiner Linken und die kleine Bahn war rechts. Sie nahmen dich beide den ganzen Weg mit zur Rückseite des Tals.

Von der großen Bahn aus konnte man also am Theater abspringen oder in einer großen Schleife am Zoo mit den Schimpansen und Giraffen und allem weiterfahren. Wenn man also am Bahnhof war, konnte man entweder die Bahn nehmen oder zu Fuß zum Theater gehen, wenn man wirklich ein paar Kalorien verbrennen wollte. Ich hatte damals kein Smartphone mit GPS, aber ich vermute, die Strecke betrug fast eine dreiviertel Meile vom Bahnhof zum Theater.

Es war einfach riesig. Als wir dort gearbeitet haben, hatten wir immer unsere Trucks oder Autos auf dem Gelände, weil wir da normalerweise nicht mit Gästen waren, oder höchstens einer kleinen Gruppe von Gästen. Es war für uns ziemlich schwierig, da zu arbeiten, wenn bis zu drei Busladungen an Leuten dort unterwegs waren. Aber dann sprang man auf ein Golf Cart, um sich fortzubewegen.

Jetzt geht es wieder zurück zu der kleinen Bahn, hinüber zur anderen Seite des Hauses – ganz auf der anderen Seite – und das war der Ort, wo das Tipi-Dorf und der Wasserpark waren. Das war eine der einzigen Stellen, an denen keine Musik verlegt wurde. Wir wollten es dort wirklich authentisch halten.

Willa: Im Tipi-Dorf?

Brad: Ja, da gab es damals keinen Strom. Da waren einfach nur die Tipi-Zelte und der Wasserpark. Und das war der coolste Wasserpark, den es je gegeben hat. Das gab es nur auf Michael Jacksons Ranch, dass, wenn Kinder dahin kamen, es Fässer mit bereits gefüllten Wasserballons gab, die alle für sie vorbereitet waren. Und man musste dann einfach nur noch ausflippen. Sie hatten dort auch Feuerwehrschläuche und Wasserwerfer. Natürlich hat Kalifornien inzwischen ziemlich schlimme Dürreperioden erlebt, so dass es mittlerweile etwas verpönt ist, aber damals war es einfach keine große Sache.

Willa: Ich stelle mir gerade vor, ich wäre die Person, deren Job es ist, die Wasserballons zu füllen!

Brad: Also, ich habe gehört, dass Neverland zu seinen Spitzenzeiten – ich möchte nicht übertreiben und es gibt Leute, die mehr darüber geforscht haben als ich – aber ich habe gehört, dass es da etwa 100 bis 110 Angestellte gab. Etwa 60 oder 70 davon waren Gärtner. Die Gestaltung der Landschaft war einfach nur hinreißend. Es gab dort Gärtnereien und jederzeit frische Blumen.

Also ja, ich bin sicher, sie hatten jemanden, der nur die Wasserballons für Tage mit besonderen Veranstaltungen befüllte. Sie hatten Leute, die die Karussells betrieben und Tierpfleger und Gärtner und Hausangestellte und Köche, und dann noch allein die Mitarbeiter für die Ranch – ich meine, der für die Instandhaltung verantwortliche Ranch Manager und all die anderen Leute hinter den Kulissen. Es war ein voll entwickelter Betrieb. Ich habe in meinem Leben schon auf einigen erstaunlichen Anwesen gearbeitet, aber das hier war eine vollkommen andere Dimension. Wirklich einzigartig.

Lisha: Es klingt eher nach einem Hotel, insofern, dass es da so viele Angestellte gab, die rund um die Uhr im Einsatz waren, oder? Es hört sich an, als wären nicht alle Angestellten abends nach Hause gegangen.

Brad: Es war alles sehr gut durchgeplant. Es war nicht so, dass die Karussellbetreiber morgens um vier beim Auto Scooter bereitstanden und sich fragten, ob jemand kommen würde. So war es ganz und gar nicht. Es war genau geplant, dass, wenn eine Gruppe an einem Samstag kam, alle Karussellbetreiber da waren, und dann waren die Karussells vielleicht sechs Stunden oder so geöffnet. Wenn VIP-Gäste da waren, ja, dann konnte man um drei Uhr morgens Spaghetti bekommen, wenn man wollte. Ich denke nicht, dass so viele Leute das machten. Ich meine, so groß war es nicht. So viele Gäste gab es nicht. Aber ja, Michael wollte seine Gäste bis ins letzte Detail verwöhnt wissen.

Willa: Wie in einem Resort.

Brad: Ja. Ich habe also die Ranch sozusagen in Drittel aufgeteilt. Ich habe euch quasi durch das erste Drittel mitgenommen, das aus dem Wachtor, dem verzierten Tor, den Wiesen, dem Haupthaus, dem Wasserpark und dem großen Bahnhof besteht. Wenn ihr euch Neverland als Surfbrett oder etwas Ähnliches vorstellt, ist es das untere Drittel, das ich beschrieben habe.

Lisha: Ok, hier ist also für unsere Leser eine Karte von Neverland, die die Surfbrett-Analogie und die Unterteilung in Drittel ganz gut wiedergibt:

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Außerdem sind hier noch ein paar kürzlich gemachte Drohnenaufnahmen von dem Grundstück, das nun (wieder) Sycamore Valley Ranch heißt, für diejenigen, die es noch nicht gesehen haben!

Bleibt dran, um Teil 2 von Brads Beschreibung von Neverland nicht zu verpassen, und vielen Dank an dich, Brad, dass du so großzügig bist und uns auf deinem Spaziergang über die Neverland Valley Ranch mitnimmst!

Quelle: all4michael.com
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Re: Eine Tour durch Neverland mit Brad Sundberg, Teil 1+2

Beitragvon Gabi-Maus » 18. Sep 2016, 12:19

Teil 2
Original Post: Dancing With The Elephant
Post vom 12. Mai 2016



Lisha: In Teil 1 unserer Tour über die Neverland Valley Ranch gab uns Brad Sundberg einen detaillierten Einblick in das erste Drittel von Michael Jacksons unglaublichem Zuhause, einschließlich dem Wachtor, dem magischen „verzierten Tor“, den Bahnstationen, Wiesen, Wasseranlagen, Gästehäusern und dem Haupthaus. Die Gäste auf Neverland fuhren normalerweise eine Meile oder so auf dem Grundstück, ehe sie das verzierte Tor erreichten. Dort konnten sie ihre Autos parken und durch das Tor gehen und dann eine Bahn besteigen, die sie zum nächsten Abschnitt des Grundstücks brachte. Das bedeutet, dass überhaupt die meisten Gäste am Haupthaus vorbeifuhren. Stimmt das, Brad?

Brad: Ja, wobei die meisten Leute das Haupthaus nicht betraten. Das war wirklich Michaels privates Zuhause. Aber VIP-Gäste wohnten dort sicherlich und wenn er seine Freunde einladen wollte, es bedeutete für ihn, dass er tun konnte, was er wollte.

Aber dann erreicht man das zweite Drittel, den mittleren Teil, und da war der Vergnügungspark. Und das ist es hauptsächlich, was die Leute auf den Luftaufnahmen gesehen haben. Ich hatte Gäste in meinen Seminaren, die an besonderen Tagen dort waren. Sie durften in diesen Park gehen. Wenn man also als Gast auf Neverland eingeladen war, war es wahrscheinlich das, was man zu sehen bekam.

Da war es auch, wo das Theater stand – dieses große, wunderschöne Theater auf der linken Seite des Tals.

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Und es war wirklich ein Tal. Um noch einmal zu meinem Surfbrett-Vergleich zurückzukommen, dann wäre es so, wie wenn das Surfbrett vor dir liegen würde und es hätte Berge an beiden Seiten. Man ging einfach nicht so oft auf diese Berge, es sei denn man hatte ein Motorrad oder ein Pferd oder so. Die meisten Aktivitäten spielten sich unten im Tal ab.

