Anne-Sophie Mutter ist großer MJ-Fan.


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Anne-Sophie Mutter ist großer MJ-Fan.

Beitragvon Amadea » 10. Mär 2012, 09:48

Interview
Anne-Sophie Mutter: bin großer Fan von Michael Jackson

Anne-Sophie Mutter ist Deutschlands bekannteste Geigerin – ihr Konzert in Freiburg ist ausverkauft. Im Interview spricht sie über teure Tickets, die Zukunft der Klassik – und Michael Jackson.





BZ: Frau Mutter, zahllos sind die Interviews mit Ihnen – welche Fragen können Sie denn mittlerweile nicht mehr hören?

Anne-Sophie Mutter: Warum soll ich Ihnen das jetzt schon sagen? Es ist doch viel spannender, ich lasse Sie mal ein bisschen aufs Minenfeld treten...

BZ: Dann wage ich mich mal auf eines: Die Karten für Ihren Auftritt in Freiburg kosten bis zu 140 Euro, bei Ihren Gastspielen mit Orchester sind es bis zu 200 Euro, bei den Wiener Philharmonikern mit Maazel 260 Euro – ist die Klassik ein Geschäft wie jedes andere geworden?

Mutter: Das kann ich nicht beurteilen, da müssen Sie die Veranstalter fragen.

BZ: Führen solch horrende Preise aber nicht dazu, dass ein großer Teil gerade jüngerer Menschen von einem Konzertbesuch abgehalten wird?

Mutter: Ich gehe davon aus, dass es gestaffelte Preise für Konzerte gibt. Im Übrigen gehe ich sehr gern in die Münchner Allianz Arena und bin erstaunt, wie viel Geld 60 000 Menschen alle zwei Wochen für gute und weniger gute Plätze ausgeben können.

BZ: Der Unterschied ist: Um den Fußball müssen wir uns trotz der Preise keine Sorgen machen – bei der Klassik hingegen dominiert der Silbersee. Alle bangen um das Publikum von morgen.

Mutter: Das ist ein Phänomen, das uns doch schon seit Jahrzehnten begleitet. Ein Phänomen, das durch eine junge Generation von Musikern immer wieder neu aufgebrochen wird: Genauso wie meine Fans aus meinen Kindertagen mit mir älter werden, wird auch die nächste Generation meiner Kollegen wieder sehr viele junge Musikbegeisterte mit sich bringen.

BZ: Sie sorgen sich also nicht um ein aussterbendes Publikum in den Sälen?

Mutter: Nein. Ich sorge mich viel mehr um die musikalische Erziehung in der Breite als um die 1200, 1500 oder 2000 Besucher, die abends ins Konzert kommen. In der Breite fehlt es an Bewusstsein für Musik: am Bewusstsein, dass Musikmachen Spaß macht und ein ganz normaler Bestandteil des Lebens sein kann – ebenso wie Tennis oder Fußballspielen. Musik gehört genauso zu einer breit gefächerten Bildung wie Literatur oder Bildende Kunst – und ich sehe keinen Grund, warum man einem jungen Menschen die Möglichkeiten, sich in der Musik zu entfalten, vorenthalten soll. Es müsste einfach zur Grundausbildung dazugehören.

BZ: Es gibt mangelndes Verständnis für die Bedeutung von Musik im Alltag, das sich auch in manchen Medien zeigt.

Mutter: Ja, insbesondere im Fernsehen findet klassische Musik so gut wie gar nicht statt – nicht einmal mehr bei ARD und ZDF. Was indes ein völlig falsches Bild wiedergibt, schließlich sind wir doch die Nation der Dichter und Denker, da gilt es, ein kulturelles Erbe zu verwalten und weiter zu vermitteln – und da haben die Medien auch einen Bildungsauftrag. Den sehe ich beim Fernsehen nicht erfüllt.

BZ: Nun heißt es nicht nur dort, jede Generation hätte ihre eigene Musik – und heute sei das nun einmal die Popmusik.

Mutter: Das ist völlig richtig. Schließlich gibt es ja auch erst seit dem letzten Jahrhundert die Tradition, dass wir alte Musik aufführen – und es ist völlig normal, dass populäre Musik einen Nerv anspricht, den die sogenannte klassische Musik nie ansprechen kann. Doch das eine schließt das andere nicht aus: Aus der Generation meiner Kinder kenne ich sehr viele, die in beiden Welten zuhause sind und in beiden Welten etwas für sich gewinnen – meist sind dies aber die Kinder, die auch selbst musizieren. Denn klassische Musik erschließt sich im besten Fall nicht allein über den passiven Genuss, sondern über das eigene Musizieren. Es bedeutet eine große Qualität im Leben eines Kindes, ein Instrument spielen zu können – und es ist ein ganz toller Ausgleich etwa zum Sport.

BZ: Können Sie selbst etwas mit HipHop, Triphop oder Ska anfangen?

Mutter: Ich bin mit der Musik der 70er und 80er Jahre groß geworden und fühle mich da total zu Hause. So bin ich ein großer Michael-Jackson-Fan, mag aber auch einiges, was etwa Pink oder Beyoncé machen: Das kommt ganz auf die einzelnen Songs und auch sehr auf die Texte an. Denn ich rezipiere ein Lied über den Text – und das ist in den meisten Fällen mein großes Problem mit der Popmusik.

BZ: Sie haben ja schon als Kind davon geträumt, Musikerin zu werden – haben sich Ihre Vorstellungen erfüllt?

Mutter: Das einzige Ziel, das ich wirklich ganz fest vor Augen hatte, war, mit der Musik die Welt verändern zu wollen. Denn ich bin der Meinung, dass man bei einigen sozialen Dingen, auf die man immer wieder hinweist und für die man sich persönlich mit Zeit und auch mit eigenen finanziellen Mitteln engagiert, dass man da sehr wohl etwas bewegen kann. Schließlich geht es ja nicht allein darum, noch schöner, noch schneller und noch sauberer zu spielen: Das kann nicht der Sinn und Zweck des Lebens sein.

– Das heutige Freiburger Konzert mit Anne-Sophie Mutter (Violine) und Lambert Orkis (Klavier) ist ausverkauft.

badische zeitung

Bemerkung: Zunächst einmal ist für mich klar wie Kloßbrühe, dass jeder/jede, die/der sich mit guter Musik auskennt oder gar praktiziert MJ's Musik lieben, zumindest anerkennen muss.
Dann könnte ich das, was ich fett hervorgehoben habe, gerne 10mal mit einem Ausrufungszeichen unterstützen. Da spricht sie mir so was von aus dem Herzen. Einfach :boys_0120: die Frau Mutter :boygeige:
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