Michael Jackson – Ein Mensch aus Fleisch und Blut


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Michael Jackson – Ein Mensch aus Fleisch und Blut

Beitragvon Remember MJ » 14. Okt 2010, 21:13

Hallo,
Ich beschäftige mich mit MJ seit gut 28 Jahren, da war ich gerade 13 Jahre alt.
Zuerst mochte ich seine Musik nicht mal sonderlich, denn ich stand im Moment auf englische Kost. Dann kam eine Freundin auf mich zu und schwärmte so sehr. Wir setzten uns hin und schrieben in der Schule einen Aufsatz über den Menschen, der uns am meisten beeindruckt. Zuvor hatte ich zufällig im Radio ein mehrteiliges Special über MJ gehört und ihn "kennengelernt". MJ war ja kein Übernacht-Wunder, sondern ihn bzw. die Jackson Five gab's schon seit so vielen Jahren. Er hatte auch schon mehrere Soloalben hingelegt, die in den USA sehr erfolgreich waren. Es war also nicht nur "Billie Jean " oder "Beat It ". Plötzlich mochte ich auch seine Musik und vielmehr den Menschen. Auf den Aufsatz bekam ich eine Eins Plus.
In der damaligen DDR war es recht schwierig an Material zu kommen. Da ich aber sehr guten Kontakt in die USA, nach GB, Italien, Frankreich ect. hatte, versorgte man mich ziemlich gut, auch mit Kassetten und Zeitungsausschnitten, was ja verboten war und wodurch ich auch noch vor meinem 18. Lebensjahr auf die Stasi-Liste wanderte. Doch das war mir gleich, ich wurde zum Fan, was sich bald änderte, nachdem ich seine Veränderungen sah und spürte. Ich verstand ihn sehr gut, versetzte mich in seine Lage und las zwischen den Zeilen.
Als ich "Moonwalker" las, wurde mir klar, daß man diesen Menschen ganz anders betrachten muß. Ich kehrte dem Fan in mir den Rücken und konzentrierte mich auf MJ, auf seine Meinung, seine Persönlichkeit, seine Zerbrechlichkeit, seine Stärke, seine Entrücktheit, seine Sensibilität, seine Ängste, seine Sorgen, seine Verwirrung, sein Geschäftssinn, seinen Humor, sein Gespür, seine Konsequenz.
Danach zog mich dieser Mensch in seinen Bann. Vorsicht, nicht der King of Pop. Ich rede von Michael Jackson, das ist für mich was anderes. Kein verrücktes Kunstwesen, das am Anfang noch gern selbst schockierte und provozierte und sich Geschichten für die Presse ausdachte.
Doch dann wurde es zum Selbstläufer und der King of Pop trennte sich wie Öl von Wasser vom eigentlichen Menschen Michael Jackson – ein Mensch aus Fleisch und blut. Er war ein normaler Mensch, den man in eine Schublade drückte, die ihm nicht gefiel. Er wollte immer der größte und beste sein. Auch ohne den Vater wäre er dort hingekommen, wo er jetzt steht. Er hatte einfach dieses Feuer in sich und diesen Willen. Begabt oder nicht – er hat hart dafür gearbeitet, viel gegeben, viel verloren. So wie den Hang zur Realität. Das hat ihn gebrochen. Er wollte immer ein normaler Mensch sein, der anderen Hilft, der lieben und leben kann. Doch das hat man ihm nicht gelassen.
Darum verkroch er sich in Neverland und hoffte, man würde ihn dort nicht finden. Draußen bei seinen Auftritten, da wollte er umjubelt werden, verehrt, vergöttert, doch daheim sollte man ihm sein Leben lassen und ihn leben lassen. Das das nicht ging, sah er dann wohl auch ein. Alles, was so groß wird, muß man irgendwie bekämpfen, dachten sich wohl die Medien und ich gebe auch den Fans eine gewisse Mitschuld, die ihn unablässig bedrängten, in seine Privatsphäre eindrangen und ihn nicht zur Ruhe kommen ließen.
Mit vielen seinen Entscheidungen war ich nicht einverstanden, ich mochte auch nicht jeden Song, habe nicht alles blind gekauft. Ich habe mir nur Sorgen um MJ gemacht. Habe alles gesammelt, was man über ihn schrieb und ihn auf jedem Bild analyisert. "Wie geht es dir ?" Und die Antwort gefiel mir meist gar nicht. Am liebsten wäre ich hingefahren, hätte ihn geschnappt, zu mir auf Land verfrachtet und audgepeppelt, ohne Öffentlichkeit, ohne aufdringliche Fans an den Toren, ohne Blitzlichter.
Als man ihm seine Burg, Neverland, entweihte, starb er schon.Man sah es in all den Bildern. Seine Fanta-siewelt, in der alles so bunt und schön war, wo er regieren konnte und nichts böse war, war dahin. Die reale Welt, in die er gehen mußte, wehte eisig um sein zartes Gemüt und hat ihn zerstört. All die Bemühungen mit Spenden und Aufrufen die Welt zu retten. Alles Tropfen auf heiße Steine, alles nur ein aussichtsloser Kampf. Und plötzlich wurde seine Liebe zur besten Waffe gegen ihn selbst.
Seit den ersten Anschuldigungen im Jahr 1993 habe ich gewartet. Denn von da an war nichts mehr heil in seiner heilen Welt. Er Klammerte sich an die Vorstellung Kinder zu haben, eigene, die man ihm nicht wegnehmen konnte, die er bedingungslos lieben konnte ohne unterstellt zu bekommen, das er sie mißbraucht. Und diese Kinder liebten ihn, wollten nicht sein Geld, seinen Status, seine Berühmtheit. Sie sonnten sich nicht in seinem Glanz.