Der Großteil unserer Arbeit drehte sich um die Konstruktion der Musikanlagen und der Systeme für den Park. Es gab dort eine kleine Bühne, auf der man ein Barbershop Quartett oder ähnliches auftreten lassen konnte. Es gab den Zipper und Autoscooter und das Riesenrad und das Karussell und es schien, als ob es nie aufhören würde. Er fügte ein Fahrgeschäft hinzu, und einen Monat später rief er mich an und sagte, er hätte noch eins gekauft und ich konnte mir Gedanken über neue Ideen dafür machen.

Lisha: Wenn er dich anrief, sprach er dich also darauf an, was du musikalisch damit machen würdest, oder?

Brad: Ja, oder ich fuhr hoch und wir hatten dazu ein Meeting in seiner Bibliothek, oder besser noch, er liebte Meetings im Schloss. Und er breitete einige Pläne aus und sprach darüber, was als nächstes kommen würde. Er war da sehr bestimmt.

Es war schon irgendwie eine coole Beziehung zwischen uns, bei der er – und es betraf sicherlich nicht nur mich, sondern ich denke, Tony oder verschiedene Leute, die dort arbeiteten, würden etwas ähnliches sagen – uns erzählte, was er vorhatte, aber dann auch wieder unsere Ideen hören wollte. Wisst ihr, kriegen wir das hin? Oder: Was hältst du davon? Er diktierte es nicht, auf keinen Fall. Wie ich immer sage, wenn du mit Michael arbeiten willst, dann must du selbst etwas auf den Tisch bringen. Du kannst dich nicht einfach dahinsetzen und auf Anweisungen warten. Du musst auch schon Ideen beisteuern.

Willa: Er wollte also deine Vorstellungen über die Art des Sounds hören? Oder wie er bereitgestellt werden sollte? Oder …?

Brad: Also, ich gebe euch ein witziges Beispiel. Michael wollte überall Musik haben. Überall, überall, überall. Er wollte nicht eine Stelle auf dieser Ranch haben, an der es einfach nur still sein würde. Er kam also eines Tages zur mir und sagte „Ich habe ein Riesenrad gekauft.“ Ich sagte: „Natürlich hast du das. Warum solltest du nicht?“ und er sagte: „Ich möchte Musik auf dem Riesenrad.“

Nun, ich bin ein Kerl. Ich verstehe was von Geometrie und Elektronik und Physik, und all diese Dinge ergeben vollkommenen Sinn für mich. Also denke ich über ein Riesenrad nach und stelle mir ein Rad vor, das sich dreht. Und dann sind da an diesem Rad 16 kleine Räder, die sich alle drehen. Aber da kann man nicht überall Kabel verlegen, weil sich das Kabel nach zwei Umdrehungen verdreht hat und zerreißt.

Willa: Oh, daran habe ich gar nicht gedacht.

Brad: Na ja, ich möchte euch nicht mit zu vielen solcher Sachen langweilen. Aber bei Beleuchtung und Dingen wie diesen hat man große Teile Kupfer und Bürsten, um den Strom zum nächsten Paar Räder weiterzuleiten. Aber Musik ist ein völlig anderes Tier. Es wird wirklich verzwickt, Stereo-Lautsprecher und Kabel zu verlegen.

Also haben wir uns diesen komplizierten Plan ausgedacht, in jede Gondel ein Batteriepaket, einen Radio Receiver und einen Verstärker und Lautsprecher zu verlegen, um dann Musik in jede einzelne Gondel zu übertragen. Und ich entwarf die ganze Sache für ihn und sicherte ihm zu, dass ich das machen kann. Aber ich sagte auch, du meine Güte, Michael, die Kosten dafür, und all die Batterien aufzuladen und das ganze Kopfzerbrechen darüber. Ich sagte, lass die Leute doch einfach mal durchatmen! Lass sie mit dem Rad ganz nach oben fahren, dann können sie den Park sehen, sie können alles hören, die Kinder lachen hören. Wir müssen sie nicht mit noch mehr Musik überfluten.

Und glücklicherweise stimmte er zu, denn ich wollte das nicht bauen. Ich dachte so bei mir, dass dies die verrückteste Sache sei, die ich je entworfen habe. Und es hätte funktioniert! Ich hatte einen ziemlich guten Entwurf. Aber der entscheidende Punkt war, dass er wirklich zuhörte. Es war wirklich schön, wenn ich ab und zu mal etwas bearbeiten und sagen konnte: Nur weil wir es tun können, heißt das nicht, dass wir es tun sollten. Er war also damit zufrieden. Er gestand mir ein enormes Maß an Freiheit zu.

Und ich möchte eigentlich einen Punkt noch ausführen. Ich war ein Kind! Ich meine, ich bin fünf Jahre jünger als Michael, und wir gestalteten Neverland, als ich in meinen Zwanzigern und beim Großteil der Arbeit in den Dreißigern war. Ich arbeitete also mit ihm und Bruce im Studio, wisst ihr, Woche für Woche und Monat für Monat. Und dann, als das eine Projekt fertig war, zog er mich da heraus und wir bauten dort Dinge auf. Und das ist Michael Jackson! Er hätte die beste Audio-Firma in L.A. engagieren können. Er hätte Leute aus Berlin einfliegen können, wenn er gewollt hätte. Und die Tatsache, dass er es mich tun ließ und dass er mir vertraute, macht mich bis zum heutigen Tag wirklich demütig und bedeutet mir so viel.

Ich bin nicht reich geworden. Ich war zu dumm! Ich berechnete einen fairen Preis, aber ich durfte lernen. Er ließ mich auf Neverland lernen, und das ist etwas, was ich niemals vergessen werde. Er ließ mir ein ungeheures Maß an Freiheit und im Gegenzug gab ich Blut, Schweiß und Tränen. Es gibt kein einziges Projekt, das ich auf Neverland fertigstellte und auf das ich nicht stolz war. Wir gaben absolut alles, was wir hatten auf dieser Ranch. Und ich war nicht der einzige. Aber ich bin immer wirklich stolz darauf gewesen, dass er mir so sehr vertraute. So, und jetzt beende ich meine Sonntagsrede …

Lisha: Ich kann definitiv erkennen, warum er dich so sehr schätzte.

Brad: Es ist etwas, was mir bis heute viel bedeutet.

Also, überall auf der Ranch – und wir kommen in ein paar Minuten zum Zoo – alles, was ich euch beschreibe, da ist immer Musik. Und Michael wählte, nun er wählte wahrscheinlich 80 Prozent der Musik sorgfältig aus. Er hatte eine Playlist, und dann rief er mich an und sagte: Ok, ich möchte, dass du mir eine CD machst, und ich möchte diesen Song und jenen Song und den Song.

Und dann wiederholte er sich. Er liebte den Song „Carol Anne’s Theme“ aus dem Film Poltergeist. Er ist irgendwie tief bewegend und wunderschön. Also wollte er „Carol Anne’s Theme“ zweimal abgespielt haben – nicht zweimal hintereinander, sondern erst kam „Carol Anne’s Theme“ und dann vielleicht „My Favorite Things“ aus The Sound of Music, und dann etwas von Debussy, und dann wollte er wieder „Carol Anne’s Theme“. Und ich sagte: Michael, das hatten wir doch gerade. Wir haben diesen Song vor 9 Minuten gespielt. Und er sagte: Nein, aber er ist so schön, ich möchte ihn nochmal. Und man konnte mit ihm darüber nicht streiten! Es ergab keinen Sinn, aber es funktionierte!

