Quincy Jones: “Michael hat mich gefeuert”


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Quincy Jones: “Michael hat mich gefeuert”

Beitragvon Blanket » 10. Sep 2010, 13:49

Quincy Jones: “Michael hat mich gefeuert”

Quincy Jones gab für das englische The Gurdian ein Interview, in dem er über sein letztes Gespräch mit Michael Jackson sprach. 174 Menschen aus seinem Umfeld habe er in den letzten vier Jahren verloren. Er gehe nicht mehr auf Beerdigungen, sagt der 77-Jährige. Quincy Jones hätte Michael vor seinem Tod fast noch getroffen: “Ich war in London als er die 10 Konzerte ausverkaufte, und dann 40 mehr. Er rief mich an. Er wollte die Kinder rüber bringen. Aber ich war mit Mohamed Al Fayed an seinem Platz. Ich sagte, 'Ich sehe dich in Los Angeles.' Und das war das letzte Mal, dass ich mit ihm sprach.”

Der legendäre Produzent und Jazz Musiker produzierte mit Michael, den er “Smelly “ nannte, Off The Wall, Thriller und Bad. “Dann hat mich Michael gefeuert”, sagt Quincy Jones grinsend. Er habe Michael mit Hip Hop in Verbindung bringen wollen: “Er sagte, 'Quincy versteht das Business nicht mehr. Er weiss nicht, dass Rap tot ist.' Aber es ist ok. Es war damals nicht so offensichtich.” Trotzdem sind sie scheinbar bis zum Schluss Freunde geblieben.

Ob er gewusst habe, dass Michael in schlechter Verfassung war, fragte der Interviewer Johnny Davis. “Nein, nein. Da war keine Chance das zu wissen. In keiner Weise kann irgendjemand für das was geschah, getadelt werden. Künstler dieser Statur - sie können machen, was immer sie wollen. Du müsstest ihn 24 Stunden, 7 Tage überwachen, um zu wissen, was vor sich geht”, so Quincy Jones. Ob er Michael Jackson denn die vielen Auftritte zugetraut hätte? “Ich weiss es nicht. Es ist persönlich, so persönlich. Da sind so viele Details. Bevor du nicht über komplett alles im Bild bist, ist es schwierig, ein Urteil zu fällen”, sagt Quincy Jones.

Möglicherweise wird Sony in den nächsten zehn Jahren diverse Outtakes aus der Jones/Jackson Zeit veröffentlichen. Quincy Jones will aber nicht, wo nötig, am Feinschliff der Stücke arbeiten. “Ich will nicht involviert werden. Der arme Mann ist gegangen. Er starb jünger als ich war, als ich ihn produzierte. Er hat etwas hinterlassen, das nicht viele Leute hinterlassen.”

Für Thriller hat Quijncy Jones 800 Songs auf neun reduziert. “Dann habe ich die schwächsten vier durch The Lady in My Life, PYT, Beat It und Human Nature ersetzt. Misch das mit Billie Jean und Wanna Be Startin' Something, und du hast ein ernsthaftes Album”, sagt Quincy Jones.

Der gelungene Artikel über Jones mit vielen Hintergrundinfos kann hier gelesen werden: “I knew how to handle Michael" ( http://www.guardian.co.uk/music/2010/se ... incy-jones )

Quelle: guardian.co.uk

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Re: Quincy Jones: “Michael hat mich gefeuert”

Beitragvon Remember MJ » 1. Nov 2010, 15:37

Quincy Jones spricht erneut über Michael Jackson
01.11.10 - 13:00

Quincy Jones ist in Jazz- wie Pop-Gefilden gleichermaßen zuhause. Im Interview spricht der 27fache Grammy-Gewinner über seine ­Arbeit mit Michael Jackson, Ehrbezeugungen des musikalischen Nachwuchses und den ersten Rock’n’Roller der Welt.

Michael Jacksons »Thriller«, das von Ihnen produziert wurde, ist das meistverkaufte ­Album aller Zeiten. Können Sie sich diesen enormen Erfolg erklären?