Damals hätte er seine Kinder nach Neverland nehmen sollen und alle Schnorrer und Halsabschneider verbannen. Keine fremden Kinder mehr, auch wenn es noch so schwer fällt. Und er wollte doch nur helfen, doch damals hätte ihm aufgehen müssen, das er den gößten Fehler seines Lebens wiederholte und das dies sein Untergang war.
Damals hätte er all sein Geld anlegen sollen, ab und an ein Konzert oder ein neues Album für seine treuen Fans und gut ist. Jeder, der halbwegs normal ist, hätte ihn verstanden und dieses elende Schicksal mit diesen vielen Medikamenten, den OP's, den Gerichtsverfahren, den entwürdigenden Beleidigungen, wäre ihm erspart geblieben.
Die Maske des King of Pop hielt ihn noch eine Weile am Leben und verschaffte ihm etwas Luft. Doch Michael Jackson wollte nicht mehr. Ihn hielten seine Kinder am Leben. Jeder gute Vater, jede gute Mutter sollte wegen der Kinder weiterleben wollen. So betäubte er sich und litt innerlich tausend Qualen. Und dieses Geld, die Schulden, seine Kaufsucht, seine Besitzsucht. Er hätte viel mehr spenden können und müssen, um das in den Griff zu bekommen. Er war krank. Süchtig nach Erfolg, Macht, Geld und Drogen. All das wurde aus dem schüchternen, armen kleinen Michael, der auf der heißen Herdplatte tanzen mußte. Das ist kein Leben, das man bewundern sollte oder dem man nacheifern sollte.
Für mich war er der wunderbarste Mensch der Welt und mit viel Liebe und Hilfe hätte man aus ihm auch einen glücklichen Menschen machen können. Doch Geld verdirbt alles. Keine Freunde, keine Vertrauten, nur Einsamkeit und Angst. Seine Musik half ihm, sein eiserner Wille, seine Perfektion. Wie eine Maschine spielte er sein Leben und verbarg all seine Emotionen, seine Wut, seine Aggressionen, die ihn beinahe explodieren ließen.
Als ich dann völlig entgeistert von seinen Konzerten in London erfuhr, erstarb alles in mir. Ich wußte, dass war sein Todesurteil. Ohne all die Gerüchte über seine angeblichen Hautkrebs, die Magersucht ect. konnte man doch sehen, wenn man Augen hatte, das es ihm schlecht geht, das er desorientiert wirkte, überdreht, unter Medikamenteneinfluß. Das war doch offensichtlich. Er war doch nicht mehr der mensch, wie vor Jahren. Das tat doch weh. Da kann man doch nicht losrennen und Karten kaufen, um zu sehen, wie ein kranker Mann das letzte bißchen Seele verkauft. Damals schrieb ich noch in Foren um MJ und konnte es nicht fassen, wie verrückt diese Fans Karten kauften und wirklich glaubte, man würde ihm damit einen Gefallen tun.
Sicherlich – er verdiente geld und alle anderen auch, aber … Ich verstand das einfach nicht. Wenn man jemanden liebt, dann ist man doch nur glücklich, wenn es dem jenigen gut geht, den man liebt, egal wie… Und ihm ging es nicht gut, ganz gleich, was die Medien schrieben, was so genannte Insider sagten, was der Film This is it zu zeigen scheint, den ich bis heute nicht sehen möchte. MJ war nicht mehr zu retten und ich war ohnmächtig und wartete. Wartete auf den Zerfall eines Menschen, der mir in meinem Leben fast alles bedeutete, der mir durch jede Krise half, zu dem ich immer aufsah. Doch er war doch nur ein Mensch…
Man sollte ihm kein Heiligenbild bauen. Er hatte Fehler.
Er machte Fehler, viele Fehler. Er vertraute den falschen Menschen, er umgab sich mit Abschaum und Dreck. Seine ganze Familie lauerte nur auf seine Unterstützung, was man jetzt sehr gut sehen kann. Er sah sie doch nur als Bittsteller an, die nihcts können, als die Hände aufhalten und so hielt er sich fern. Ich denke nicht, dass seine Bodyguards den Zugang zu ihm verweigerten. Ich glaube, auch er wollte keinen engen Kontakt mehr. Sicherlich wollte seine Familie niemals seinen Tod, da sie ja alle an seinen Erfolgen verdienten.
Jeder verdiente nur an ihm und raubte ihm Kraft. Man sollte ihn in Erinnerung behalten als einsamen erfolgreichen menschen. Aus seinen Fehlern lernen und seinen Kindern alles Gute wünschen. Er wurde weder von Gott gesandt, noch ist er dorthin gegangen. Seine Mission auf dieser Erde hat er trotzdem versucht zu erfüllen und ist gescheitert, weil er an das Gute im Menschen glaubte und zu oft enttäuscht wurde. Leider sind die Menschen nicht nur gut und leider wollen die meisten menschen auch nicht nur Gutes.
Bei aller Verehrung für einen großen Künstler, einen wundervollen Menschen, einem lieben, netten Kerl – er war nur ein ganz normaler Mensch, der geliebt werden wollte. Und nichts bringt ihn zurück und jeder, der fanatisch um ihn herumgejubelt hat, der jetzt Andenken kauft, zu seinem Grab pilgert, ihm Monumente erstellt, unendliche Trauer verspürt, sollte mal nachdenken, wem huldige ich da überhaupt. Vielleicht war dieser ganze irrsinnige Kult für einen Menschen allein viel zu viel. Es raubte ihm die Luft zum Atmen und den Glauben an die Welt.
Und ich liebe ihn bis zum letzten Atemzug in meinem Leben.

Manu

Quelle: http://www.sappalapapp.de/2010/10/14/gossip/michael-jackson-ein-mensch-aus-fleisch-und-blut/
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