Und man hörte überall Musik. Man bestieg die Eisenbahnen, und da gab er mir ein wenig mehr Freiheit. Ich konnte irgendwie spielen, was ich wollte, aber es war immer klassisch. Wir spielten niemals Michaels eigene Musik. Das war absolut verboten.

Lisha: Hier ist die Playlist, die Brad uns bei seinem Seminar und auf Facebook gezeigt hat:

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Brad: Jetzt, in den vergangenen Jahren wurde mir erzählt, dass Leute, die nach 2004, 2003, 2005 dort waren, berichteten, dass überall Michaels Musik gespielt wurde, was etwas enttäuschend ist, denn das war niemals das, was er wollte. Er war sehr entschlossen hinsichtlich der Tatsache, dass er nirgendwo auf der Ranch seine eigene Musik spielen lassen wollte.

Man hatte also einfach dieses Gemisch an Musik, und man wusste nicht, wo sie her kam. Sie war einfach überall.

Willa: War es also dieselbe Playlist, überall wo man hinging? Oder hatten verschiedene Karussells im Vergnügungspark auch verschiedene Musik?

Brad: Ja, die Fahrgeschäfte waren unterschiedlich. Wenn man ging oder auf einer Bahn fuhr oder so etwas, war es dieselbe opulente, schöne Musik. Aber dann hatten wir auf jedem Fahrgeschäft sehr ausgesuchte Musik, genau für dieses Fahrgeschäft. Und er wählte so gut wie alle dieser Musikstücke aus. Wir mussten also diese riesigen Soundsysteme bauen. Und ich bin ein Vergnügungspark-Junkie. Ich liebe Vergnügungsparks. Ich liebe Disneyland. Wir besaßen Jahreskarten für Disneyland, lange bevor es als cool galt. Ich liebe also die Art Dinge. Also ja, das Karussell zum Beispiel – auf dem wollte er Janets Songs gespielt haben. Das war zu der Zeit, als Rhythm Nation angesagt war. Wir hatten also einige von Janets Songs, die wir auf dem Karussell abspielten.

Auf dem Zipper, welches sein Lieblings-Fahrgeschäft war … Kennst du den Zipper?

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Lisha: Ja, kennst du es, Willa?

Willa: Ist es nicht eine Art doppeltes Riesenrad, aber es kippt dich kopfüber?

Brad: Ja, es ist einfach das verrückteste, großartigste Fahrgeschäft. Das war sein Lieblingsgerät, und aus irgendeinem Grund mochte er den Song „Owner of a Lonely Heart“ von Yes. Und großer Gott, jeder, der auf diesem Fahrgeschäft mitfuhr, musste diesen Song immer wieder und wieder hören. Es ergab nicht wirklich Sinn, aber das war Michael! Und es blieb dir nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Das ist es, was er mochte.

Ich denke, auf gewisse Art war er sehr … hm, welches Wort suche ich? Nicht vorhersehbar, aber er mochte ein festes Programm. Ich habe bisher noch nicht so darüber nachgedacht, aber ich glaube, das es war so etwas wie: Ich bin auf dem Zipper, also werde ich „Owner of a Lonely Heart“ hören. Und so war es einfach. Du hast es nicht geändert. Du hast es nicht korrigiert. Es war das, was er wollte.

Willa: Vorhin hast du etwas so Faszinierendes gesagt. Du sagtest, dass durch das Wachtor zu gehen und an dem Salbeibusch vorbeizufahren und durch das verzierte Tor zu gehen vergleichbar mit der Einleitung zu einem Song gewesen wäre. Und nun, im Vergnügungspark, scheint es fast so als würdest du irgendwie einige der Strophen bekommen, die verschiedenen Strophen des Songs.

Brad: Ja. Ich will nicht versuchen zu poetisch zu werden oder so etwas. Aber Neverland bestand wirklich irgendwie aus einem Anfang, einem Mittelteil und einem Schluss, wie ein Song. Am Anfang hast du das verzierte Tor, diesen „Wo bin ich?“-Moment, diesen wunderschönen Eingang.

Und dann kommst du zum Themenpark und das war einfach Verrücktheit: die Super-Rutsche und die Auto Scooter und den Sea Dragon, und Musik hämmerte von überall. Und das Theater war genau da, und es war groß und dramatisch und plakativ.

Und dann gingst du, vielleicht später am Tag, zum Zoo. Und der Zoo war viel beruhigender. Also ja, in diesem Sinn war es fast wie ein Intro, Strophen, Refrain, eine Überleitung, Refrain, Fade-Out.

Willa: Oh, das ist faszinierend! Das ist wirklich faszinierend.

Brad: Michael liebte Dramatik. Du konntest Neverland an einem ganzen Tag erleben, und am Ende dieses Tages streicheltest du eine Giraffe und hast eine Ente gefüttert oder so, und es war wieder still. Es war sehr, sehr beruhigend.

Also ja. Ob es nun konstruiert oder zufällig war – ich neige dazu, es war konstruiert – es funktionierte wirklich für viele Menschen als eine einzigartige Erfahrung.

Lisha: Das ist faszinierend, wie es sich auf gewisse Weise entwickelte, auf eine irgendwie kalkulierte Art.

Brad: Ja. Allerdings haben wir auch viel vermasselt! Wir probierten Dinge aus. Er wollte diese albernen, ihr wisst schon, diese kleinen Autopia Cars wie in Disneyworld? Eigentlich kleine Go-Karts. Nun, wir hatten diesen aufwendigen Go-Kart-Track, der die eine Seite des Berges hinaufführte, rüber zur Super-Rutsche. Und es war wunderbar! Ich meine, es war gepflastert, und ich habe keine Ahnung, wie viel Zeit und Geld in den Bau dieser Go-Kart-Bahn gesteckt worden ist. Das war nicht irgendeine kleine Achterfigur. Das war echt – an der Seite des Berges hoch und unter den Bäumen hindurch. Es war wunderschön!

Und diese blöden Autos waren nicht stark genug, Leute seitlich den Berg entlang mit hochzunehmen, besonders Erwachsene, und die Leute wurden aus den Autos gestoßen! Ich bin nicht sicher, warum wir keine größeren Motoren bekamen, aber ich glaube, an dem Punkt hatte man schon so viel Geld ausgegeben, dass man die Ausgaben drosseln musste. Also brachten sie die Go-Karts zu einem ebenen Track hinter dem Theater. Es war nicht annähernd so cool, aber wenigstens sind die Leute nicht mehr aus den Autos gefallen.

Willa: Als Mutter denke ich, dass das Fahren mit großen Motoren für die Kinder ein Sicherheitsproblem gewesen wäre!

Brad: Ja, es gab eine Menge Dinge, bei denen du dir auf die Unterlippe beißen musstest und dir sagtest „Ich hoffe, niemand stirbt auf diesem Ding!“ Aber, uh …

Willa: Oh, nein!

Brad: Ich mache Scherze! Aber ihr habt vielleicht Bilder von der Super-Rutsche gesehen. Die Rutsche war total witzig. Es ist eine von diesen großen, gelben … Ich glaube, sie hatte vier Bahnen oder so.

Nun gut, für Michael durfte nichts jemals normal sein. Es musste alles auf Level 11 hochgekurbelt werden. Sie fanden also Teflonspray oder so etwas. Ich weiß nicht, ob sie das Zeug von der NASA bekamen oder wo es her kam. Aber du saßest in einem Jutesack und sie sprühten den Sack mit diesem Spray ein … und es war furchteinflößend! Ich liebe solches Zeug, aber du wurdest so schnell, dass du über diese Huckel geflogen bist und dachtest, du würdest dir deinen Rücken brechen und gelähmt sein! Und Michael lachte einfach nur, bis er sich fast in die Hosen machte. Besonders bei mir, wisst ihr, ich bin nicht gerade ein kleiner Typ. Und ich rutschte auf diesem Ding runter, dass es fast wie 90 Meilen pro Stunde schien, prallte einfach nur von Huckel zu Huckel.