Die Grundlage sind hervorragende Songs. Ein phantastisches Stück kann einen grauenvollen Sänger in den größten Star verwandeln, aber einen schlechten Song wird auch der beste aller Sänger nicht zum Hit machen. Das habe ich, Gott sei Dank, schon vor 45 Jahren gelernt. Aber natürlich muss auch der Sound stimmen. Ich ziehe da gern den Vergleich zum Film: Wenn der Produzent im Studio gewissermaßen die Rolle des Regisseurs übernimmt, dann fungiert der Toningenieur als Kameramann. Er muss dafür sorgen, dass der musikalische Moment akkurat eingefangen wird. Zum Glück war ich in der Lage, mit einem der besten Tontechniker arbeiten zu können, der je gelebt hat: Bruce Swedien. Ob ich nun in Kairo, Shanghai oder Monte Carlo in einem Club sitze: Noch bevor es zwölf Uhr ist, höre ich mindestens sechs Songs, die ich vor 30 Jahren zusammen mit Bruce aufgenommen habe. Jede gottverdammte Nacht. Das liegt auch am außergewöhnlichen Sound dieser Produktionen.

War es eigentlich schwierig, mit einem Künstler wie Michael Jackson zu arbeiten?

Nein. Auch wenn ich mir manchmal wie sein Erziehungsberechtigter vorkam. Michael war ein Produkt des Systems »Motown«, wo den Künstlern alle wichtigen Entscheidungen abgenommen wurden. Da gab es Hausproduzenten, und die Künstler hatten nichts zu melden. Als Michael später bei Epic unter Vertrag war, fragte er mich, ob ich ihm einen Produzenten vermitteln würde. Ich sagte: »Michael, du hast nicht einmal einen Song.« Ich meine, »Ben«, das einzige romantische Stück, das er bis dahin gesungen hatte, handelte von einer Ratte! Als erstes besorgte ich ihm also »You Can’t Win«.

...einen Song, den Jackson dann 1978 in Sidney Lumets Film »The Wiz« gesungen hat.

Ja. Und schon vor dem Dreh bemerkte ich, wie hingebungsvoll Michael arbeitete. Er kannte die Dialoge aller Darsteller auswendig und auch sämtliche Songs, die Tanzschritte und so weiter. Irgendwann fiel mir auf, dass Michael während der Proben immer wieder den Namen »Sokrates« falsch betonte – ohne dass ihn selbst nach drei Tagen jemand korrigiert hätte. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, fragte er mich mit dem Blick eines Rehs, das in einen Autoscheinwerfer starrt: »Wirklich?« In dem Moment war mir klar, dass wir ein Album aufnehmen mussten. Als er dann 1979 später während der Sessions zu »Off The Wall« die Ballade »She’s Out Of My Life« sang, war das etwas völlig Neues für ihn. Tom Bahler, ein Freund von mir, hatte den Song geschrieben und darin die Trennung von seiner Frau verarbeitet. Michael heulte nach jedem Take. Ich glaube nicht, dass er wirklich wusste, warum er weinte. Aber die Lyrics vermittelten, dass Bahler eine schmerzhafte Zeit durchzustehen hatte. Das ging Michael nahe.

Inwiefern war Jackson damals in die Produktion seiner Alben involviert?

Überhaupt nicht. Michael war vollkommen mit dem Songwriting für die vier von ihm beigesteuerten Stücke beschäftigt. Alles andere lag in meiner Verantwortung. Er hätte zum Beispiel gar nicht gewusst, wie man Künstler auswählt. Es war auch meine Idee, Eddie Van Halen auf »Beat It« spielen zu lassen. Vincent Price steuerte für »Thriller« einen Edgar-Allan-Poe-Rap bei. So etwas hatte vorher noch keiner gemacht. Michael dachte, dass wir einen Dachschaden haben.

Das ganze Interview kann man hier nachlesen!
http://jungle-world.com/artikel/2010/43/41980.html

Quelle: jungle-world.com & JAM-FC
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Re: Quincy Jones: “Michael hat mich gefeuert”

Beitragvon Michaela1903 » 1. Nov 2010, 20:12

.... also das von Quincy Jones lese ich immer sehr gern

daaaanke RMJ

Grüssle Dagi
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Re: Quincy Jones: “Michael hat mich gefeuert”

Beitragvon Blanket » 3. Nov 2010, 08:40

Danke liebe RMJ :blustrau:

Das war sehr schön zu lesen... :0337rainbow:

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