Willa: Es tut mir leid, ich wollte nicht lachen!

Brad: Es ist so, als würdest du jemanden umbringen! Oder eine weitere Sache war der Auto Scooter. Ich liebte Auto Scooter. Und wir hatten ziemlich glückliche Umstände. Wir reisten ein bisschen, und so waren wir mehrere Male in Europa. Und es tut mir leid, ich bin etwas seltsam. Wenn es im Umkreis von 40 Meilen irgendwo einen Vergnügungspark gibt, dann muss ich da hin. So bin ich einfach. Museen interessieren mich weniger, aber bring‘ mich zu einem Freizeitpark.

Und so landeten wir auf dem Tivoli in Kopenhagen, welcher einer von Michaels Lieblingsparks war. Das war erst vor ein paar Jahren, nachdem Michael gestorben war. Sie hatten dort Auto Scooter und es war die seltsamste Sache, denn es war, als würde ich zurück nach Neverland geworfen.

Ich versuche kein Klischee aufrechtzuerhalten, aber in Europa gibt es völlig andere Standards als in den Vereinigten Staaten. Ich meine, es geht volle Fahrt voraus, man kracht mit Leuten zusammen und denkt, man schlägt sich die Zähne aus, während in den USA dies alles ohne Risiko und unter Beachtung von OSHA (Occupational Safety and Health Administration) gehandhabt wird und jedermann sicher zu sein hat.

Nun, bei Michael war nicht viel von OSHA zu bemerken. Seine Auto Scooter waren unerhört schnell. Sie gingen einfach ab. Man dachte, man wird sich selbst umbringen! Dann füllten wir das Zelt mit Rauch und Schwarzlicht und Stroboskoplicht und dann noch einem riesigen Sound System. Wir spielten Joe Santriani – das war normalerweise der Soundtrack da drinnen – und dann zogen diese Auto Scooter mit voller Geschwindigkeit ab. Hier war es dasselbe: Michael starb fast vor Lachen! Es war – ich sage es wirklich ungern – aber es war grenzwertig gefährlich. Aber es machte so viel Spaß, dass man sich einfach nicht darum kümmerte.

So könnte ich über jedes einzelne Fahrgeschäft reden, aber eine weitere richtig coole Sache in dem Erlebnispark war das Schloss. Ich weiß nicht, ob die Leute es schon von Fotos kennen. Wenn man ganz weit zurückgeht, habe ich einige wirklich coole Bilder von dem Park, als er gebaut wurde, und es war ein Baumhaus. Michael ging da normalerweise hinauf und beobachtete Leute von dem diesem Baumhaus, und es war cool, aber keine große Sache.

Nun, wir hatten so viel Equipment unterzubringen, dass wir einen Ort für all die Elektrik und unsere Racks und Verstärker und das alles brauchten. Also entschieden wir, am Grund des Baumhauses einen Raum zu bauen. Also, noch mal, hier handelt es sich um Michael Jackson, und da kannst du nicht etwas Normales machen. Also entwickelte es sich ziemlich schnell zu einem Schloss.

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Und so kam niemand jemals in den unteren Teil des Schlosses, denn es war nur ein Equipment-Raum, und dort bewahrten wir unsere ganzen Klamotten auf. Aber es gab ein großes Obergeschoss auf dem Schloss. Und darauf war auf einer Seite ein Arbeitszimmer. Und es handelte sich hierbei um einen wirklich coolen Raum, in dem Michael Meetings abhielt. Wir saßen da oben und sprachen über Fahrgeschäfte, die noch kommen sollten. Oder wenn er einen Telefonanruf oder so machen musste, konnte er da raufgehen. Es gibt kein Funknetz auf Neverland und damals waren Mobiltelefone ohnehin noch ziemlich unausgereift und simpel. Es war also einfach ein Ort, an dem er Verbindung aufnehmen konnte. Wisst ihr, wenn er VIP’s zu Besuch hatte und sie waren draußen unterwegs, dann konnten sie einen Lunch oder ähnliches im Schloss einnehmen. Es war einfach so besonders und so anders – ein wirklich, wirklich schönes kleines Stück Architektur.

Dann gab es noch überall über den Park verteilt Disney-animierte Schmetterlinge und den Elefant, der nachts Wasser in die Luft sprühte, nur dass es kein Wasser war. Es waren einfach Lichter.

Und dies ist noch eine weitere Sache. Tagsüber bestand der Park aus Spaß. Es war ein Vergnügungspark, wie ihn niemand in seinem Garten hatte. Aber in der Nacht wurde dieser Ort durch – ich weiß nicht, ob es Millionen waren – aber Zehntausende kleiner, funkelnder Lichter in den Bäumen beleuchtet.

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Eigentlich schwöre ich, dass es so war. Ich sollte nicht schwören, aber ich glaube, es stimmt. Es gibt diese gigantischen Eichenbäume überall verteilt in Neverland. Überall im ganzen Park, sollte ich sagen.

Willa: Das sind die Bäume, die man in dem Video Say, Say, Say sieht, richtig? Es wurde dort gedreht.

Brad: War es so?

Willa: Ja. Jene großen Eichen, die man im Say, Say, Say Video sieht, stehen auf Neverland.

Brad: Ok. Nun, die waren bedeckt, und ich meine wirklich bedeckt, mit kleinen, glitzernden Lichtern – wisst ihr, diese winzig kleinen Lichter. Und jeder Baum hatte das, was man eine Leistung von 200 Ampere nennt. Und jetzt schlafen eure Musikfachleute gleich ein, wenn ich das sage, aber das ist das Äquivalent eines normal großen amerikanischen Wohnhauses. Ein normal großes Haus erhält 200 Ampere Elektrizität. Das ist viel Strom, die diese albernen Bäume für die Beleuchtung brauchten.

Lisha: Das ist pro Baum?

Brad: So wurde es mir gesagt. Wisst ihr, ich will jetzt keinen Lügendetektor-Test machen. Aber es war einfach eine enorme Menge an Strom, der die Ranch versorgte.

Aber daher kam die ganze Beleuchtung. Wir hatten keinerlei Straßenbeleuchtung. Es waren alles entweder Lichter in den Bäumen oder Lichter vom Vergnügungspark, und das war’s. Und in der Nacht … ich war schon an einigen wunderschönen Orten, aber Neverland bei Nacht rangiert so weit oben. In seinen besten Jahren, wenn die Fahrgeschäfte und die Musik liefen, und es war alles erleuchtet, dann würde ich es ziemlich sicher auf eine Stufe damit setzen, mitten in Disneyland oder in Paris zu sein. Es war ein wirklich, wirklich, wirklich magischer Ort.

Willa: Das klingt wunderschön.

Lisha: Eine Menge von dem, worüber wir sprachen, wie das System der Eisenbahn und der Park und die Blumen und die Uhren und solche Dinge, erinnern mich so sehr an Walt Disney. Und wir wissen, dass Michael Jackson ein riesiger Bewunderer von Walt Disney war, der ständig die Grenzen zwischen Realität und Phantasie durch Kunst und Animation verwischte, bis er schließlich Disneyland baute. Und die Idee von Disneyland basierte darauf, dass du in diese Phantasiewelt eintauchst, die er vorher durch Kunst erschaffen hat.

Brad: Geschichten, ja.

Lisha: Es klingt für mich so, dass Michael Jacksons Neverland so ähnlich ist, und ich frage mich über deine Ansicht darüber. Du kennst Disneyland sehr gut und du bist außerdem wirklich auf der Ranch gewesen und kennst diese auch sehr gut. Aber gab es irgendeinen grundlegenden Unterschied zwischen diesen Orten?

Brad: Also, lass mich mal überlegen. Disneyland zählt an sehr vollen Tagen 70.000 Besucher, und auf Neverland waren einige Hundert – das wäre ein Unterschied! Ich meine, es waren natürlich ganz unterschiedliche Erfahrungen. Neverland war atemberaubend bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es jemandes Garten war. Ja, es war nicht Disneyland, aber dafür, dass man im Pyjama aus dem Haus gehen und in diesen Park gehen konnte, war es einfach – und ich sage jetzt nicht, dass ich das getan habe – aber diese Erfahrung war mit nichts zu vergleichen.

Michael wusste, dass ich Disneyland liebte und ich bin mein gesamtes Leben lang Disney Fan gewesen. Macht euch gefasst auf etwas wirklich Schmalziges, aber ich habe meiner Frau sogar auf dem Mississippi-Dampfer von Disneyland den Heiratsantrag gemacht.

Willa: Oh, wirklich!

Brad: Ja, und das war sogar im selben Jahr, in dem ich Michael zum ersten Mal traf. Wir hatten also unsere kleine Disney-Verbindung. Wir waren nie zusammen in Disneyland. Wir sprachen immer darüber, aber für ihn war es eine Tortur, dorthin zu gehen. Also befragte er mich zu den Neuheiten und was er sich ansehen sollte.

Also ja. Neverland – es gab sicherlich, ich vermute ihr nennt es einen Wink oder Tribut an Disney, über den ganzen Ort verteilt. Und umgekehrt. Ich meine, die kreativen Köpfe haben mehr Arbeit geleistet, als ich wirklich damals wusste, wie die animierten Figuren. Wenn man das Theater betrat, gab es die zwei Dioramen. Eines von ihnen zeigte Pinocchio und das andere Cinderella. Und man drückte einen Knopf und die Dinge wurden zum Leben erweckt – da gab es Lichter und Musik und Bewegung und das alles. Und ich glaube, das haben die kreativen Köpfe erdacht. Ich denke, Michael gab ihnen die Aufgabe es zu bauen. Also ja, es fehlte weiß Gott nicht an Anspielungen auf Disney.

Willa: Ich habe gerade dieses Video von dem Pinocchio-Diorama aus der Zeit, als es in die Auktion gehen sollte, gefunden. Ich fürchte, die technische Qualität ist nicht allzu gut, aber es vermittelt einen Eindruck dessen, was passierte, wenn man den Knopf drückte:

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Lisha: Das ist so interessant! Ich habe ein Foto des Cinderella-Dioramas gefunden, das den Moment darstellt, in dem die gute Fee Cinderellas Lumpen in ein wunderschönes Ballkleid verzaubert.

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Beide Darstellungen beschäftigen sich also mit Transformation: Der Moment, in dem Pinocchio auf magische Weise von einer Puppe in einen echten Jungen, und der Moment, in dem Cinderella von einem Hausmädchen in eine Prinzessin verwandelt wird.

Willa: Das ist eine faszinierende Beobachtung, Lisha! – besonders im Hinblick darauf, dass Verwandlungen solch ein wiederkehrendes Thema in Michael Jacksons Werken waren. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass es eine kleine Szene in dem Smooth Criminal Segment von Moonwalker gibt, das in eine Ecke des Pinocchio-Dioramas integriert wurde, wobei ich mir vorgestellt habe, dass die Kreativen dies als kleines Überraschungselement eingefügt haben. Es scheint hier nicht ganz hinzupassen, aber gleichzeitig ist es doch irgendwie passend, da Moonwalker voll mit Verwandlungen ist. So verwandelt sich die Hauptfigur, Michael, in einen Sportwagen und einen Roboter und in ein Raumschiff, und ebenso sind da psychologische Verwandlungen. (Nebenbei gesagt, es gibt auch sehr viele Spinnen in Moonwalker, was mich an das erinnert, was du vorhin über die Tarantulas auf der Figueroa Mountain Road gesagt hast, Brad.)

Lisha: Brad, kannst du dich erinnern, wie Michael dazu stand, dass sein eigenes Bild zu dem Pinocchio-Diorama zugefügt wurde?

Brad: Meine Erinnerung ist, dass Michael den Smooth Criminal in dem Diorama nicht mochte, er hatte nur sehr wenige Abbildungen von sich selbst in den öffentlich zugänglichen Bereichen von Neverland.

Ein andere Sache, die du erwähnt hast und über die ich eine Sekunde lang nachgedacht habe, ist die, wie man in Disneyland in Geschichten oder Filme eintauchte. Wisst ihr, Michael hätte eine Art Michael Jacksonland errichten können, in dem die Auto Scooter – ihr müsst wissen, ich spinne jetzt mal einfach – aber wir hätten Sachen wie einen Thriller-Auto-Scooter oder ähnliches thematisieren können, man hätte „Thriller“ abspielen und eine Horde Zombies da haben können.

Nicht in einer Million Jahren hätte er so etwas gemacht. Noch hätte ich es jemals vorgeschlagen. Das war nicht das, was er wollte. Er wollte etwas, was sowohl Kinder als auch Erwachsene lieben und schätzen. Im Gegenteil, da war fast eine auffallende Abwesenheit von allem, was mit Michael Jackson zu tun hatte, auf Neverland, mit Ausnahme von Michael selbst. Klingt das einleuchtend für euch?

Lisha: Absolut.

Willa: Es scheint, als versuchte er wirklich, diese Phantasieerfahrungswelt zu erschaffen, und die Phantasien, derer er sich bediente, sind alle von einer Art nostalgischer Kindheitsgeschichten, wie das Tipi-Dorf und die Cowboys – du sagtest, die Leute im Zoo waren wie Cowboys gekleidet – und die Dampfmaschine. Das alles ruft Vorstellungen an nostalgische Geschichten aus der Kindheit und an Spiele hervor, die besonders Jungen in der Vergangenheit gespielt haben.

Brad: Also, wenn es ein Thema gab, das sich durch ganz Neverland zog, dann war es Peter Pan. Natürlich wird es Neverland genannt, da haben wir also schon einmal Hinweis Nummer Eins. Es ist lustig – ich habe vor ein paar Monaten einen Post auf Facebook geschrieben. Wisst ihr, die Leute schicken mir Bilder, und ich habe jetzt eine ziemlich erstaunliche Sammlung von Bildern über Neverland, die ich von den Leuten bekommen habe. Und ich habe mir eines Tages einen Stapel von ihnen angesehen, und da war ein Bild dabei, das mich erstarren ließ.

Auf der Rückseite des Hauses war eine Art Büro. Und in diesem Büro, mit Blick auf den Barbecue-Bereich auf der Rückseite des Hauses, gab es diese Peter Pan Figur. Sie war wahrscheinlich etwa 24 Inches (ca. 61 cm), vielleicht sogar 30 Inches (76 cm) hoch – so was in der Art. Und jedes Mal, wenn ich daran vorbei ging, nahm ich sie genau wahr. Sie bewegte sich nicht. Es war nichts Besonderes daran. Es war einfach diese coole Figur von Peter mit an die Hüften gelegten Händen und seinem kleinen, albernen Hut und allem, wie er irgendwie stolz auf den Garten und den Barbecue-Bereich sah.

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Und wisst ihr was? Es war einfach so typisch. Das ist die coolste Sache. Und auch wenn Michael Rolls Royces und eine Dampfmaschine und alles, was man sich vorstellen kann, hatte, da war etwas an Peter Pan, das mich einfach umhaute. Das war wahrscheinlich mein kleines Lieblingsteil auf der Ranch. Denn das war er. Ich meine, Michael sah sich selbst als Peter Pan. Wir haben nie darüber gesprochen. Ich meine, ich will nicht, dass es verrückt klingt. Aber ihr wisst, Michael hatte diese Peter-Pan-Verbindung.

Als mir jemand dieses Bild schickte, hatte ich plötzlich einen Kloß im Hals, einfach weil es eine wirklich coole Erinnerung an Neverland war.

Willa: Das Tipi-Dorf ist eine weitere Referenz an Peter Pan. Ich meine, da gibt es ein Tipi-Dorf in Peter Pan – das ist ein Teil in der Geschichte.

Brad: Oh ja. Und in dem großen Bahnhof, oben an der Decke des Bahnhofsgebäudes – es war nicht voll beweglich -, aber da gab es diesen fliegenden Peter Pan und ein paar der anderen Figuren. Sie waren irgendwie an Seilen oder Stangen da oben aufgehängt. Sie schwebten also über dir, wenn du die Bahnstation betreten hast.

Willa: Oh cool! Ich habe gerade einen interessanten Post gesehen, der Bilder von Peter Pan und Tinkerbell im Kampf mit Captain Hook auf Neverland zeigt. Waren es diese in den Dachsparren der Bahnstation?

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Brad: Ja, großartige Fotos! Es gab etwas, was ich vor ein paar Minuten über den großen Bahnhof erwähnen wollte. Michael hatte oft riesige Gruppen an Gästen, besonders wenn seine ganze Familie zu Besuch kam. Sein Wohnhaus selbst war ziemlich seltsam, ich denke, es gab nur vier Schlafzimmer, vielleicht auch fünf. So viele Zimmer gab es gar nicht. Und es gab nur ungefähr fünf Gästehäuser. Also, seine Familie ist riesig, und dann hatte er noch Freunde und andere Leute da. (Brad) Buxer hat mir also erzählt, dass in dem Bahnhof tatsächlich Leute geschlafen haben.

Willa: Wirklich?

Brad: Oh, sie schliefen überall! Sie schliefen im Theater – sie waren überall verteilt. Aber der Bahnhof war eigentlich wirklich nur als Bahnhof gedacht. Da bestand niemals vorher der Gedanke, dass da drinnen Betten benötigt werden würden. Also, ich weiß nicht, ob sie da auf Luftmatratzen oder ähnlichem schliefen. Aber es gab da kein Badezimmer! Und Buxer hat berichtet über … ich weiß nicht, ob es die Brüder waren, Tito oder wer auch immer – wisst ihr, wenn du mitten in der Nacht aufgewacht bist, dann musstest du den ganzen Weg runter zum Haupthaus gehen, um die Toilette zu benutzen. Niemand hat jemals darüber nachgedacht, gee, dass man hier vielleicht ein Badezimmer einbauen könnte, weil hier eventuell Leute schlafen würden. Es war nur dafür gedacht: Komm rein, schnapp dir ein paar Süßigkeiten und spring auf den Zug.

Aber Michael wohnte hier, Mann, und das war sein Haus. Es war keine kleine Zwischenstation!

Willa: Und der Bahnhof – das ist doch etwas, was er selbst dazu gebaut hat, richtig? Er war nicht Teil der Sycamore Valley Ranch, als er sie kaufte?

Brad: Korrekt. Das erste Mal, als ich dort war – wisst ihr, jedes Mal, wenn ich darüber rede, höre ich von einigen meiner Seminargäste leises Gekicher – aber meine allererste Aufgabe auf Neverland war, die Musikanlage in seinem Schlafzimmer, in seinem Raum, zu installieren. Ich habe also große Lautsprecher an jeder Seite seines Bettes angebracht, und ich zog Kabel und baute diese coole, kleine Anlage in sein Schlafzimmer ein.

Und es gab dort wirklich nicht so sehr viel mehr. Ich meine, es gab das Haupthaus, und dann waren da Wiesen auf der ganzen Rückseite. Ich weiß nicht, wann das Theater gebaut wurde, aber ich denke, er ließ es bauen, bald nachdem er das Anwesen gekauft hatte. Ich habe das Theater nicht gebaut. Lee Tucker von Warner Studios baute es. Aber dann blieb ich da mit all den anderen Projekten hängen.

So, nun also zum dritten Abschnitt – wenn man schließlich fertig war mit dem Park, konnten die Gäste auf die Bahn springen, entweder die große oder die kleine Bahn, und dann hoch zum Zoo fahren. Oder man konnte da hoch gehen. Im Grunde war es so, als der Park immer größer wurde, kam er immer näher an den Zoo. Wenn ihr also auf meinen Vergleich mit dem Surfbrett zurückblickt, begann sich der obere Teil des mittleren Bereichs dem entfernteren, also dem Zoo, anzunähern.

Man kann dann also zum Zoo. Der Streichelzoo war wirklich cool. Alles war wunderschön. Ich meine, es war gepflegt wie sonst nirgends auf der Welt. Die Leute dort fegten und machten sauber. Der Streichelzoo war eins der Dinge, die später hinzugefügt wurden. Wir hatten ihn nicht in den ersten Jahren. Ganz am Anfang, ich glaube, da gab es nur … die Elefanten waren ziemlich früh da. Kimba, den Löwen, gab es ziemlich früh. Die meisten Gäste bekamen Kimba nicht zu sehen. Kimba wurde irgendwie oben auf dem Berg zurückgehalten, weil er immer so wütend war!

Willa: Oh, nein!

Brad: Er war einfach kein freundliches Tier. Aber wenn man ganz früh morgens oder um die Zeit des Sonnenuntergangs zur Ranch ging, das war die Zeit, in der Kimba gefüttert wurde. Und das Tier konnte brüllen, so dass man sich zu Tode ängstigte! Ich meine, du konntest das Gebrüll zwei Meilen entfernt hören. Es war einfach dieses wunderbare, wütende, coole Brüllen.

Ich möchte nicht, dass es so klingt, als wäre er nicht gut behandelt worden, denn so war es nicht, aber er war einfach nicht weich und knuddelig, á la „Komm spiel mit mir.“ Ich meine, er war einfach ein … Er war schwierig. Also hielten wir ihn ein wenig weiter von den Kindern entfernt, weil wir sie nicht ängstigen wollten.

Aber wir hatten den Pferdestall. Wir hatten den Schlangenstall. Dabei handelte es sich um ein weiteres, einfach vollkommenes Kunstwerk, auf eine ganz eigene Art und Weise.

Lisha: Der Schlangenstall?

Brad: Ja, sie nannten ihn die Reptilienscheune. Sie war genau an der gegenüberliegenden Straßenseite. Nun seid ihr oben im Zoo. Und dort befindet sich auch die Feuerwehr. Auf Neverland gab es, glaube ich, immer zwei rund um die Uhr tätige Feuerwehrmänner in der Feuerwache. Dies waren Auflagen vom County, wenn ich mich nicht irre. Genau gegenüber war der Pferdestall, und dann kam die Reptilienscheune.

Du gingst in die Reptilienscheune, und in dem ersten Raum waren all diese Käfige. Es ist lustig, wenn ich an all diese Dinge denke, denn dieser Vorraum war irgendwie nicht gerade beeindruckend. Man ging hinein und er war voller Terrarien – fast so, als würde man auf eine Wissenschaftsmesse oder so etwas gehen. Und es ist irgendwie cool – es ist wie, yeah ok, mir geht’s gut. Mach, dass wir hier rauskommen.

Aber dann kam man durch eine zweite Tür – ich habe so noch nie darüber nachgedacht – und plötzlich war man an einem ganz anderen Ort.

Willa: Weißt du, das erinnert mich an das, was du vorhin schon über das erste Tor gesagt hast, und dass es nicht beeindruckend ist. Dass man aber dann durch das verzierte Tor geht und Wow! Plötzlich ist man in einer anderen Welt.

Brad: Ja! Ich schwöre, ich habe nicht übertrieben! Aber ich habe wirklich noch nie vorher daran gedacht. Ich dachte immer, der Vorraum war irgendwie langweilig. Aber so wurdest du empfangen. Und dann gab es diese kleinen – wir nannten sie Geschwafel – 30-sekündigen Aufnahmen, wisst ihr, wie in Disneyland: Behalte deine Hände und Arme zu jeder Zeit im Fahrzeug!

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Du gingst in diesen Raum und ich machte eine Aufnahme von einem der Tiertrainer. Sein Name war Brock, nicht zu verwechseln mit Brick (Price), sondern Brock. Es gab Brick und Brock! Und Brock hatte diese wundervolle, tiefe Bassstimme, wisst ihr. „Willkommen im …“ Ich kann es nicht mal nachmachen – ich habe nicht so eine tiefe Stimme. Aber es war so etwas wie „Willkommen in der Reptilienscheune. In diesem Raum hoffen wir euch etwas über die einzigartigen Wesen aus der ganzen Welt beibringen zu können. Bitte klopft nicht auf die Käfige.“

Willa: Hier ist ein Audioclip von dem Geschwafel, den ich in einem Post auf deiner Facebook Seite gefunden habe.

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Brad: Ja, und dann ging man durch ein zweites Paar Türen, und da war dann diese dunkle, wirklich coole Gang. Es war einfach ein langer Gang bis ganz hinten an das Ende der Scheune. Und dann waren da an beiden Seiten des Gangs diese wunderschönen Terrarien aus Glas, und das ist noch nicht einmal der richtige Ausdruck dafür. Dies waren Gehege. Ich meine, sie waren wahrscheinlich sechs Fuß breit, so in etwa, und ich weiß nicht genau, drei oder vier Fuß tief bei fünf Fuß Höhe. Ich meine, sie waren riesig. Und für einige der großen Schlangen waren sie sogar noch größer. Dort waren die Klapperschlangen und die Kobras und die netzartige Python und Madonna, die Albino-Python. Und sie waren einfach wunderschön!

Lisha: Hier ist ein Bild von „Madonna“.

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Brad: Ich glaube, sie hatten einen fulltime Schlangenbetreuer und mindestens einen oder zwei Assistenten. Nun sind wir ganz und gar nicht mehr auf der Wissenschaftsmesse. Jetzt sind wir fast in einer vollkommenen, Sea World ähnlichen Umgebung. Diese Gehege waren wundervoll – handbemalt, mit Wasser gefüllt. Sie waren wirklich, wirklich sehenswert. Und dann hatte jedes Gehege seine eigene kleine Geschichte, die als 30-Sekunden-Story über die Schlange und wo sie herkam, erzählt wurde.

Aber dann wollte Michael … Eigentlich glaube ich, es war meine Idee. Ich sagte: “Kann ich nicht ein bißchen Spaß haben?” Und sagt:“ Yeah, was immer du willst.“ Also baute ich über die gesamte Länge des Gangs diese versteckten Lautsprecher ein, ganz unten zu Füßen der Leute. Es war ziemlich dunkel hier und wir hatten Grillenzirpen und es war irgendwie … nicht unheimlich, sondern sehr authentisch. Und ich hatte etwas in meinem Vorgarten aufgenommen, in jeder Ecke. Ich hatte Efeu statt Gras in meinem Vorgarten, also nahm ich eine Kühlbox – wie eine Igloo Kühlbox mit einem Seil dran – ich setzte sie an das Efeu und nahm die Geräusche auf. Dann überspielte ich es auf ein Wiedergabegerät.

Und etwa alle neun oder zehn Minuten gab es Leute in der Reptilienscheune, die sich die Schlangen ansahen und sich dabei umguckten. Dann hörten sie dieses Geraschel am anderen Ende des Gangs und dann zischte es aus den Lautsprechern, den ganzen Gang hinunter, an ihnen vorbei. Und sie sprangen hoch und dachten, ein paar blöde Schlangen wären aus ihrem Gehege ausgebrochen! Michael starb fast vor Lachen! Er hielt es für die lustigste Sache.

Also jetzt wisst ihr, es waren all diese kleinen Details, die … die Gäste konnten das alles auf keinen Fall an einem Tag aufnehmen. Wir bauten so viele Überraschungen und coole kleine Leckerbissen ein, dass man wirklich lange, lange Zeit brauchte, um alles zu erforschen.

Als nächstes kamen die Alligatoren. Und dann ging man ein bisschen weiter, und da waren dann die Schimpansen – ein riesengroßes Schimpansengehege. Und dann die Elefanten. Ich erzähle den Leuten in meinen Seminaren oft, dass das einzige Mal, das ich auf Neverland angeschrien worden bin, war, als ich meine Hand in den Elefantenkäfig gesteckt habe.

Willa: Oh!

Brad: Weisst du, es ist Alltagswissen. Aber es sind große, sehr schöne Tiere und ich wollte ihn streicheln. Und Mann, diese Tiertrainerin kam und riss mir den Kopf ab! Sie sagte, steck’ niemals, jemals, aber wirklich niemals deine Hand zwischen einen Stahlzaun und einen Elefanten! Weil sie es einfach nicht besser wissen. Ich meine, sie lehnen sich einfach mit ihren 4000 Pfund gegen deine Hand, und schon hast du eine Waffel statt einer Hand! So habe ich erfahren, dass ich dies niemals tun sollte.

Eine andere Sache, die ich wirklich schön fand zu berühren, waren Michaels wunderschöne Giraffen. Ich bin niemals wirklich unter Giraffen gewesen. Wer ist das schon? So etwas begegnet uns nicht sehr oft in L.A.! Aber er zog diesen Boden. Man ging nach oben wie auf zwei Freitreppen, und dann hatten sie da oben diese großen Körbe mit Futter. Und so befandest du dich plötzlich buchstäblich Auge in Auge mit diesen schönen Tieren und hast sie gefüttert. Ich nutzte jede Gelegenheit – wisst ihr, wenn ich dort einen Tag lang arbeitete – schaute ich auf jeden Fall bei den Giraffen vorbei, bevor ich nach Hause fuhr. Sie sind solch wunderschöne, sanfte Riesen. Und sie lehnen tatsächlich ihre großen Köpfe gegen deine Brust, während du sie fütterst … Wirklich, wirklich coole Sache.

Willa: Wow!

Brad: Ich will damit also sagen, dass es so weiter und weiter und weiter geht. Aber ihr wisst …

Angenommen, ich habe nun meine Bahn verpasst und wurde am Giraffengehege zurückgelassen und muss auf eigene Faust zurück zum verzierten Tor kommen. Wenn ich schätzen soll, würde ich sagen, bedeutet das einen Fußmarsch von gut 45 Minuten. Wenn man, ihr wisst schon, den Kopf senkt und anfängt loszugehen. Es war riesig. Man ging nicht wirklich zu Fuß herum auf Neverland. Man ging in dem Bereich zu Fuß, in dem man sich gerade befand. Aber aus dem Grund gab es ja die Eisenbahnen und die Golf Carts, und ich habe Bilder gesehen, wo sie Straßenbahnen hatten. Weil es zu groß war, um es zu Fuß abzulaufen. Ich glaube nicht, dass die Leute eine Vorstellung davon haben, wie groß es war.

Lisha: Und wir reden ja nur über den Teil des Grundstücks, der erschlossen war, richtig? Ich meine, der Großteil des Grundstücks war nicht erschlossen, ist das korrekt?

Brad: Ja. Ich habe einige Bilder gefunden – ihr wisst schon, wie Luftaufnahmen – die zeigen, wie groß es war, denn, yeah, es ging auf jeder Seite die Seiten der Berge hinauf.

Lisha: Hier sind die Luftaufnahmen von der Sotheby’s Sycamore Valley Ranch Website:

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Brad: Ganz hinten, am anderen Ende der Ranch – vorbei an den Giraffen und allem – war die Scheune für die Eisenbahn. Und ich glaube nicht, dass da irgend jemand wirklich hin ging. Da gab es nichts zu sehen. Aber dorthin kam die kleine Bahn nachts für Reparaturen und solche Dinge. Und das war schon so weit da hinten, seit die Ranch erschlossen wurde.

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Und dann, dahinter brauchte man ein Motorrad oder ein Pferd oder ein Quad oder etwas anderes, um Michaels Land weiter zu erkunden. Also ein großes, großes Grundstück.

Lisha: Wie viel des Grundstücks, würdest du sagen, war erschlossen?

Brad: Wisst ihr, ich weiß einfach nicht, wie weit es ging. Aber ich nehme an, wenn ich schätzen sollte, würde ich sagen ein Viertel bis ein Drittel, etwas in der Art. Aber viel von dem Ganzen war einfach da, ich meine, Michael hatte kleine Gazebos, ich würde sagen, er hatte zwei oder drei Gazebos oben auf dem Berg. Und er war ein Witzbold! Ich meine, er nahm sein Golf Cart oder sein … Wie nennt man diese dreirädrigen Dinger, die so absurd gefährlich sind? Wahrscheinlich fuhr er ein Quad. Ich glaube, er fuhr ein Quad.

Lisha: OK.

Brad: Ja, er fuhr mit diesen Dingern hoch zu seinen Gazebos. Er liebte es, da oben zu sein mit einem Fernglas, damit er die Leute, die Arbeiter und Gärtner, beobachten konnte, wie sie die Sachen bauten. Und sogar dort – es war die verrückteste Sache – da war ein Gazebo, dass weit oben über dem Park war, und ich weiß nicht wie sie dort oben Strom gelegt haben, aber sie hatten dort Elektrizität. Und eins ist gewiss, Mann, er wollte Musik da oben haben! Und ich so, Michael, niemand wird jemals da nach oben kommen. „Nein, aber ich muss Musik haben. Ich muss meine Musik haben!“ Da waren wir also und schleppten Lautsprecher auf den Berg. Ich meine, da waren Wege. Und fast überall, wo man ging – ich meine nicht auf den Pferdewegen – aber an jeder Stelle, wo er hingehen konnte oder wo Gäste hingehen konnten, musste fast überall Musik spielen.

Es gab eine Art Witz, immer wenn er die Ranch verließ. Wisst ihr, fast jeder auf der Ranch hatte ein Radio, und wenn Michael auf der Ranch war, wurde von ihm immer als „dem Eigentümer“ gesprochen. Sie sagten nicht, Michael Jackson ist auf dem Grundstück. Es gab nur eine Ankündigung: „Der Eigentümer wird in fünf Minuten hier sein.“ Und das bedeutete so etwas wie, ihr wisst schon, jeder muss sich gut benehmen. Wenn Michael die Ranch verliess, dann verkündete die Security am letzten Tor: „Der Eigentümer hat die Ranch verlassen.“ Und dann kamen diese Rufe von den Gärtnern: „Stellt die Musik aus! Bitte, stellt die Musik aus!“ Du kannst Debussy und The Sound of Music eine gewisse Zeit hören, aber dann kannst du es nicht mehr aushalten!

Willa: Das ist lustig!

Brad: Wenn er also weg war, machten sie die Musik aus. Aber Mann, wenn er da war, dann musste sie laufen!

Lisha: Interessant!

Brad: Das ist also meine kleine virtuelle Tour auf Neverland.

Lisha: Wow, das ist faszinierend. Vielen, vielen Dank, Brad! Das ist wirklich unglaublich.

Willa: Das ist es wirklich! Und ich bin so fasziniert von dem Gedanken, dass ein Besuch auf Neverland vergleichbar damit ist, sich durch einen Song zu bewegen. Ich muss darüber wirklich noch weiter nachdenken.

Brad: Yeah.

Lisha: Da stimme ich zu. Du hast uns so vieles zum Weiterforschen und Nachdenken dagelassen.

Brad: Habt ihr noch abschließende Gedanken oder Fragen?

Willa: Also, wir würden hier gern einige Bilder einfügen, um die Dinge, über die du gesprochen hast, zu illustrieren. Ich weiß, du hast einige Bilder auf deiner Webseite und dort gibt es viele Bilder von Neverland. Hast irgendwelche speziellen Dinge, deren Abbildungen du uns empfehlen könntest?

Brad: Nun, jeder hat die Bilder vom Park gesehen. Aber ich würde sagen, das Karussell war Michaels Kronjuwel. Jedes dieser Pferde und Tiere war, glaube ich, handgeschnitzt. Das waren wirklich wunderschöne Kunstwerke. Und soweit ich weiß bemalte David Nordahl, der einer von Michaels bevorzugten Künstlern war, fast alle diese Tiere mit der Hand.

Willa: Oh, wirklich? Das wusste ich nicht.

Brad: Das Karussell ist also definitiv etwas, was die Leute sehen sollten. Ihr wisst ja, es gibt Bilder von der Super-Rutsche und dem alten Go-Kart-Parcours. Aber niemals habe ich eine Abbildung der Reptilienscheune gefunden. Mann, wenn einer eurer Leser davon ein Foto hätte, das wäre ein echter Leckerbissen. Ich habe gesucht und gesucht, um eins zu finden, aber vergeblich.

Willa: Ok, wir werden das ganz sicher weiterleiten. Und vielen Dank an dich, dass du dich zu uns gesellt hast!

Lisha: Ja, danke noch mal, Brad, dass du so großzügig warst mit deiner Zeit und deinem Wissen.

Brad: Danke an euch beide. Habt einen wunderschönen Abend!

Willa: Auf Brads Vorschlag hin ist hier also ein YouTube Video von dem Karussell auf Neverland, bei dem man sich auf Kunst an den Pferden und den anderen Tieren konzentriert hat:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Während unserer Unterhaltung mit Brad erwähnte er die unglaubliche Fokussierung auf die Details auf ganz Neverland, und das kann man in der künstlerischen Darstellung der Karusselltiere wirklich sehen.

Lisha: Ja. Das erinnert mich an einige meiner liebsten Fotos aus dem Artikel „Inside Neverland Ranch“ auf der Terrastories Webseite:

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Eine weitere großartige Quelle ist Rob Swinsons Buch Maker of Dreams. Creating Michael Jacksons Neverland Valley Park, in dem viele detaillierte Fotografien des Karussells auf Neverland, wie auch viele Informationen über die Entstehung und Gestaltung des Parks zu sehen sind. Hier ist ein Aufmacherfoto von der Facebook Seite 25th Anniversary of Neverland Valley Amusement Park.

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Gemäß Swinson ist dies „ein Foto des ‚Butterfly Cherub Horse‘ mit in die Mähne eingewebten Blumen, das Robert Nolan Hall, Chance Rides Inc. persönlich für Michael als ganz spezielles, persönliches Geschenk nach Maß angefertigt, dekoriert und bemalt hat. Michael wusste zur Zeit der Auslieferung nicht, dass es sich auf seinem neuen 50’ Grand Karussell als eines der 60 unterschiedlichen Menagerie-Tiere und -pferde befand.“

Swinsons Buch würdigt außerdem Oliver „Brick“ Price von WonderWorks in Canoga Park, Kalifornien als ein bedeutendes Mitglied des „Dream Teams“, das dabei half, Neverland Wirklichkeit werden zu lassen. Brick Price wird nächsten Monat einer der Special Guests bei Brad MJU Seminar sein. Ich habe gehört, das ist etwas, was man nicht verpassen sollte!

From → Autorisierte Übersetzung des Blogs "Dancing with the Elephant"

Quelle: all4michael.com
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